Dienstag, Dezember 04, 2007

Achtung, Tür!

Ich möchte bitte, dass die Hirnforschung sofort entscheidende Fortschritte macht, damit sie mir erklären kann, wie es zu solchen Schildern kommt:



Überhaupt ein Tag mit Erklärungsbedarf: In der mopo motzt heute nämlich ein Leser völlig zu Recht, es könne ja wohl nicht angehen, dass eine Formulierung wie „Bruce Springsteen rockt das Stadion“ den Weg in die Zeitung findet. Das findet im Prinzip auch der zuständige Herr aus der Chefredaktion und argumentiert dann überraschend flexibel, dass die Mopo versucht, die nachweislich vor allem jüngeren Leser
"in deren Sprache mitzunehmen“
denn
„nicht mal jeder zweite Teenager liest heute noch Zeitung“
und deshalb
„brauchen Blattmacher den Draht zur Jugend. Unsere Mopop-Redaktion weiß, wie sie tickt – und wie sie spricht.“
Das ist ja alles schön und gut, aber, liebe Mopo, wenn Du die Teenager im Blick hast, erklär mir doch mal bitte eins: Bruce Springsteen?

Now playing: Muddy Waters - Too young to know

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Also, das mit der Tür ist so gemeint: Da diese, wie man hier erkennen kann, nach außen aufgeht (in Richtung des Schild-Lesenden), und manchmal ganz plötzlich Leute rauskommen, kriegen viele Leute die Tür voll ins Gesicht.

Fazit: Schild eine gute Idee.
Aber: Schlecht ausgewählte Line.

ramses101 hat gesagt…

Dann müsste so ein Schild aber an jeder Tür hängen, denn Türen haben tatsächlich die Angewohnheit, aufzugehen.

Außerdem besteht so ja erst recht die Gefahr, das Ding vor den Latz zu bekommen. Ich hätte mich ja ohne das Schild nie und nimmer vor die Tür gestellt, um das Foto zu machen ;-)

Anonym hat gesagt…

Vielleicht ist der Ladeninhaber ein schadenfroher Sadist... so würde das dann einen Sinn machen.

alles hat gesagt…

meine theorie ist: wir haben es hier mit einem extrem sorgfältigen menschen zu tun, der aus einem dummen zufall (baselig vor die geschlossene tür gerannt) zwänglich strukturiert ein angstscenario mit tendenz zur regelmäßigkeit phantasiert hat. dieses türschild ist ferner extrem sorgfältig gemalt. mit einem dünnen, schwarzen filzstift. mit rand zuerst und dann ausmalen und so. von jemandem, der darüberhinaus mit dem malen dicker buchstaben mit dünnem filzstift nicht sonderlich vertraut ist. dieser mensch hatte darüberhinaus zeit. zeit zum besorgtsein und zeit zum malen. wahrscheinlich passiert in seinem leben nicht so besonders viel. hätte ich nun einen harry und einen wagen, ich würde einen ungleich berühmteren satz mit "fahr schonmal" drin sagen.

schönen mittwoch!

ihr alles.

Joshuatree hat gesagt…

Ich schätze, es wurde bereits jemand vor diese Tür gesetzt oder bekam sie absichtlich oder unabsichtlich an den Kopf, was zu betrieblichen Fehlzeiten führte.

Ich finde das reicht für eine Warnung.

Eisbär hat gesagt…

Ach, herrlich! Ist das die Tür vom Kiosk beim Jungfernstieg? Wie oft stand ich schon wartend dort und hab mich dann an dem Schild erfreut... Hätte nicht gedacht, daß es noch Jemandem so geht.

Danke.

ramses101 hat gesagt…

@Eisbär: Jou, Jungfernstieg.

PS: Neue Theorie: Das fehlende Komma fehlt gar nicht. Das heißt, es ist keine Warnung vor der Tür. Sondern eine Warnung AN die Tür. "Achtung Tür! Mach das noch mal und ich schlag dich Krankenhaus!"