Mittwoch, Februar 25, 2009

"Exklusiv" à la Hamburger Abendblatt.

Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass dem Blindtext-Blog exklusiv die Homepage des Hamburger Abendblatts vorliegt, dem wiederum ebenso exklusiv ein Weblog vorliegt.

Zur Erinnerung: Weblogs sind diese Internet-Dinger, bei denen man was ins Internet schreiben kann, was dann von den etwa 1,2 Milliarden Internetnutzern gelesen werden kann. Sternstunden des Journalismus und ich bin dabei. Zeit, ein Tränchen der Rührung zu vergießen.

Now playing: The Royalties - Oh please

Mittwoch, Februar 18, 2009

Drama-King.

Worauf ich bisher immer guten Gewissens mit „Nein, kenn ich nicht“ antworten konnte:

Kennen Sie das? Sie fotografieren etwas und auf dem Foto ist plötzlich irgend etwas unheimlich anders, so ungefähr wie in den Schauergeschichten vergangener Zeiten, in denen der Hausherr die Familie im Salon der Familienvilla zusammenkommen ließ, alle im Sonntagskleid respektive -anzug, um für ein Foto zu posieren, das dafür gedacht war, die Familienidylle oder was man damals für Idylle gehalten hat, für die Nachwelt festzuhalten, wohl wissend oder wenigstens ahnend, dass die Welt schon sehr bald, wenn nämlich der Krieg zu Ende ginge in dem der Älteste sich gerade vor Verdun beim Vaterland um Ruhm und Ehre bewarb, eine andere sein würde und welches dann nach dem Entwickeln den seltsam durchsichtigen Umriss einer Person neben den anwesenden Familienmitgliedern erkennen ließ, der dem an der Front weilenden Sohn beängstigend ähnlich sah von dem man just am nächsten Tag erfuhr, dass er am Tag des Fototermins in einem feuchten Schützengraben von einer verirrten Kugel getötet worden war?

Ab jetzt kann meine Antwort darauf eigentlich nur noch lauten „Jajaja genau, genau, kenn, ich, jedenfalls so ähnlich!“ Ich bin nämlich meiner Steuerkarte ein bisschen verlustig geworden und musste deshalb ins Einwohnermeldeamt Eimsbüttel. Da gibt es einen Paternoster und bevor man auf der Fahrt nach unten das Erdgeschoss erreicht, wird man ermahnt, dort doch bitte auch auszusteigen, eine Weiterfahrt wäre ungesund. Die genaue Wortwahl lautete: Weiterfahrt lebensgefährlich.

Jedenfalls meine ich, das gelesen zu haben. Angesichts der Tatsachen, dass man zwar einen Paternoster nicht ohne weiteres stoppen kann, das Zeitfenster zum Ausstieg recht begrenzt ist, es sich bei Licht betrachtet aber doch nur um einen verschissenen Fahrstuhl handelt, kam mir die drohende Lebensgefahr irgendwie unverhältnismäßig vor und ich wollte von dem Warnschild ein Foto machen. Das hätte dann einen schmissigen Untertitel bekommen à la „Genau die Ansage, die man an einem Montagmorgen lesen will.“ Jetzt zeigt das Foto aber dummerweise nicht das, was ich gelesen habe, sondern:



Gut, ich war ob der drohenden Gefahr für Leib und Leben etwas in Eile obwohl ich locker noch Sekunden zum Fokussieren und Blitz Einschalten gehabt hätte. Aber hätte mir das mein gefühltes Motiv gebracht? Schauen wir mal genau hin. Da steht: ngefährlich. Und alles, was gestalterisch und orthografisch davor passt, ist ein „u“. Vielleicht war der Montagmorgen also wieder nur halb so dramatisch, wie ich ihn in Erinnerung hatte.

Now playing: Heinz Hülshoff – Et is noch immer joot jejange

Dienstag, Februar 10, 2009

Kommerz vs. Kommerz - 1:0

In der Mönckebergstraße gab es mal eine Lesehalle. Die war beherbergt in einem ziemlich schmucken Gebäude. Aber wie es so ist mit Kultur in Toplage: Irgendwann wird es zu teuer und die Kultur muss weichen. In diesem Fall ausgerechnet dem Gegenteil von Kultur, nämlich einem Bulettenbräter:



Jetzt, endlich, endlich, soll das wieder halbwegs rückgängig gemacht werden. BK muss gehen und stattdessen kommt ein "Kulturzentrum": Oben finden Lesungen und Ähnliches statt, unten hält ein "Kaffeehaus" Einzug. So weit, so gut. Blöderweise handelt es sich bei dem "Kaffeehaus" um kein Kaffeehaus, sondern um Starbucks. Und was die mit Kultur zu tun haben, muss mir mal jemand erklären.

Das soll allerdings nicht heißen, dass ich mich jetzt mit Transparent und linksromantischem Beißreflex davor stelle und 80er-Jahre-Spontisprüche skandiere. Aber komisch finden darf man das ja wohl. Mehr zum Thema Kulturkapitalismus entnehmen Sie bitte dem erfrischend unverbitterten Buch Das Kultbuch - Glanz und Elend der Kommerzkultur von Robert Misik.

Now playing: Petula Clark - Wishing and hoping

Bild von wikipedia

Mittwoch, Februar 04, 2009

Was man gleich mal streichen kann: Leere Versprechungen.

Am Ende nimmt die noch jemand ernst. Und dann? Dann ruft jemand bei Ihnen an und will 6-Zimmer-Küche-Bad und -Dachterrassen-Eigentumswohnung in der Hafencity für 12.635, mehr ist nicht drin, bloß weil der Scheißtexter damals unbedingt Feierabend machen wollte und nur noch diesen Dreckssatz hingerotzt hat, den der Chef so toll fand.

Now playing: Street Troopers - Don't let them win