Donnerstag, Mai 31, 2007

"Fermented in a big ... metal thing."

Ich bin kein Freund des Superlativs. Aber ich glaube, nichts kann den Unterschied zwischen Bierwerbung und Bierwerbung so unglaublich deutlich machen, wie die Gegenüberstellung dieser beiden Spots. Beide Male die gleiche „Geschichte“. Beide Male – wie im Briefing immer schön gefordert – „Ingredients, Procedure & Taste“. Beide Male werden also im Prinzip das Reinheitsgebot und seine Folgen verfilmt. Das eine Mal ernst gemeint. Das andere Mal nicht.





Noch irgendwelche Fragen? Die Agentur von Carlton Draught ist übrigens George Patterson Y&R Melbourne.

Nachtrag 1: Im Briefing kann natürlich auch der andere Rotz stehen, den Marketer so gerne lesen: "Unsere Kernzielgruppe ist männlich, zwischen 20 und 45 Jahre alt, erfolgreich (kein Ellenbogentyp!), steht mitten im Leben und genießt gerne."

Bei Carlton Draught sieht der Seitenhieb dann so aus:



Nachtrag 2: Und wer glaubt, Bierwerbung müsse einfach Lust darauf machen, Bier zu trinken, der soll sich ruhig das hier nochmal zu Gemüte führen:



Oder das:



Now playing: Dennis Leary – Traditional Irish Drinking Song

Ein Hoch auf die Nahrungskette!

Gerade rege ich mich noch über die Blattläuse auf, schon taucht sie auf wie Kai aus der Kiste der Deus ex machina: Die Kavallerie! Ich wünsche guten Appetit.



Now playing: Paul McCartney – Live and let die

Mittwoch, Mai 30, 2007

Mandatories: Das Testergebnis hätten wir schon gerne thematisiert.

Spießer Alfons überrascht mit der Enthüllung, was passierte, wäre er Werbeleiter bei Audi.

Gott sei Doppeldank ist er es nicht. Denn sonst würden uns erstens seine wunderbaren Kolumnen entgehen und zweitens hätten wir eine langweilige „Wir-sind-die-Nummer-Eins-Kampagne“ mehr. Da reicht mir wirklich der an Originalität nicht zu überbietende Ansatz: “Testen Sie den Testsieger.“

Ich finde leider mein Motz-Notizbuch gerade nicht, aber darin steht, welche Spots derzeit mit diesem Gähn-Spruch im TV laufen – es sind vier oder fünf. Ohne Scheiß. Bzw: Mit. Deshalb: Spießer, bleib bei Deinen Leisten, das ist besser für alle (eher vielleicht: die meisten. Aber ich wollte keinen Reim riskieren).

Now playing: Martin Kofler - Glück gehabt

Dienstag, Mai 29, 2007

+++Terror-Twitter-Ticker+++ 16.49 Uhr

Lage kurz vor Eskalation. Chaoten zu Tausenden in zivilen Regenjacken in der Innenstadt unterwegs, Einsatz von Wasserwerfern vermutlich zwecklos. Erste Rufe nach Schäuble werden laut. Der lässt sich entschuldigen, er habe jede Menge E-Mails zu lesen.

Now playing: Brian Goodwin – Pretty good Idea

+++Terror-Twitter-Ticker+++ 14.48 Uhr

Nach Kaufhausbrand: Jubel nach erstem Fahndungserfolg nur kurz, Festgenommene Feuerzangen-Pole stellt sich als polnische Außenministerin heraus. Vertimmung auf der Außenminister-Konferenz. Das gibt ja wieder ne Presse morgen!

Now playing: Folk Implosion – Pole Position

+++Terror-Twitter-Ticker+++ 14.35 Uhr

Es regnet Bindfäden. Und damit wollt Ihr gegen die blutrünstigen Chaoten kämpfen? Lächerlich!

