Donnerstag, November 29, 2007

Ich muss weg.

Und dann sitzt man morgens im Bus und der Typ neben einem fängt an zu heulen. Mit heulen meine ich übrigens: Heulen. So wolfsmäßig. Und dann fragt man sich wieder: Was machst du hier eigentlich?

Now playing: Tears for Fears - Mad World

Dienstag, November 27, 2007

Friss und/oder stirb!

Momentan, und dank unseres Ministers für Verbraucherschutz (ceterum censeo ich hab die nicht gewählt) auch noch etwas länger, muss auf Lebensmitteln zwar stehen, was drin ist, es wird aber nicht klar, was das bedeutet.

Kohlenhydrate? Sind doch gut! Lecker Energie! Und alles aus Fruchtzucker? Puh, gottseidank kein richtiger Zucker!

Aufklärungsarbeit leistet seit langem „Food-Watch“, seit einiger Zeit auch ganz webzwonullig via Weblog: „Abgespeist“. (Ob das jetzt eine flankierende Marketingaktion zur Veröffentlichung von Thilo Bodes neuem Buch ist, sei dahingestellt – man muss es ja nicht kaufen).

Verbraucherschutz regiert muss sein. Mit Bevormundung hat das nix zu tun.

Now playing: David Sylvian – Thoroughly lost to logic

Edit, bzw. Note to self: Dieses "regiert"-Dingens ganz schnell wieder abgewöhnen. Das ist ja furchtbar.

Donnerstag, November 22, 2007

Will noch jemand mein Freund sein?

Xing, Lokalisten, myspace, lastfm, Pownce, Vernetzung regiert, 5 Milliarden Drittkontakte; aber was hab ich davon? Geld. Sagt jedenfalls diese komische Website, auf der man sich ausrechnen lassen kann, was sein Netzwerk wert ist. Mach ich glatt. Auch wenn ich mir nicht viel davon verspreche:



Aber man kann ja nie wissen.

Und siehe da:



Mein Lastfm-Freund beschert mir also einen Network Value (sic!) von 1900 Euro. Das ist die Schätzung eines potenziellen Wertes, den ich innerhalb der nächsten 10 Jahre (10? Wieso ausgerechnet 10? Weil ich das bis dahin garantiert vergessen habe?)
„z. B. durch die Generierung von Aufträgen (...) und Gehaltserhöhungen“
kapitalisieren (sic! sick! so sick!) kann. Wie, das steht da nicht. Aber ich probier das gleich mal aus.

„Duhuu? Scheheff? Ich hab nen Freund im Internet. Krieg ich bitte mehr Geld?“

Ich bin schon ganz aufgeregt.

Now playing: Bobby Vinton – Mr Lonely

Dienstag, November 20, 2007

Glückwunsch auch.

Im Jahre 2007 werden in Hamburg Vierlinge 10 Jahre alt. Da kann man drüber berichten. Was man nicht kann, was heißt hier "kann"? Was man nicht sollte, ist, sich damit zu brüsten, man habe schon 1997 von der Geburt berichtet. Denn, liebe Mopo, wann auch sonst?



Now playing: Swearing at Motorists - Timing is everything

Mittwoch, November 14, 2007

Sätze für die Galerie.

Warum Politiker und Werber in der Regel in der Volkesgunst weit unten rangieren, kann ich beantworten: Weil das die beiden Berufsgruppen sind, die den größten Bullshit so formulieren können, dass er nicht mehr nach nur heißer Luft klingt. Während sich der Werber allerdings eines ordentlichen Bullshit-Vokabulars sicher sein kann, muss der Politiker sich mit Wortblasen helfen.

So mal wieder geschehen in der „persönlichen Erklärung zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung“ des SPD-Abgeordneten Christoph Strässer. Der stimmt nämlich dem Gesetzentwurf zu. Und zwar weil:
„(...) die Beschränkung (...) den dargestellten Paradigmenwechsel weniger unerträglich [machen].“
Das nenn ich mal genügsam. Sie machen es nicht erträglicher, sie lassen es im Gegenteil unerträglich, aber ich stimme trotzdem zu. Etwas unerträglichem. Und zwar weil weiter:
“davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird.“
Oder in anderen, klareren Worten: „Weil schon irgendwie alles gut wird, warum fragt ihr mich überhaupt?“

Update: Da war ich ja wieder viel zu spät. Geistert schon längst durch die halbe Blogosphäre. Aber warum kommt im Print nichts darüber? Und wie ich bei Stefan Niggemeier lesen durfte, hat auch der Eimsbüttler Kandidat Niels Annen diesen hilflosen Mist unterschrieben. Glückwunsch.

