Mittwoch, August 19, 2009

Wen will die FDP eigentlich verarschen?

Immerhin: Zitieren kann man aus der Bibel gut, leider passiert das deshalb viel zu oft. Trotzdem: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ heißt es da bekanntlich. Und obwohl ich als bekennender und wiederholender Sünder nicht nur gerne mit Steinen schmeiße, sondern gerne auch im ebenfalls viel zu oft zitierten Glashaus, bin ich immer wieder schwer beeindruckt, mit was für einer Selbstverständlichkeit in der Politik Gülle vergossen wird über die, die doof genug waren, sich erwischen zu lassen.

Jetzt fordert also der FDP-Mann, Namen hab ich schon wieder vergessen, die Ulla „ultimativ“ auf, sämtliche Urlaubsfahrten mit dem Dienstwagen dem Bundesrechnungshof zur Prüfung vorzulegen.

Da der Bundesrechnungshof anscheinend nicht viel zu tun hat, fordere ich die FDP auf, ihm alles zur Prüfung vorzulegen, was die FDP so ausgibt. Damit uns vor der nächsten Phase des Schnauzeaufreißens erstmal eine lange und besinnliche Zeit des Fressehaltens beschert wird.

Now playing: Die Sterne – Idiotensport

Donnerstag, August 13, 2009

Exklusiv: Wo die Wahlwerbung der CDU wirklich herkommt (aber Vorsicht, schön ist das nicht).

Frager: Wie sind diese Wahlplakate entstanden?
Pofalla: Das ist ein wochenlanger Diskussionsprozess gewesen blablabla.



Nee, is klar. Diese „wochenlangen“ „Diskussionsprozesse“ kenne ich. Statt Ideen stehen wieder nur Deadlines Spalier, also prokrastiniert man bisserl bei Youtube durch die Archive, Sie wissen schon, Flucht nach vorn oder nach hinten, nach damals jedenfalls, als die Welt noch in Ordnung war und plötzlich findet man genau da seine Idee wieder: "Ich habe die Kraft." Schnell noch ein "wir" draus gemacht und fertig ist das Konzept.

Bin ich der Einzige der Angst davor hat, dass Merkel im nächsten Spot ein Schwert aus dem Kostüm zieht, Blitze anzettelt und mit nacktem Oberkörper was von Greyskull faselt?



Now playing: The Choice – Laughing as I pray

Dienstag, August 04, 2009

Improvisationsbloggen: Käsekuchen.

Wenn Sie das nächste Mal beim Speeddating gelangweilt werden, antworten Sie einfach mal bei der ersten auch nur ansatzweise passenden Gelegenheit mit „Käsekuchen“ . Ich kann Ihnen fast garantieren, dass Sie damit automatisch der seltsamste Mensch im Raum sind. Selbst wenn die Frage die nach dem Lieblingskuchen war.

„Käsekuchen“ ist so eine Antwort, auf die man bestenfalls nervöses An-den-Haaren-Zupfen erntet. Käsekuchen ist weder lasziv (Schoko-Chili-Kuchen, Baby), noch ist er nerdy (Kuchen? Das heißt Tortendiagramm) und prollig ist er auch nicht (Mutterkuchen, hähähä). „Käsekuchen“ ist die Antwort, mit der man sein Gegenüber nervös macht, weil es keine angemessene Reaktion darauf gibt.

Das ist ein bisschen wie mit dem Wandern. Wer beim Speeddating – fast per Definition dem hippen Szene-Adel vorbehalten – als „Hobby“ angibt, er würde gerne wandern, der dürfte raus sein. Da bringt es auch nichts, das einfach „Trekking“ zu nennen, denn nach kurzer Beschreibung ebendessen wird das Gegenüber feststellen: Du meinst „Wandern“ und man wird stammeln müssen „äh, ja, im Prinzip ...“ und schon sitzt man mit Brustbeutel, Regenjacke und Rucksack in einer Schublade, aus der man nicht mehr rauskommt.

Und das ist weit befreiender, als es sich anhört. Die Schublade gehört zu den eher geräumigeren und es ist sehr schwierig, darin noch etwas falsch zu machen. Man kann wieder Spezi bestellen statt Weltretterlimonade. Man kann wieder Bier trinken ohne vorher Limettenstückchen durch den Flaschenhals drücken zu müssen. Man kann Schlager wieder doof finden und darf aufhören der „Max“ („der von früher, vor dem Relaunch, als sie noch gut war“) hinterher zu trauern.

Für all das kann man sich auch wunderbar als Spießer beschimpfen lassen. Am besten von den ganz unangepassten. Die so individuell sind, dass sie sich beim Freeclimbing gegenseitig auf die Finger treten und ihre Geheimtipps im Getränkemarkt schon morgens abholen müssen, weil die spätestens am Mittag ausverkauft sind. Anstrengend wird es nur dann, wenn die Spießigkeit wieder in all ihren Facetten in Mode kommt. Kann auch nicht mehr lange dauern, immer nur Ayurveda und Kite-Surfing ist auf Dauer auch anstrengend.

Now playing: Huey Lewis & The News – Hip to be a square

Montag, August 03, 2009

Qualitätsjournalismus. Mal wieder.

Die Verleger überlegen momentan ja fieberhaft, eher noch wie im Fieberwahn, wie man die bösen Blogger aussperren kann, damit ihr Qualitätscontent auch im Internet endlich wieder exklusiv ist. Und wie man Suchmaschinen daran hindert, ihren Content zu finden ohne dass freilich die Suchmaschinenbesucher ausbleiben. Vielleicht sollten sie aber mal ganz andere Dinge überkegen. Wie sie zum Beispiel ihre Klickviehgeneratorstrecken eigenständig und ohne Internet vollkriegen. Exklusiv sozusagen.

Now playing: Wir sind Helden - Die Konkurrenz