Now playing: Detroit Jr. - Less Violence, more Love

+++Terror-Twitter-Ticker+++ 14.18 Uhr

Feuer im Kaufhaus - DENKT IHR EUCH AUCH MAL WAS NEUES AUS?



Now playing: Audioslave - Original Fire

Liebe Grüninnen und Grüne,

ich wähle Euch ja ganz gerne, frage mich nur immer wieder: Warum macht Ihr es mir denn so schwer? Eigentlich habt Ihr Euch doch auf die Flaggen geschrieben, die Gleichberechtigungin der GeschlechterInnen voranzutreiben. Muss ich Euch daran erinnern, dass es derer zwei gibt? Mit dem/der fast schon zwanghaft zu nennenden, nun ja, Zwang/Zwängin, bei wirklich jeder Gelegenheitin auf TeufelIn komm raus auch die feminine Formin anzubringen (drauf geschissen, ob sie existiert oder nicht) tretet Ihr mir in letzter Zeitin die Sprachin ein klein wenig zu sehr mit Füßinnen und Füßen:



Eine Binnenmajuskel macht jedenfalls noch keine feminine Form. Eine MigrantIn ist eine Migrantin mit Tippfehler, mehr nicht. Was Ihr sagen wollt, ist: Migrantinnen und Migranten. Dass das wegen schwerer Unlogik einigermaßen bescheuert klingt, ist Euch ja selbst aufgefallen (mit gutem Willen meinerseits – wahrscheinlich hat es einfach nicht aufs Plakat gepasst). Warum belasst Ihr es dann nicht einfach beim beide Geschlechter umfassenden Begriff „Migranten“? Warum strapaziert Ihr an einem schönen Samstag Nachmitag derart meine Nervinnen und Nerven?

Wobei: Meine Genervtheit kann natürlich auch an den anderen Grünen gelegen haben, die mich am Geldausgeben hindern wollten.



Nicht geschafft.



Now playing: The Kinks - Village Green

Jetzt bald kurz für 6 Monate.

Zeit ist für den Werber und seinen Kunden relativ. Hat man Zeugs konzipiert und produziert, muss man es ja auch irgendwie unters Volk bringen. In einer Woche ist das selten zu erledigen. Ein Buchladen in der Grindelallee macht das nicht schlecht: Seit Jahren (!) hängen die Schaufenster voller Plakate: Alles muss raus. Das suggeriert natürlich: Räumungsverkauf! Alles superbillig! Sagt aber nur, was jeder Ladenbesitzer eh denkt: Alles muss raus.

Telekommunikationsfirmen machen das ähnlich. „Aktionen“ wie die Erlassung dubioser „Anschlussgebühren“ etc. laufen immer bis zu einem bestimmten Termin. Ist er abgelaufen, wird ein neuer Stichtag gesetzt – und niemand bekommt es mit. Außer natürlich diejenigen, die sich gefreut haben, gerade noch im Aktionszeitraum einen Vertrag abgeschlossen zu haben. Die sind zwar sauer, aber die hat man eh für zwei Jahre im Boot und bis der Vertrag ausläuft, haben die alles wieder vergessen.

Mich wundert, dass das funktioniert. Ich hab schon als kleines Kind nicht begriffen, warum die sich in der Wüstenrotwerbung immer so beeilen, wenn der Wüstenrot-Tag vor der Tür stand. Immerhin gab es den jeden Monat. Warum also die Hetzerei?

Glorreiche Ausnahme: McDonalds im Spot mit der Klum für dieses Chicken-Zeugs. Störertext: Jetzt und für länger. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass so was den meisten Leuten wirklich auffällt, möchte ich hier bitte dringend an einen gelungenen ironischen Seitenhieb von Heye & Partner glauben dürfen.

