Frau Kuttner jedenfalls war auf Poetry-Slams unterwegs, die auf Sat 1 Comedy übertragen werden. Und wie das so ist mit Werbung für Sendungen, werden kurze Ausschnitte gezeigt, um dem potentiellen Zuschauer zu zeigen, was ihn erwartet (so wie bei "Sparta" im Vorab-Trailer der komplette Film erzählt wurde).
Poetry-Slam also. Und der Ausschnitt, der gezeigt wurde, zeigte einen ... jungen Mann, der sehr inbrünstig die Formulierung aussprach:
“Das Leben ist wie ein Stück Seife auf dem Boden einer Knastdusche.“Jetzt ist das Fehlen eines Lektorats ja bekanntermaßen gleichzeitig Fluch und Segen des Poetry-Slams (bei Blogs ist das übrigens ähnlich).
Fluch für den Autor, dem dadurch solche Metaphern durchgehen, die er für die großartigsten und gelungensten hält. Segen für das Publikum, das dem Vortragenden per Pfeifkonzert mitteilen kann, was ein Lektor vielleicht behutsamer getan hätte.
Nur passierte in diesem Fall nur eins: Alle haben gelacht.
Das verstehe ich nicht.
“Das Leben ist wie ein Stück Seife auf dem Boden einer Knastdusche.“Was sagt denn das aus? Außer:
“Das Leben ist wie ein Stück Seife.“Denn das Bild von dem berühmten Stück Seife auf dem Boden der Knastdusche betrifft die Seife selbst nur sehr marginal, spannend wird es eigentlich nur für denjenigen, der aufgefordert wird, sich doch bitte danach zu bücken. Und darauf sollte die Metapher wohl eigentlich zielen. Hat sie aber nicht. Trotzdem fanden das alle witzig. Wobei: Vielleicht haben sie ihn ja auch ausgelacht.
Das Leben fordert einen eben manchmal dazu auf, sich nach der Seife zu bücken.
Now playing: Eddie C. Campbell - Life is like a game
21 Kommentare:
Nee.
Das kann man doch so verstehen: Das Leben wirft einem die Seife hin. Und dann hat man die freie Wahl, eigentlich, ob man sich bückt oder nicht.
Aber die hat man eigentlich nicht: wo soll man ein anderes Stück Seife herbekommen?
Aber vermutlich hätte er nicht sagen dürfen im Fernsehen: Das Leben fickt einen manchmal kräftig in den Arsch.
Das hat er vielleicht sagen wollen, er hat es nur nicht geschafft, weil er sich ibn sein blödes Bild verliebt hat. "Das Leben ist ein Stück Seife" ist jedenfalls definitiv etwas anderes als "Das Leben wirft einem ein Stück Seife zu". Da muss ich nicht einmal sonderlich pingelig sein.
Achwas.
Das ist doch alles zensiert, im Fernsehen.
In seinem Skript stand: Manchmal wird man vom Leben gefickt wie beim Seife aufheben in der Knastdusche.
Und nachdem er das dann vorgelegt hat, hat er es eben in der zensierten Endfassung zurückbekommen.
Ist doch kein freies Reden im Fernsehen, wer glaubt denn sowas.
Also ist das Fernsehen die Seife im Auge des Betrachters?!
Also, ich blick hier nicht mehr durch.
Ich denke, es kommt auf die Seife an, Herr Eigenart, auch wenn die Werbung aufs Auge schielt.
Ich wollte den Diskurs aber nicht unterbrechen.
Mir geht's ja so mit Forrest Gohohomp und der Pralinenschachtelmetapher.
Das hab ich auch nie so richtig begriffen. Ich weiß bei einer Pralinenschachtel immer sehr genau, was kommt. Steht ja drüber.
hm. ich find das bild schon stimmig.
"das leben ist wie ein stück seife auf dem boden einer knastdusche."
du hast die wahl, hebst du es auf (im sinne von: 'packst du das leben an'), riskierst du, in den a**** gef**** zu werden, machst du es nicht, riskierst du verdroschen zu werden.
konsequenz: du ziehst den kürzeren, egal ob du aktiv oder passiv bist.
passt doch. ich habe gelacht.
grüße, slam-fan.
@ ramses: Dankedankedanke!, daß mich endlich einmal einer versteht! Normalerweise, wenn ich mit dem Thema anfange, krieg ich eins auf die Nase. So sicher wie das Amen im Gebet. Mindestens.
@anonym: Puuuh. Das ist zwar arg konstruiert (die Seife ist also so lange das Leben, wie ich sie entweder nicht oder gerade doch anpacke, was ja kein Zeitraum sondern ein Zeitpunkt sein kann. Und in dem Moment hört sie auf, das Leben zu sein, denn plötzlich hat mich das Leben (welches denn dann eigentlich?) am Arsch?), aber immerhin plausibel ;-)
ja benutzt denn eigentlich kein mensch duschgel?
