Dienstag, Februar 05, 2008

Wo kann man die abwählen?

Wenn Wahlen sind, darf das Stadtbild verschandelt werden – versuchen Sie das mal, wenn Sie beispielsweise die Eröffnung eines Einkaufszentrums, den Termin eines Stadtteilfestes oder die Wiedergeburt eines Heilands Ihrer Wahl kommunizieren wollen. Da haben Sie das Ordnungsamt aber schneller am Hals als Sie „Sondergenehmigung“ sagen können.

Wilde Plakatierung ist schlimm, keine Frage. Aber in Wahlkampfzeiten grenzt es an Körperverletzung. Überall stolpert man über Gesichter, von denen man in der Regel mindestens 50 Prozent nicht sehen will. Weder im Rathaus noch sonstwo. Deshalb gibt es Menschen, die Wahlplakate zerreißen, beschmieren, überkleben, kurz: verschönern.

So weit, so gut. Aber anstatt dass die Parteien das einfach in der eigentlich angebrachten Demut hinnehmen und akzeptieren, schlägt die Politik mit der Arroganz des Werbetreibenden zu, der glaubt, sich Arroganz leisten zu können: Er verklagt diejenigen, die sich wehren. Grund: Sachbeschädigung.

Auf der Lächerlichkeitsskala ist das ungefähr in dem Bereich angesiedelt, wie der Spamversender, der gegen Spamfilter klagt. Nur sind die sich dessen wenigstens bewusst und lassen es halt bleiben. So weit ist die Politik noch nicht.

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