Albern wird die Zeitverschiebung erst recht, wenn der Texter gezwungen wird, sich so zu winden, dass der Aktionszeitraum „aktionistisch“ (Sprich: Mit einem „jetzt“) beworben wird und trotzdem noch die Ursprungsstrategie (den tatsächlichen Aktionszeitraum) widerspiegelt. Das sieht dann nämlich so aus:



Iglo, merken: Entweder "Jetzt" oder "nur für kurze Zeit" oder "Frühjahr/Sommer". Alles zusammen ist Schwachsinn.

Oder ist das eine Anspielung auf die Klimakatastrophe? Dass der Herbst dieses Jahr schon im Sommer anfängt? Man weiß es nicht.

Now playing: Nico - Fairest of all Seasons

Freitag, Mai 25, 2007

Wie doof ist Deutschland?

“Ich versichere Ihnen, dass Sie aus dieser Sendung deutlich klüger rausgehen, als Sie reingegangen sind.“ – Johannes B. Kerner
Früher wäre man für so einen Spruch vom Hof gejagt worden, heute bekommt man Beifall vom tumben Adressaten. Ist es eigentlich normal, dass der Moderator einer überflüssigen Rateshow à la „Wie schlau ist Deutschland“ erstmal sein Publikum beleidigt? Gut, eigentlich nur fair, denn so weiß man von Anfang an, was der Kerl von seinen Zuschauern hält. Kann natürlich nicht schaden, das von Zeit zu Zeit zu untermauern:
“77% wussten, dass Mineralwässer der korrekte Plural von Mineralwasser ist? Das ist ja kaum zu glauben!“
Ja, ja, ich hab den Mund auch minutenlang nicht zugekriegt.

Und wie viele Leute sind wohl „deutlich klüger“ geworden, nachdem Professor Kerner Carmen Nebels Diktat „korrigiert“ hat?

Lieber Herr Kerner, nach neuer Rechtschreibung darf der Bindestrich weggelassen werden, wenn drei gleiche Vokale (oder Konsonanten) aufeinander treffen. Das hat Frau Nebel schon ganz richtig gemacht, als Sie ihr (und wie vielen Zuschauern?) verklickern wollten, beim „Zoo-Orchester“ müsse er entfallen um Gruseliges wie „Zooorchester“ entstehen zu lassen.

Wie schlau Deutschland ist, konnte mir die Sendung übrigens nicht beantworten. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass die Leute, die blöd genug waren, permanent gebührenpflichtige Hotlines anzurufen, immerhin zu 53% richtig lagen. Und das bei Multiple-Choice-Aufgaben.

Alder ich schwör: Den nächsten, der mir mit dem Buzz-Wort „Wissensgesellschaft“ kommt, bewerfe ich mit Büchern. Und um abschließend wenigstens ein vernünftiges Zitat unterzubringen:
“Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind.“ – Theodor W. Adorno
Amen.

Now playing: Pet Shop Boys – I’m with stupid

Donnerstag, Mai 24, 2007

Mit Soldaten werben? Ich doch nicht.

Mit Soldaten wirbt man nicht. Sixt und Jung von Matt sehen das anders, sei's drum. Passend jedenfalls zur aktuellen Debatte habe ich einfach mal fix ein kleines Filmchen für das Blindtext-Blog produziert.

Now playing: Roxette - Crash Boom Bang

Mittwoch, Mai 23, 2007

Freitagstexter - der Gewinner

Ladies and Gentlemen, quite please. Der Gewinnerbeitrag des aktuellen Freitagstexters lautet
„Amok laufen sei Achtziger, hatte der junge Schalker gesagt.“
von der Weltregierung, die sich damit die Ehre erkämpft hat, am nächsten Freitag den Gastgeber zu spielen.

Ich bedanke mich, auch für die Beiträge, deren Sinn ich mir erst ergooglen musste. Dümmer wird man dadurch ja nicht.

Now playing: Hot Chocolate – Everyone’s a winner

Dienstag, Mai 22, 2007

Aphidina-Arschlöcher.

