Donnerstag, Mai 28, 2009

Krisen-PR à la Depeche Mode oder how to never fucking ever do it.

Depeche Mode sind relativ auf Tour. Nach Luxemburg und Tel Aviv sollte es in Athen am 12. Mai weiter gehen, die Vorband trat auf und das war es dann. Aufgrund einer akuten Erkrankung des Sängers wurde das Konzert kurzfristig gestrichen. Blöd für alle Anwesenden, aber so was passiert.

Als nächstes wurde Istanbul gestrichen. Dann Bukarest, Sofia, Belgrad, Zagreb, Warschau, Riga und Wilna. Das nächste Konzert ist in zwei Tagen, in London. Danach geht es weiter auf einem Festival in Holland und dann ist auch schon Deutschlandauftakt in Hamburg. Am 2. Juni. Heute ist der 28. Mai und kein Mensch weiß, ob die Konzerte stattfinden. Niemand weiß, ob der Flug nach London, nach Hamburg, das gebuchte Hotel etc. für die Katz sind oder nicht.

Denn die letzte Stellungnahme ist vom, Tusch: 20. Mai.

Jetzt ist es ja nicht so, dass Depeche Mode im Netz nicht aktive wären. Wobei „aktiv“ es vielleicht nicht ganz trifft. Die Homepage: Stand 20. Mai.



Facebook: Stand 20. Mai.



Twitter: Stand 20. Mai.



Mit anderen Worten: Öffentlichkeitsarbeit findet nicht statt. Öffentlichkeit hingegen findet weiter statt und so entstehen die wildesten Gerüchte von Krebserkrankung über Rückfälle bis Bandauflösung (die im offiziellen Forum putzigerweise zum sofortigen Ausschluss führen, als wäre das der einzige Ort im Netz, an dem sich Fans austauchen könnten). Und das führt vor allem: zu Frust.


(Screenshot aus dem inoffiziellen Forum von dm.de)

Auf allen Plattformen betteln die Besucher um eine offizielle Stellungnahme: Irgendeine. Und das ist es auch, was das Management sagen müsste: Irgendetwas. Ich verstehe nicht, was hinter der Taktik „Klappe halten“ stecken könnte. Natürlich kann es sein, dass – aus welchen Gründen auch immer, mir fällt keiner ein – nichts gesagt werden darf. Aber dann muss man genau das sagen: Wir können nichts sagen.

So wie es momentan abläuft, ist das ein klassischer PR-Gau. Den Kopf in den Sand stecken und das Internet ignorieren. So funktioniert das heute nicht mehr. Setzen, 6.

Update 11.00 Uhr: Es geht doch.

Update 21.52 Uhr: Bevor das mit den Motzmails losgeht: Mir ging es nicht darum, Fan-Interessen über Band-Schicksale zu stellen, mir ging es um die Kommunikationsleistung des Managements.

Now playing: Kendall Payne – Fail

Kommentare:

Anna hat gesagt…

Diese Vorgehensweise ist unter aller Sau, hast Recht. Trotzdem dürfen Fans noch hoffen: im offiziellen Depeche Mode Forum werden immerhin freiwillige Helfer für Hamburg gesucht. Stand des letzten Postings: "Es sind genügend Helfer für die Konzerte zusammen gekommen. Vielen Dank an alle, die sich gemeldet haben!" (27. Mai).
Immerhin kann man so davon ausgehen, dass das Konzert stattfinden wird.
Die Administratoren der Homepage selbst scheinen allerdings immernoch ratlos.

drikkes hat gesagt…

Von halbgaren News, welche Gerüchteküche noch weiter anheizen, halte ich eher weniger. Wenn sie nichts sagen wollen, dann ist es meines Erachtens auch besser, einfach mal die Klappe zu halten.

Für echte Fans wahrscheinlich trotzdem schwer erträglich/verständlich. Ich nehme mal, die Tour ist ausverkauft? Okay, Stichwort Nachhaltigkeit - aber ein PR-Desaster sieht anders aus. Ich bezweifle, daß Fans aufgrund dieses Verhaltens zu hunderten ihre Karten zurückgeben.

ramses101 hat gesagt…

@Anna: Aktueller Stand ist, dass die Unternehmen für den Bühnenaufbau zurück gepfiffen wurden. Quelle ist verlässlich.

@Drikkes: Aber genau durch das Schweigen werden Gerüchte angeheizt. Man kann nicht 8 Tage lang die Klappe halten. Und dass die Fans zu hunderten ihre Tickets zurück geben, davon kannst Du mal ausgehen, denn kaum jemand wird Flüge, Hotels etc. ein zweites Mal buchen.

Ich steck in der Szene ganz gut drin und glaub mir, das IST ein Desaster.

drikkes hat gesagt…

Da hast Du Deine News:

http://www.depechemode.de/news/2009/05/28/offiziell-depeche-mode-verschieben-konzerte-dave-an-blasentumor-erkrankt-1705/

ramses101 hat gesagt…

Ich weiß, siehe Update. Ändert aber ja nichts an dem Vorangegangenen.