Dienstag, Oktober 09, 2007

Typisch deutsch.

Jammern, jammern, jammern.


Mehr bekommt ihr von mir trotzdem nicht! Außerdem typisch deutsch: Seinen Unmut durch demonstratives langsames Kopfschütteln auszudrücken. Häufig zu beobachten an Bushaltestellen, wennn nach nicht minder demonstrativ ausschweifender Handbewegung und einem Blick auf die Uhr klar wird, dass der Bus schon 12 Sekunden Verspätung hat.

Noch häufiger zu beobachten am Bahnsteig nach der Durchsage, der ICE 6525 nach Kleinkleckersdorf habe 5 Minuten Verspätung. Dort wird das Kopfschütteln übrigens häufig begleitet von einem jetzt aber wirklich demonstrativen Aufstöhnen, parallel dazu suchen die Augen in der Regel nach Leidensgenossen, die sich durch die gleiche eigentlich Heiterkeit auslösende Kopfverrenkung zu erkennen geben.

Vor allem anderen typisch deutsch ist es aber, permanent über die schlechte Werbung zu meckern, nur um dann in einer Studie geradezu darum zu betteln! Anderererseits, Statistik für Anfänger: Wenn 45% angeben, von einer Preisnennung in ihrer Kaufentscheidung beeinflusst werden zu können, was sagt das über die Kaufentscheidung aus? Genau. Nada, nix, niente. Kauft er deshalb? Oder gerade nicht? Man weiß es nicht genau. Aber Studien sind super!

Now playing: Hank Shizzoe - Don't bore me, man

Kommentare:

500beine hat gesagt…

Neben dem gut beobachteten betont laaangsamen Kopfschütteln ist an wenig angefahrenen Bushaltestellen auch immer öfters schlimmes Headbangen zu beoachten, wenn aus dem ipod Batterieflüssigkeit in den Schädel ausläuft, gut, das ist jetzt was anderes.

ich mein ja nur.

Anonym hat gesagt…

Da wurde festgestellt, dass es einen Unterschied zwischen Hard-Selling und Imagewerbung gibt. Hätte ich echt nicht gedacht. Wie viel diese Erkenntnis wohl gekostet hat?

ramses101 hat gesagt…

@500beine: Keine Ahnung, als ich das letzte Mal an einer solchen Haltestelle stand, gab es noch keien iPods. Und nen Walkman hatten damals nur popper. Also kein Headbangen.

@anonym: Das kommt ja noch dazu. Ich warte schon auf die nächste Bahn brechende Studie, die uns mit unbequemen Wahrheiten à la "zwar schmecken Zitronen deutlich mehr nach Zitrone, aber im Apfelgeschmack sehen 68% den Apfel deutlich vorne (an 100% fehlende Angaben: Weiß nich).

Don hat gesagt…

Da die Studie laut Artikel von Studenten durchgeführt wurde, hat sie wohl nichts gekostet. Dass das Ergebnis nichts wert ist liegt wohl daran, dass der Dozent ein Thema vorgegeben hat, bei dem er gleich an dem Ergebnis sehen kann, ob die sauber gearbeitet haben. (Ich vermute nächstes Semester stellt er ein Thema wie: Beeinflusst die unfreiwillige Zerstörung von Eigentum die Motivation für einen Neukauf.)

Fraglich bleibt, warum das eine Meldung wert ist.

eigenart hat gesagt…

Herr Ramses, wir sollten ein Marketing-Watchblog eröffnen!

Und da die Herren "Waldorf und Statler" namentlich schon an seltsam bloggende Gesellen vergeben sind, würde ich vorschlagen, wir nennen das Ganze:
Die Mafo-Show

ramses101 hat gesagt…

@Don: Kommt drauf an. Wenn das nur ne Semesterarbeit oder sowas war, dann stellt sich nämlich tatsächlich die Frage nach dem Nachrichtenwert. Und eigentlich ist eine Hochschule, wobei das für die BAW vielleicht nur bedingt gilt, nicht nur in der Lehre sondern auch in der Forschung unterwegs.

Aber dieses Hochziehen am Offensichtlichen ist in Werbung und Marketing eigentlich normal. Ich errinnere nur an den Ami, der die unglaubliche Erkenntnis als "neu" verkaufen wollte, man müsse den Kunden nur dazu bringen, das Produkt zu lieben, dann würde er auch darüber reden. Heureka.

Vor ein paar Tagen hatte ich übrigens das Ergebnis einer weiteren Studie auf dem Schreibtisch das da lautete: Modeanzeigen können in den wenigsten Fällen der richtigen Marke zugeordnet werden. Höre ich jemanden überrascht "Huch" rufen?

@eigenart: Mafo-Show gefällt mir. Aber noch ein Blog aufmachen? Meinen Sie nicht, dass Sie Ihre Schizophrenie momentan zur Genüge ausleben? (Von unserer will ich gar nicht anfangen)

eigenart hat gesagt…

Wen von mir meinen Sie denn jetzt?

Wir müssen weg.

Eichhörnchen!