Was sich Satan der Liebe Gott bei der Erschaffung der Blattlaus gedacht hat, bleibt mir ein Rätsel. Entweder war er stoned oder er wollte einfach mal sehen, wie lange die Forschung 280 Millionen Jahre später brauchen würde, um in ihr den „Missing Link“ zwischen Torf und Neocons zu erkennen.

Jedenfalls bemächtigt sich gerade ein Vernichtungswille meiner sonst so reinen Seele, der selbst Darth Vader neidisch werden ließe. Bis heute morgen war ich drauf und dran, mich im Fachhandel mit geeigneten Massenvernichtungswaffen einzudecken und eventuellen Kokolores wie „bienenfeindlich“ in der Schublade „Kollateralschaden“ verstauben zu lassen.

Und was ist? Ausgerechnet die Mopo weist ausgerechnet in ihrer Technik-Beilage „Diga-Trend“ auf Weblinks zum Thema Blattlaus-Pest hin. Jetzt weiß ich immerhin, dass ich Marienkillerkäfer brauche, um meinen Vernichtungsfeldzug politisch biologisch korrekt durchzuführen. Allein, ich habe keine Marienkäfer. Alles was ich habe, ist dubioses Viehzeug wie das hier:



Freund oder Feind? Ich behalte Dich im Auge! Bis dahin werde ich mich wohl damit begnügen müssen, meinen neuen Freunden mit selbstgemachtem Teufelszeug zu Leibe zu rücken. Am sympathischsten finde ich bisher die Idee, die Viecher mit Brennnesselsud zu massakrieren. Ich brauch nur noch die passende musikalische Untermalung. Irgendwas Klassisches. Weihnachtsoratorium vielleicht. Jauchzet, frohlocket und so.

Now playing: Tudor Consort – Tibi laus, tibi gloria

Freitag, Mai 18, 2007

Freitagstexter

Hier gewonnen, hier geht’s weiter: Ein neuer Freitagstexter mit alten Regeln: Gesucht wird eine Zeile oder ein Text zu unten stehendem Bild, der Gewinner trägt den nächsten Freitagstexter in
seinem Blog aus. (Bild entfernt)

Der Gewinnerbeitrag wird wie immer am Mittwoch gekürt, mitmachen können deshalb auch Brückentag-Weicheier.

now playing: Bobby Vinton - Mr Lonely

Donnerstag, Mai 10, 2007

Stockschwerenot 2.0

Und wieder so ein Nerd Technik-Fragebogen, diesmal total zwonullig, diesmal von ihr weitergeleitet.

Nutzt Du Social Bookmarking/Networking Seiten wie Digg, Yigg, Mister Wong oder Del.Icio.Us?

Sollte ich mich jemals bei Diensten anmelden bzw. Dienste nutzen, die sich „Digg“, „Yigg“, „Trick“ oder „Track“ nennen, dann ist mit meinem Sprachkompass etwas so furchtbares passiert, mag man gar nicht drüber nachdenken.

Schaust Du Dir Videos bei Videoportalen wie YouTube, Sevenload oder DailyMotion an? Wenn ja, was für Videos guckst Du Dir meistens an?

Kurioserweise ist es bei diesen Videoportalen ja nun so, dass – im Gegensatz zum TV – die Werbung das eigentlich sehenswerte ist. Deshalb kuck ich bei youtube eigentlich nur Werbung. Der ganze User-Generated-Content ist jedenfalls zu exakt 99,9% überflüssiger Quatsch, der einen auch mal die Klappe halten lässt, wenn man im Meeting gerade zu einem beherzten: „Der Verbraucher ist gar nicht so doof, wie ihr alle denkt“ ansetzen will.

Ganz großartig übrigens ist das hier:



Von dem hier.

Kennst bzw. nutzt Du Flickr?

Ja. Wenn das mit dem Bilderhochladen hier wieder nicht klappt. Dann vergesse ich irgendwann mein Passwort und dann ist es auch wieder egal.

