Donnerstag, Juli 03, 2008

Öffentliche Vorführung, Aufbahrung und wahrscheinlich noch vieles mehr.

Kennen Sie das? Das permanente Zitieren kollektiven Gedankengutes, das der Zitierende dennoch für einen blitzgescheiten und neuen Gedanken hält, von dem noch keiner was gehört hat – und der nicht mal stimmt? Ein Paradebeispiel dafür findet man heute auf wuv.de. Nachdem vor 1000 Jahren erst eine Studie herausfinden musste, dass englische Claims in der deutschen Werbung vielleicht nicht ganz so gut funktionieren, nimmt man sich jetzt auch in der Fachpresse dieses Themas an.

Wenn man dann über Anglizismen (oder einfach: Englisch) redet, ist es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis das „Public Viewing“ zur Sprache kommt. Und siehe da:
W&V: Herr Samland, was fällt Ihnen ein, wenn Sie "Public Viewing" hören?

Samland: Die öffentliche Aufbahrung eines Verstorbenen.
Super nachgeplappert! Dabei übersieht er nur die Kleinigkeit, dass das nämlich nur eine der Bedeutungen im englischen ist. Eine andere findet man zum Beispiel hier.

Now playing: Escapist – Annoying

Kommentare:

German Psycho hat gesagt…

Die Bedeutung der öffentlichen Aufbahrung ist in der Tat die hauptsächliche Bedeutung des Wortes im amerikanischen Englisch. Die Unterschiede zum Britischen zeigen sich eben in solchen Dingen.

Warum aber neue Begriffe zwingend Englisch sein müssen ist damit ja nicht geklärt ;-)

ramses101 hat gesagt…

Völlig richtig. Aber es geht mir um die absolut substanzlose Überheblichkeit, die hinter dieser neunmalklugen Süffisanz steckt. Welche Facetten ein Begriff alle hat, ist mir zunächst einmal schnuppe. Dass "Public Viewing" auch für öffentliche Fußballvorführungen in UK genutzt wird, ist schlicht eine Tatsache.

Da erklärt ein Deutscher den Engländern die englsiche Sprache. Bin ich denn der Einzige, der das zum Brüllen komisch findet?