Samstag, November 14, 2009

Aber da ist ja noch "Effilee".



Man muss nicht viermal im Jahr mit Gleichgesinnten in der Küche ums Lagerfeuer tanzen. Man muss nur täglich gerne Essen machen. Effilee weiß das und ist deshalb ein besseres Kochmagazin als „Beef“.

Der erste bezeichnende Unterschied schon auf Seite Acht: Rubrik „Halbwissen“, heute: Rosenkohl. Jetzt kann man zu den Themen Halbwissen wie Rosenkohl stehen, wie man will, in der Küche wird man früher oder später mit beidem umgehen können müssen. Im direkten Vergleich zu der albernen Rubrik „musst du können, brauchst du kein Rezept (aber kriegst du trotzdem)“ jedenfalls klarer Punktsieger.

Ich bin zwar kein Freund dieses ganzen k.u.k.-Süßkrams, aber wenn jemand Mehlspeisen machen kann, dann ja wohl die Kollegen aus den südlicheren Gefilden. Folgerichtig die Rezeptstrecke zum Winter: Hüftgold. Krapfen mit Marzipan-Birnen-Füllung, Topfenpalatschinken, Germknödel etcetera. Muss man alles nicht mögen, muss man aber mal gemacht haben.

Sehr schön auch die Texte. Zum Beispiel der über die Ernährungsfindung von Kleinkindern und der über Pferdefleisch. Der erste in „Beef“ undenkbar, der zweite im Prinzip prädestiniert – allerdings mit anderer Tonalität. Es fehlt halt das Tool-Time-Gegrunze, übrig bleiben Unterhaltung und Information (beide Beispiele übrigens von Mädchen verfasst, go figure).

Woran „Effilee“ arbeiten müsste, zumindest nach meinem vorsintflutlichen Verständnis von Vertrieb, ist der Vertrieb. Andererseits gibt es dafür ja das Internet, ich bin ja auch erst über Twitter drüber gestolpert (echt jetzt). Und der Onlineauftritt macht auch Spaß, mit Blogs, Facebookgruppe, Twitteraccount und allem Pipapo.

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