Als nächstes wurde Istanbul gestrichen. Dann Bukarest, Sofia, Belgrad, Zagreb, Warschau, Riga und Wilna. Das nächste Konzert ist in zwei Tagen, in London. Danach geht es weiter auf einem Festival in Holland und dann ist auch schon Deutschlandauftakt in Hamburg. Am 2. Juni. Heute ist der 28. Mai und kein Mensch weiß, ob die Konzerte stattfinden. Niemand weiß, ob der Flug nach London, nach Hamburg, das gebuchte Hotel etc. für die Katz sind oder nicht.
Denn die letzte Stellungnahme ist vom, Tusch: 20. Mai.
Jetzt ist es ja nicht so, dass Depeche Mode im Netz nicht aktive wären. Wobei „aktiv“ es vielleicht nicht ganz trifft. Die Homepage: Stand 20. Mai.

Facebook: Stand 20. Mai.

Twitter: Stand 20. Mai.

Mit anderen Worten: Öffentlichkeitsarbeit findet nicht statt. Öffentlichkeit hingegen findet weiter statt und so entstehen die wildesten Gerüchte von Krebserkrankung über Rückfälle bis Bandauflösung (die im offiziellen Forum putzigerweise zum sofortigen Ausschluss führen, als wäre das der einzige Ort im Netz, an dem sich Fans austauchen könnten). Und das führt vor allem: zu Frust.

(Screenshot aus dem inoffiziellen Forum von dm.de)
Auf allen Plattformen betteln die Besucher um eine offizielle Stellungnahme: Irgendeine. Und das ist es auch, was das Management sagen müsste: Irgendetwas. Ich verstehe nicht, was hinter der Taktik „Klappe halten“ stecken könnte. Natürlich kann es sein, dass – aus welchen Gründen auch immer, mir fällt keiner ein – nichts gesagt werden darf. Aber dann muss man genau das sagen: Wir können nichts sagen.
So wie es momentan abläuft, ist das ein klassischer PR-Gau. Den Kopf in den Sand stecken und das Internet ignorieren. So funktioniert das heute nicht mehr. Setzen, 6.
Update 11.00 Uhr: Es geht doch.
Update 21.52 Uhr: Bevor das mit den Motzmails losgeht: Mir ging es nicht darum, Fan-Interessen über Band-Schicksale zu stellen, mir ging es um die Kommunikationsleistung des Managements.
Now playing: Kendall Payne – Fail