Montag, September 10, 2007

Nachtschicht.

Ohne Input kein Output. So einfach ist es nun mal, deshalb muss man sich als Geistesarbeiter immer wieder selber füttern, sonst erwischt man sich am Ende noch dabei, im ersten Schwung Dinge abzuliefern, die der Kunde auf Anhieb versteht.

Und das geht natürlich nicht. Input holt man sich aber bekanntlich nicht aus dem Fernsehen. Sondern aus dem Theater, zum Beispiel (eigentlich von überall her, außer eben dem Fernsehen). Da kam mir die Hamburger Theaternacht gerade recht. Wer übrigens gleich zu den blöden Witzen will, kann jetzt ganz nach unten scrollen.

Natürlich begibt man sich in Hamburg, wenn man schon die Möglichkeit dazu hat, aufs Schiff, um stilecht von A nach B zu kommen. Leider hat das meinen Zeitplan ein klein wenig auseinandergenommen, denn die angekündigten Abfahrtszeiten vom Jungfernstieg – alle 20 Minuten – entpuppten sich schnell als äußerst optimistische Schätzwerte. Davon, dass natürlich ganz Hamburg mit auf die Alsterfähren wollte, ganz zu schweigen.

Nach zwei Fähren ohne mich ging es dann aber los. Und zwar wie sich das gehört und mit musikalischer Begleitung.



Blöderweise, aber mittlerweile nicht sonderlich überraschend, hat die Tour dann doch länger gedauert als angekündigt, und wenn schon sonst nichts, wollte ich unbedingt pünktlich um 23.00 im Winterhuder Fährhaus Salut Salon sehen. Also runter von der Fähre und weiter mit dem Bus. Die Nummerierung der Sonderlinie hätte vertrauenswürdiger nicht ausfallen können, trotzdem hat es irgendwie geklappt.



Ich hätte sogar noch Zeit gehabt, denn die Jazz-Fuzzis haben natürlich überzogen, was wäre denn am Jazz noch Jazz, hielte man sich an so alberne Konventionen wie die-anderen-wollen-vielleicht-auch-mal?

Salut Salon selber hatte ich seit Ewigkeiten auf dem Zettel, aber immer kam irgendwas dazwischen. Am Samstag nicht und es hat sich absolut gelohnt. Nächstes Mal gerne wieder und gerne länger. Das Bild soll übrigens nicht künstlerisch wertvoll oder sonst was sein, ich hab mich nur nicht getraut, in der ersten Reihe ein Blitzlichtgewitter zu starten.



Danach ging es zwar noch weiter mit der Theaternacht, aber mir hat der Wein nicht gefallen und Radeberger trink ich nicht, also ab nach Hause. Nicht, ohne gute Tipps vom Hamburger Verkehrsverbund zu bekommen, die einem das Überleben im Großstadtdschungel leichter machen:



Oder dezente Hinweise darauf, dass es durchaus genussverstärkend sein kann, wenn man endlich einsieht, dass sich unsere Kultur mittlerweile auf einer Stufe befindet, auf der man sich nicht mehr mit fettigen Fingern arrangieren muss:



Gegenüber der Haltestelle gibt es übrigens einen Möbelladen, der früher nicht da war. Früher war da eine Disko namens „Atisha“, die für Eppendorfer Verhältnisse erstaunlich prollig war. Da gab es, als ich noch U-30 war, regelmäßige Ü-30-Partys. Früher haben wir das „Reste ficken“ genannt. Wie man das heute nennt, weiß ich nicht. Hoffentlich anders.

Now playing: Greenhaus – Not In My Name

Kommentare:

Ninifaye hat gesagt…

"Reste ficken". Immer noch.
Auch schon auf Ü27-Parties.

ramses101 hat gesagt…

Wie gemein und diskriminierend ^^

alles hat gesagt…

ich will auch errorbus fahren!

Monsieur Porneaux hat gesagt…

"Sackhüpfen" nennt man es heute, so gelesen in einer Ankündigung eines Tanzpalastes in Hamburg schon vor 5 Jahren.
"Musik für alte Säcke und ihre Freundinnen" war die Unterzeile.