Donnerstag, Dezember 03, 2009

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.

Datenschutz, Privatsphäre, Facebook, dünnes Eis und so. Hat eigentlich irgend jemand den offenen Brief von Mark Zuckerberg tatsächlich gelesen? Falls nicht, hab ich die entscheidende Stelle (Klick = groß) mal herausgehoben:



Nicht, dass mir nachher wieder jemand kommt mit „habichnichtgewusst“.

Now playing: A-ha – I wish I cared

Kommentare:

Casi hat gesagt…

Naja, ist vermutlich nur ein klein wenig unglücklich übersetzt worden ;)

betonblog hat gesagt…

Ein Anschreiben an 350 Millionen Nutzer und es wird nicht mal ordentlich in die jeweiligen Sprachen übersetzt?

Und der unbezahlte Praktikant hat immer für ein halbes Jahr die Mütze des Datenschützers auf....

Kaal hat gesagt…

Zum Vergleich mal das Original aus dem Facebook-Blog:

"However, as Facebook has grown, some of these regional networks now have millions of members and we've concluded that this is no longer the best way for you to control your privacy."

Skeptisch gelesen bleibt die Aussage gleich: Wir haben für beschlossen, was für euch das Beste ist. Ich finde aber, man darf das auch als ungeschickte Formulierung abtun.

ramses101 hat gesagt…

Klar darf man das. Aber bei so einem langen Anschreiben ausgerechnet als Facebok ausgerechnet in DAS Fettnäpfchen zu treten, muss man auch erstmal hinbekommen.

Joshuatree hat gesagt…

Köstlich, Ramses - Danke.

German Psycho hat gesagt…

Sprache lebt eben, lieber Ramses... ;-P

ramses101 hat gesagt…

Sprache lebt nicht nur, mitunter mutiert sie sogar. Aber ob uund wie, das "entscheidet" immer noch die Sprechergemeinschaft - und nicht irgendein beta Übersetzungsprogramm. Sonst behielte Schirrmacher am Ende ja doch noch Recht ;-)

German Psycho hat gesagt…

Nix da. Sie selbst würden sich da widersprechen. Es entscheidet nämlich Ihrer Meinung nach niemand, wie sich die Sprache entwickelt.

Und wenn etwas mittlerweile Sinn machen kann, man etwas erinnern kann, und ein Wort etwas meint, dann kann eben durchaus beschlossen auch herausgefunden heißen. Oder auch: Realisiert.

ramses101 hat gesagt…

Deshalb habe ich "entscheidet" ja auch in Anführungszeichen gesetzt. Natürlich setzen sich nicht alle Sprecher hin und beschließen, das "schlecht" ab heute das Gegenteil bedeutet.

Aber dass Sprache sich ohne ihre Sprecher entwickelt, wäre ja Quatsch. Sie entwickelt sich, wie sie gesprochen und verstanden wird. Und wenn die Sprachgemeinschaft irgendwann "beschließen" im Sinne von "herausfinden" versteht, dann heißt es das eben auch.

Da kann dann ein neuer Bastian Sick in 500 Jahren tausendmal klugscheißern, dass "beschließen" vor 500 Jahren aber "festlegen" bedeutet hat.

Ich bezweifle aber, dass das Wort "beschließen" eine derartige Wendung genommen haben sollte, ohne dass ich was davon mitbekommen hätte.

Und "Sinn machen" kann etwas nicht "mittlerweile", sondern mindestens seit Schiller. Wobei ich natürlich zugeben muss, dass "mittlerweile" auch relativist ;-)