Mittwoch, Juli 22, 2009

Seit etwas und für länger auf der Karte: Larmoyanz an Moralinschaum à la Sterbender Schwan.

Die deutsche Blogosphäre ist, wie wir wissen, die reinste der Welt. Sie zu erhalten, zu ehren und zu beschützen ist unser Auftrag. Sie ist gut, edel, frei von Kommerz und ähnlich sündigem Getue. Jedenfalls war sie das bis Satan kam:

„Und er ward geworfen auf die Erde. Und seine Engel wurden auch dahin geworfen.“

Das ist laut Bibel (Offenbarung des Johannes, die Älteren werden sich erinnern) vor einiger Zeit mal passiert und das hat sich wiederholt. Der Teufel ist logischerweise Vodafone. Muss ich noch was verlinken? Die Engel, die gefallenen, sind auch bekannt: Lobo, Schnutinger, Kosmar und wie sie nicht alle heißen (wer noch genannt oder gestrichen werden will, bitte melden, ich bin vor nix fies).

Dem Herrn (?) sei Dank wurden alle Beteiligten von einem moralisch wesentlich höher stehenden Kollektiv, fast hätte ich es Sekte genannt, in den Staub getreten. Hab ich Sekte gesagt? Tut mir leid, gemeint war natürlich Kindergarten. Irgend eine Gruppe eben, die glaubt, ihr kleines Universum gehöre a) ihnen und sei b) wichtig.

Dass das ganz große Kleingeistigkeit ist, hat schon das Schlemmerblog gezeigt. Zeter und Mordio! Ausverkauf! Fehlende Transparenz! Allein: Wen hat das Geschimpfe der Blogosphärischen Inquisition gekümmert? Also: außerhalb des Checker-Kreises? Niemanden? Genau.

Aber ich schweife ab (weil ich es kann). Vodafone hat den ersten Schritt gemacht und wurde böse niedergemacht. Weil man in Deutschland keine Fehler machen darf. Und in Blogland schon gar nicht. Da beneide ich die Amerikaner mit ihrer Kultur, die Fehler adelt. Oder, um es mit Yoda (ihr wisst schon, Yodafone, knick-knack) zu sagen: „There is no try. Do it or don't.“

Das kann man natürlich schöner sagen als George "Mr Dialogue" Lucas und Dan Wieden hat genau das getan mit „Just do it“. Außerdem hat er sich das „Fail“ quasi zum Konzept gemacht: Welcome to Optimism. Andersrum: Embracing Failure. Und wenn Vodafone das macht, ist es in zwei Jahren ganz weit vorne. Da werden auch die Veteranen (weisse noch? Als wir kurz wichtig waren?) nichts gegen tun können.

Ich glaube, dass sich ein paar (gerne auch mehr) Leute einfach mal etwas entspannen sollten. Auch wenn ich natürlich weiß, dass das nicht einfach ist. Jetzt, wo Leute in Stonehenge Blogistan Sachen verkaufen wollen. Schnutinger, das geht vorbei.

Now playing: Nico, Oasis, Blondie & Robert Fripp, Adrian Belew & Martha Wainwright, Ben Becker, Big Ben Tribe, Billy Preston, The Cain Principle, Celtic Frost, Friccion, Iva Davies + Icehouse, Kasabian, Letzte Instanz, Love Like Blood, The Magnetic Fields, Mica, Philip Glass, Sacha Steff & Manuel Armstrong, Six by Seven, TV On the Radio

und natürlich David Bowie – Heroes

Denn DAS, Vodafone und Unterstützer, nehme ICH Euch übel.

Dienstag, Juli 14, 2009

U-Bahn einerseits, Internet andererseits.

Denn als ob das nicht schon schön genug wäre:


Nö, das Internet hat noch ganz andere "zu späts" im Portfolio:
"Most individuals killed in a terrorist act - beat this record"
... und meißeln Sie Ihre Unkenntnis in Stein. Oder in google.

Now playing: Peter Schilling - Ein Tag in der Stadt

Sonntag, Juli 12, 2009

Fahrradfahrversuchfail.

In Hamburg kann man jetzt auch städtische Räder mieten. Super Sache, das. Ich also schön vor ein paar Tagen angemeldet und heute nix wie hin. Und dann stehe ich da vor der Mietstation und traue mich nicht so recht loszulegen, denn es stehen Menschen davor, die es betrachten (skeptisch) und auf dem Touchscreen rumdrücken. Will ich mich nicht dazwischen drängeln.

Zumal es arg peinlich hätte werden können, mit einem souveränen „Ladys, lasst mich doch mal kurz durch“ den Kenner raushängen zu lassen, nur um dann unter den Blicken der Zuschauer nach meinem Log-In-Versuch ein „Es sind keine StadtRÄDER verfügbar“ zu ernten.



Das muss man sich nämlich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ich stehe an einer Fahrradstation, will ein Fahrrad mieten und die Station sagt mir hanseatisch zurückhaltend, es wäre gerade keins verfügbar. In Berlin hätte mir der Apparat ob meines Mietversuchs vermutlich erwidert: „JUNGE MACH DIE AUGEN AUF! SIEHST DU HIER IRGENDWO EIN FAHRRAD STEHEN?“

Das wäre allerdings doppelt unhöflich gewesen, denn verunsichert habe ich nochmal nachgeschaut und siehe da:



Zugegeben: Von zwei auf null ist es nicht weit. Aber: Wäre es übertriebene Pedanterie darauf zu bestehen, nach einem schönen Tag im Zoo mit zwei Kindern wieder nach Hause zu kommen, anstatt mit keinem?

Aber gut. Der Regen hätte mich eh kalt erwischt und noch blöder als hilflos zu versuchen, ein Rad loszubekommen, ist es vermutlich, im T-Shirt bei Regen hilflos zu versuchen, das Scheißding wieder elektronisch festzuzurren und kläglich zu scheitern. Am besten noch begleitet von der Meldung an der StadtRAD-Station: „Es ist keine StadtRAD-Station verfügbar.“

Now playing: Roxette – Dressed for Success