Was hältst Du von Diensten wie Twitter oder Frazr?

Beschäftigungstherapie für Leute, die absolut gar nichts zu tun haben. Jetzt können sie es wenigstens alle 30 Sekunden ins Netz rotzen. Nicht falsch verstehen. Ich finde es großartig, dass es so was gibt! Ich finde es schließlich auch großartig, wenn man einem nölenden und nervigem Kind irgendwas in die Hand drücken kann und erstmal eine halbe Stunde Ruhe hat.

Wie viele RSS-Feeds hast Du abonniert?

Gar keinen.

Liest Du die alle täglich?

Ja.

In wie vielen Weblogs bloggst Du? (Eigene oder Mitautor)

Nur in einem. Aber das wird sich irgendwann auch wieder ändern (doch, wirklich).

Kommentierst Du in anderen Blogs? Wenn ja was?

Ja, ich kommentiere. Und was? Nun, meistens Blogeinträge oder andere Kommentare.

Wer ist Dein persönlicher "Blog-König von Deutschland"?

Wenn, dann wohl eher „Königin“. Das schönste Blog jedenfalls, das meiner Meinung nach auf konstant großartigem Niveau geschrieben wird – sprachlich wie inhaltlich –, ist das Blog Kein Einzelfall, das anscheinend demnächst auch wieder zum Leben erweckt wird.

Gehört Weblogs Deiner Meinung nach die Zukunft oder sind sie nur ein vorübergehender Hype?

Gibt es vielleicht auch noch was dazwischen?

Wird es Dein Blog / Deine Blogs dann auch noch geben?

Wann „dann“? Im Zweifelsfall: Ja.

Now playing: Doris Day – Que séra, séra

Wer mag, mag sich bedienen.

Jetzt aber mal ganz scharf nachdenken.

Die Mopo findet heute heraus, dass an der Silhouette von Hermine Granger aka Emma Watson an exponierter Stelle ein wenig, nun ja, geschummelt wurde. Das mag stimmen oder nicht, ich weiß es nicht. Allerdings fügen die Vermuter von der Mopo im letzten Satz hinzu:
“Warum die Macher Emma Watsons Dekolleté schwellen ließen, ist unbekannt.“
Tja, wie erkläre ich Euch Unschuldslämmern im Rosa-Regenbogen-Land das jetzt am besten?

Now playing: Die Ärzte – Männer sind Schweine

Mittwoch, Mai 09, 2007

Die Phonetik-Falle.

Bei der Namenssuche gibt es viele Stolpersteine. Der beliebteste und am einfachsten zu treffende ist natürlich nach wie vor der Denglisch-Stolperstein, der uns vom Lächeln bis zur Sorgenfalte schon so manches beschert hat. Mein bisheriger Favorit ist immer noch der „böse Laden“, aber die Skala ist nach unten offen, da geht noch was.



Technisch anspruchsvoller ist da auf jeden Fall der Phonetik-Stolperstein. Da Bedarf es entweder eines Stunden über Stunden brütenden Kenners – oder einfach eines blöden Zufalls. Dann kann es nämlich passieren, dass man ein Haarpflegemittel auf dem deutschen Markt einführt, das mal eben „Glaze“ heißt:



Bietet jemand mehr?

Now playing: Frank Sinatra – Send in the clowns

Dienstag, Mai 08, 2007

Ein beherzter Griff zum Duden befreit von kafkaesker Befangenheit.

Hoffentlich eher selten als häufig findet man sich in Situationen wieder, in denen ein Scherz gemacht wird, der offensichtlich alle Qualitäten mit sich bringt, die ein gelungener Scherz mitzubringen in der Lage ist, nur kann man das in eben dieser blöden Situation nicht beurteilen, denn man ist dummerweise der einzige, der nach vollendeter Pointe anstatt zu lachen in ein diffuses Unwohlsein verfällt. Man hat den Witz nicht verstanden.

