Ich sehe sie vor mir. All die gerunzelten Stirnen und verantwortungsvoll aussehend wollenden Gesichter derer, die wieder nicht begreifen können, wie so etwas passieren konnte. Also nicht der Amoklauf, sondern der Amoklauf mit eigentlich guten Waffen.
Nach Erfurt wurden Pumpguns verboten. Ein guter Tag für die Gegner des privaten Waffenbesitzes und ein guter Tag für gestern - niemand wurde von einer Pumpgun erschossen. Verzeihung:
mit einer Pumpgun, denn guns don't kill. Das Argument, auch Messer, Alkohol und sonstiges gefährliches Zeug müsste dann verboten werden, ist überflüssig. Denn vieles von dem, was potentiell tödlich ist, ist verboten. Alkohol am Steuer zum Beispiel. Butterflymesser zum Beispiel (wobei lokale Verbote wie auf dem Kiez natürlich großer Schwachsinn sind). Oder Zyankali zum Beispiel.
Braucht man aber alles. Nicht jeder und nicht immer, aber man braucht hier und da mal Messer zum Schnippeln, ohne Alkohol kein Wein und mit Zyankali können Chemiker sicherlich wichtige Dinge anstellen.
Was also, wenn jemand mit Zyankali unbedingt einen Giftmord durchführen will? Er wird sich nicht daran hindern lassen. Aber er wird es sich schon illegal besorgen müssen - nicht aus der Hausapotheke. Welcher Schulamokläufer hat aber jemals Waffen auf dem Schwarzmarkt besorgen müssen? Ernst gemeinte Frage.
Ob es ein vernünftiges Argument dafür gibt, dass Sportschützen ihre Waffen zuhause und nicht adäquat im Safe eines Clubs aufbewahren müssen, weiß ich nicht, gehört hab ich noch keins, denn das ist normalerweise die Stelle, an der sich die Befürworter für Guns@Home ihrem letzten argumentativen Zipfel zuwenden: Dem Jäger.
Dem kann ich nur entgegnen: Von mir aus. Ein Jäger sollte seine Jagdwaffe zuhause haben dürfen. Genau wie ein Polizist seine Waffe zuhause haben darf. Lässt sich ausschließen, dass diese Waffen missbraucht werden? Natürlich nicht. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht um Minimierung.
(PS: Tippfehler bitte ich zu entschuldigen, die neue Netbooktastatur ist doch etwas gewöhnungsbedürftig)