(ich finde diese metapher oberhirnrissig. dabei gings einzig darum, allen anderen "das leben ist-metaphern" noch eins draufzusetzen. und das ist arm.)
Da fällt mir doch ein Gedicht von Robert Gernhardt ein:
Wie wenn da einer, und er hielte
ein frühgereiftes Kind, das schielte,
hoch in den Himmel und er bäte:
"Du hörst jetzt auf den Namen Käthe!"
Wär dieser nicht dem Elch vergleichbar,
der still im Sumpf und unerreichbar
nach Wurzeln, Halmen, Stauden sucht
und dabei dumpf den Tag verflucht,
an dem er dieser Erde Licht...
Nein, nicht vergleichbar? Na dann nicht.
Großartig.
Naja, ob sinnig oder unsinnig und vorallem ob gut, abgedroschen oder gar schlecht ist in solchen Fällen ja äußerst subjektiv.
Und wie sich aus den Kommentaren unschwer erkennen lässt, liegt die Bedeutung der Phrase offensichtlich auch "im Auge des Betrachtrers". Was für den Einen völlig klar macht für einen Anderen absolut keinen Sinn.
Ich weiß ja nicht wie man darauf kommt eine Metapher wörtlich zu nehmen... ist ja keine Bildzeitung die keinen Platz für eigene Gedanken und Interpretation lässt.
Ich habe nie den Anspruch, Recht zu haben, richtig zu liegen, Geschmacksrichter zu sein. Ich lasse mcih über Dinge aus, die mir auffallen und weiter gehts. Und wenn in einem Beitrag hundert Kommentare bescheinigen, ich hätte ja wohl einen an der Waffel, dann sei es eben so.
Aber zur Metapher: Wie soll ich sei denn sonst nehmen, wenn nicht bildlich? Mir ist bewusst, dass eine Sprache auf Metaphern aufgebaut ist, die man nicht mehr wörtlich oder auch nur übertragen gebraucht. Aber neue Metaphern sind doch dazu da, um etwas mit Worten zu verbildlichen? Natürlich im übertragenen Sinn.
Aber wenn ich "wie ein Ackergaul" schufte, heißt das, dass ich (Ackergaul) hart abrbeite (schufte).
Ansonsten gilt selbstverständlich: Die Geschmäcker sind frei.
Sollte keine persönliche Kritik sein sondern nur eine allgemeine Aussage zu einigen Kommentaren.
Abgesehen davon besteht auch wieder Unterschied zwischen Metapher und Vergleich.
Der Ackergaul visualisiert im Prinzip nur den Ausdruck des Schufftens um diesen zu verstärken, spricht aber Dir selbst oder der Arbeit keine neue Bedeutung zu... also in meinen Augen Vergleich, keine Metapher im eigentlichen Sinn.
der hier diskutierte satz ist ein vergleich und keine methapher. unschwer am wörtchen "wie" erkennbar. :)
nur eine minikleine Anmerkung ;)
Ich bin ja der letzte, der Klugscheißerkommentare verpönen würde. Aber die "Wie-Nummer" haut nicht ganz hin.
--> Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen
dürfte unschwer als Metapher durchgehen (oder?)
--> Die Suche nach X ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
ist hingegen keine Metapher - sondern ein Vergleich?
Das ist, ganz ummetaphorisch: Doch eher dünn.
Ist ebenfalls ein Vergleich, keine Metapher... und es stimmt, in den meißten Fällen erkennt man eine Analogie oder Symbol an dem simplen Wörtchen "wie", siehe:
-schufften wie ein Ackergaul
-wie die Nadel im Heuhaufen
-schön wie die Morgenröte
-gefühlskalt wie ein Eisblock
usw.
Metaphern äußern sich eher wie z.B.:
-Zeit ist Geld
-meine Gesundheit ist ruiniert/angeschlagen
oder "das bewegte Bild" als Metapher für Film,
um einfache Beispiele zu nennen
wobei noch anzumerken ist, die Aussage "Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen" ist eine Metapher für eine Sache unter tausenden die nicht auffindbar ist.
Die Suche nach X ist wie die Nadel im Heuhaufen ist wieder ein Vergleich. =)
"Das Leben ist wie ein Stück Seife auf dem Boden einer Knastdusche." Eine derbe Metapher... Wenn ich jenes Bild mit einem Pinselstrich ergänzen müsste, so dass dessen Bedeutung jedem klar wird, sähe dieser wie folgt aus: "Das Leben ist wie ein Stück Seife auf dem Boden einer Knastdusche. Die Kunst liegt darin, danach zu greifen, ohne in den ... gefickt zu werden."
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