Wenn man viel mit Juristen rumhängt, passiert das andauernd, denn Juristen-Pointen gehen fast immer so oder so ähnlich: „... und sagt: Wofür gibt es schließlich Schöffen?“ Brüllendes Gelächter seitens der Mitjuristen stellt sich ein, nur die Werber, Architekten oder Lehrer schauen bedröppelt aus der Wäsche und sich fragend an.

Das soll natürlich nicht heißen, dass Juristen jeden Witz verstünden, den man ihnen erzählt. Allerdings munkelt man, dass Juristen mitunter weniger Hemmungen haben, ihr Nichtverstehen öffentlich zu zeigen und die Hürde mehr oder weniger elegant zu nehmen.

So wie Guido letztens, als er auf Sat 1 „News & Stories“ gesehen hat und ums Verrecken nicht verstanden hat, was um alles in der Welt an dem Witz
“Was bestellen romanische Dichter beim Italiener?

Pizza Kanzone"

*muahahahahaha*
so witzig sein soll. Ohne Scheu und Scham zum Duden gegriffen und schon konnte auch Guido herzlich lachen:



Now playing: Queen - Under Pressure

Montag, Mai 07, 2007

Der Nerd-Fragebogen jetzt auch im Blindtext-Blog

German Psycho schlägt um sich und will es wissen. Nun denn:

Welches war Deine erste „echte” PC-Hardware?

Keine Ahnung. Ist mit der Frage gemeint, was mein erster Rechner war? Wäre es ein Mac gewesen, könnte ich ihn beim Namen nennen. PCs haben aber keine Namen. Was ich übrigens nie begriffen habe. Vor allem aus Marketingsicht. Die Computerhersteller können heilfroh sein, dass ständig jeder einen neuen Rechner braucht. Wer würde denn sonst Sachen kaufen, die nur irgendwelche Zahlen als Bezeichnung haben? Mein erster Rechner war jedenfalls ein 486er mit 600 MB Festplatte und 8 MB Arbeitsspeicher. War der Hammer, damals.

Deine erste Anwendung, welche Du benutzt hast?

Keine Ahnung. Wenn Word eine Anwendung ist, dann wohl Word.

Dein erstes Spiel?



Hattest Du von Anfang an Spaß an der Materie?

Daddeln hat schon immer gerockt. Auch wenn ich Doom und Duke Nukem 3 D nur im God-Mode geschafft hab. Wie man mit Rechnern ansonsten „Spaß“ haben kann, hat sich mir nie so recht erschließen wollen: „Boah ey, super Quellcode.“ Oder: „Hammerscript, der hat’s voll drauf.“ Geht’s denn noch?

Seit wann bist Du online, und mit welchem Anbieter?

Ich bin überhaupt nicht online. Ich hab noch nicht einmal einen Rechner zu Hause. Dafür aber einen AOL-Account. Für den ich jeden Monat 4 Euro nochwas zahle. Weiß jemand, wie man den kündigt?

Als ich mich bei AOL angemeldet habe, wurde mir übrigens von den ganzen Nerds da draußen gesagt, dass ein AOL-Account eigentlich an Uncoolness nicht mehr zu unterbieten ist. In so einer Situation muss man es auch erstmal schaffen, ernst zu bleiben. Wir reden hier schließlich von den Kollegen, die schon E-Mailadressen hatten als es noch gar keine E-Mails gab und die immer hack2000_x_2024kbu@dtat-2025alpha.com oder so lauteten.

Kein Mensch konnte sich die merken und alle zwei Monate gab es ne neue, weil der „Indie-Account“ wieder den Bach runtergegangen ist. Ich glaube, aus den „coolen“ Nerd-E-Mailadressen von damals sind irgendwann die Spams von heute geworden. Der Inhalt hat sich nämlich auch nicht wesentlich verändert.

