Dienstag, Februar 10, 2009

Kommerz vs. Kommerz - 1:0

In der Mönckebergstraße gab es mal eine Lesehalle. Die war beherbergt in einem ziemlich schmucken Gebäude. Aber wie es so ist mit Kultur in Toplage: Irgendwann wird es zu teuer und die Kultur muss weichen. In diesem Fall ausgerechnet dem Gegenteil von Kultur, nämlich einem Bulettenbräter:



Jetzt, endlich, endlich, soll das wieder halbwegs rückgängig gemacht werden. BK muss gehen und stattdessen kommt ein "Kulturzentrum": Oben finden Lesungen und Ähnliches statt, unten hält ein "Kaffeehaus" Einzug. So weit, so gut. Blöderweise handelt es sich bei dem "Kaffeehaus" um kein Kaffeehaus, sondern um Starbucks. Und was die mit Kultur zu tun haben, muss mir mal jemand erklären.

Das soll allerdings nicht heißen, dass ich mich jetzt mit Transparent und linksromantischem Beißreflex davor stelle und 80er-Jahre-Spontisprüche skandiere. Aber komisch finden darf man das ja wohl. Mehr zum Thema Kulturkapitalismus entnehmen Sie bitte dem erfrischend unverbitterten Buch Das Kultbuch - Glanz und Elend der Kommerzkultur von Robert Misik.

Now playing: Petula Clark - Wishing and hoping

Bild von wikipedia

Kommentare:

eigenart hat gesagt…

Naja, immerhin kultiviert SB Kaffee.

Ich meine, SB LÄSST Kaffee kultivieren.

Natürlich nur für den Fall, dass es sich bei "kultivieren" wirklich um ein Synonym für "anpflanzen" handeln sollte …

Bei dem Weg: Wie übersetzt man eigentlich "Starbucks"?

"Berühmtheitsdollar"?
"Sternen-Käfer?"

Anonym hat gesagt…

Und dann stehen wieder die davor:

http://www.youtube.com/watch?v=B2v9VRQS0zA

Einen sehr herzlichen Gruß vom alles.

ramses101 hat gesagt…

Jaja, im Nachhinein kann man immer drüber lachen #Pubertät

Gruß zueück!

Anonym hat gesagt…

Ich lach nicht. Ich bin nur sehr froh, dass unsere Pubertät noch nicht so massiv digital verbreitbar war. Weniger Beweismaterial.

Nachdenkliche Grüße vom alles.

ramses101 hat gesagt…

Da bin ich sogar heilfroh! Auf Fotofilme haben gerade mal 24 Bilder gepasst, so dass man sich immer zweimal überlegen musste, ein Foto zu machen, Filme mussten entwickelt werden, Zweitabzüge nachbestellt. Mal ganz abgesehen davon, dass Kameras eigentlich nie "einfach so dabei" waren.

Und dem Herrn sei gedankt, dass ich mit 15 noch nicht jeden Mist ins Internet schreiben konnte. Mag man gar nicht drüber nachdenken.

Anonym hat gesagt…

Nein, das mag man kein bisschen tun, aber nun ist der Film leider schon im Kopf. Böse Bilder. Vom Schreiben mal ganz abgesehen ging da ja Furchtbares bei viel basaleren Dingen los. Sich eine Art zu gehen zuzulegen zum Beispiel. Das war richtig Arbeit und sah sicherlich sehr scheiße aus.

ramses101 hat gesagt…

Und die Klamotten. Und die Frisuren. Ist ja nicht so, dass die 80er in der Parade des guten Geschmacks auch nur in der Nähe der vorderen Plätze landeten.

Anonym hat gesagt…

Man musste auch Begrüßungen und Befindlichkeitsgrimassen üben. Wir sollten das in Hamburg über mehreren Bieren erörtern. Ich pack das nüchtern nicht.

ramses101 hat gesagt…

Gerade die Befindlichkeitsgrimassen dürften nach diversen Astra aucg durch eine gesteigerte Fotogenität überzeugen.

Anonym hat gesagt…

Dann versprechen wir uns besser, elektronikfrei zu trinken. Das ziemt sich bei Astra sowieso. Oder?

ramses101 hat gesagt…

Ich fürchte, in unserem Überwachungsstaat sind die Kameras allgegenwärtig:

http://tinyurl.com/ahf8xq

Anonym hat gesagt…

Huch! Na dann sehen wir mal zu, dass unsere Hosenbeine super aussehen und wir ausschließlich mit Zitronensaft schreiben.