Now playing: The Clips – Can’t believe it

Montag, November 12, 2007

Werbung und Poker.

"Ich setze ein Produktbild."

"Gehe mit und erhöhe um das Logo."

"Das Logo ... und einen Textblogck dazu."

"Erhöhe um ein weiteres Bild."

"Halte ich und setz noch ein Angebot on top."

"Bin dabei und pack noch eine Händleradresse drauf."

"Okay ... die Adresse ... und noch eine, ach was, zwei, nee komm, was soll der Geiz: All in."



(Und vor dem Druck noch mal jemanden drüber kucken lassen, wäre auch nicht die schlechteste Idee. Irgendwas ist nämlich immer.)

Now playing: Ian James - Are you kidding?

Freitag, November 09, 2007

"Medium, Large, Grande"

Oder auch: "Medium, Tall, Large". Was soll das? Seh ich aus als hätte ich was im Auge? Liebe Kaffeeverkäufer. Ihr könnt Euch Eure Bechergrößen tausendmal schön schreiben. Ein kleiner Cappuccino bleibt ein kleiner Cappuccino.

Now playing: Queen - You don't fool me

Donnerstag, November 08, 2007

Hi Heel!

Name-Developing, wie die Namensentwicklung im wahren Leben eigentlich heißt, kann eine ziemlich anstrengende Sache sein. Man hat ein neues Produkt oder gar Unternehmen, häufig sogar eins, mit dem man was anfangen kann und soll dem Kind jetzt einen Namen geben.

Den darf es natürlich noch nicht geben. Und er muss gut klingen. Und er sollte etwas über das Produkt bzw. Unternehmen aussagen. Im Bereich Pharma darf er aber nix versprechen. Jedenfalls nicht „wirklich“. Und dann kommt so etwas dabei heraus:



Da hat aber jemand den schwarzen Gürtel in Phonetik.

Now playing: UB40 - Please don't make me cry

Dienstag, November 06, 2007

How low can you go?

Früher war alles Alessi. Wobei ich mit „früher“ die 80er meine und mit „alles“ das durchschnittliche Kücheninventar. Besteck, Wasserkocher, Kapselheber Flaschenöffner, Zuckerdose, Zitronenpresse, alles halt.

Wer zu alt für „Leonardo“ war, der musste sich Alessi kaufen. Das stand bis Mitte der 90er, und das wissen die wenigsten, sogar im Grundgesetz: Design hat von Alessi zu sein. Außerdem gibt es einen Fiat Panda von Alessi, es gibt natürlich Uhren von Alessi, es gibt sogar Pistolenhalfter von Alessi.

Man könnte also meinen, die Marke Alessi hätte es geschafft. Dann kamen irgendwann die Zacks und WMFs dieser Welt und haben ebenfalls angefangen, Gebrauchswerkzeuge zu designen. Mitunter sogar ziemlich ansehnlich. Und vor allem: Man sah dem Design nicht schon aus 12 Kilometer Entfernung an, von welcher Marke es stammte.

Bis dahin galt Alessi-Design als zeitlos. Mit der Zeit hat sich aber gezeigt, dass das Tinnef ist. Alessi ist 80er, zeitlos geht anders. „Na toll“, hat man sich bei Alessi gesagt, „wenn das alles so vergänglich ist, dann können wir unser Zeug ja gleich ins Klo schmeißen!“

Und da keine Idee zu blöd ist, um nicht verwirklicht zu werden, müssen Alessi-Fans jetzt ganz, ganz tapfer sein:



Now playing: Ella Fitzgerald – Things ain’t what they used to be

Donnerstag, November 01, 2007

Ich doch nicht!

Und plötzlich steht Darth Vader in der Tür. Er blickt an mir empor und piepst mir zu: „Süßes oder Saures!“ Dankbar dafür, immerhin die Wahl gehabt zu haben erfülle ich ihm den Wunsch (Notiz an mich: Zitronen sind aus, nachkaufen). Ich hätte ja gerne ein Foto gemacht, aber die begleitende Mutter hat misstrauisch abgelehnt. Sie wolle Bilder ihres Sohnes nicht irgendwann im Internet wiederfinden.

Als ob ich jemand wäre, der permanent alles ins Netz packen würde.

Now playing: John Williams - Imperial March