Now playing: Passo Doble - Computerliebe

PS: Wer mag, mag sich bedienen.

Latenight-Comedy auf Sat1.

Gestern bin ich aus Versehen im Spätprogramm bei Sat1 hängen geblieben. Und zwar bei einer sehr skurrilen Sendung namens "News & Stories". Das soll wohl so eine Art ernsthafte Kultur-Sendung sein, allerdings habe ich mich relativ schnell bestens unterhalten gefühlt. Das war schon dicht an Loriot. Ein Altphilologe unterhält sich mit einem Moderator über Ovid:
Moderator: "Herr Professor, wenn Sie jemandem, der noch nie von Ovid gehört hat, zum Beispiel einem Außerirdischen, erklären müssten, wer das war, wie würden Sie das machen?"

Professor: "Nun, ich könnte zunächst einmal voraussetzen, dass er weiß, dass Ovid ein römischer Dichter war."
Wer kann nach so einem Einstieg schon wegschalten? Leider bleib mir der Moderator (der übrigens den Großteil seiner Fragen so formuliert hat, dass der Professor nur noch mit "ja, genau" antworten konnte) die Erklärung schuldig, wie Orvid 1500 Jahre vor Macchiavelli eine "macchiavelistische Beschreibung der Liebe" hat abliefern können.

Now playing: Farin Urlaub - Alle Fragen dieser Welt

Freitag, Mai 04, 2007

Werber inne Pupse oder: Bild und der Galãostrich.

Das Schanzenviertel in Hamburg ist eines der großartigsten Viertel der Stadt. Nirgendwo sonst wurde die Bockigkeit derart zum Konzept erhoben, wie hier.



Die Schanze ist bekannt für ihre Mischung aus Randalen und Laissez Faire, in der Schanze wohnen überdurchschnittlich viele Menschen, die den Werber gerne zum Teufel jagen würden, was zur Folge hatte, dass ab Anfang der 90er immer mehr Werber in die Schanze zogen.

Nicht aus Rache um den Mietspiegel anzuheben, wie man meinen könnte, sondern eben aus diesem dem Werber ureigenen Drang, irgendwie in einem „crazy“ Umfeld zu leben, wenn er sich schon den ganzen lieben langen Tag damit beschäftigen muss, Kekse und Scheuermilch zu verkaufen.

Die Bezeichnung „Galãostrich“ nimmt er als Kompliment, weist sie ihn doch als trendy Trendsetter aus. Die Kneipe, an deren Wand irgendein Mensch in (mutmaßlich) Tarnhosen und (mutmaßlich) Kapuzenpulli den hübschen Satz „Werber inne Pupse“ geschrieben hat, macht er zu seinem Stammladen und nennt ihn ab sofort „Pupse“, ohne sich je an den tatsächlichen Namen zu erinnern.

Verständlich. Nirgendwo lässt es sich – gerade im Sommer – so gut, so lange und so entspannt feiern, so gut so lange so entspannt feiern, wie in der Schanze. Die Schanze ist Hochburg der Linken, Hochburg der Werber, Hochburg des Multikulti, die Schanze ist sehr viel und für jeden etwas anderes. Nur eins, liebe BILD, ist die Schanze nun aber so was von gar nicht: Eure.



Verzieht Euch bloß nach Berlin, Medienstandort Hamburg hin oder her. Wir helfen auch gerne beim Packen

Now playing: Die Ärzte - Protestsong

Mittwoch, Mai 02, 2007

MfG BMW

Aus der Serie "coole Nummernschilder" sehen Sie heute die souveräne Antwort auf blöde Auto-Aufkleber à la You may be faster but I'm ahead of you:



Und aus der wesentlich ergiebigeren Serie "blöde Plakate für auf Grammatik scheißen" können wir Ihnen heute folgendes Motiv präsentieren: Für erst stinken und dann noch rumnölen



Now playing: Kettcar - Volle Distanz