Donnerstag, August 23, 2007

Die Mediziner hatten ihre Chance. Jetzt sind die Werber dran.

Die virale Verbreitung wird unter Kontrolle gebracht. Was die Medizin nicht geschafft hat, gelingt der Werbung ganz mühelos. Der Grund: Es muss gar nicht passiert sein, es reicht völlig, wenn man es bisserl anders formuliert. Die virale Verbreitung wird umbenannt in virales Marketing und fertig.

Dieses Filmchen geistert seit einigen Tagen durch das Internet:



Das nennt man dann „viral“. Jetzt kann man ruhig mal davon ausgehen, dass ein Film, in dem es um virales Marketing geht, mit der Absicht produziert wurde, viral zu werden, sprich: sich selbst zu bestätigen. Das ist gelungen, kann man nicht anders sagen.

Hätte sich der Film aber auch verbreitet, wenn Vader, Tarkin und Dingsbums statt schwäbisch hochdeutsch geredet hätten? Vermutlich schon, er wäre nicht ganz so lustig geworden, aber allein eine Marketing-Diskussion im Todesstern wäre es schon wert gewesen, sie weiterzuleiten.

Dieses Filmchen geistert seit vielen Monaten durchs Internet:



Auch das nennt man dann „viral“. Auch wenn der Film mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem anderen Zweck gedreht wurde, dient er mittlerweile ausschließlich der Belustigung. Das kann eigentlich kein Marketingziel gewesen sein (und wenn doch, will ich nix gesagt haben). Ich bin mir sicher, dass zu der Zeit, in der das Ding online gestellt wurde, keiner der Verantwortlichen das Wort „viral“ außerhalb von Gesprächen mit hygienerelevanten Inhalten gebraucht hätte. Geplant war die Verbreitung also eher nicht.

Dieses Filmchen geistert seit vielen Jahren durchs Internet:



Wenn man das nicht „viral“ nennt, dann weiß ich auch nicht. Jetzt ist der Spot dummerweise von 1984, von viralem Marketing war da noch keine Rede. Der Spot wurde in dem Moment viral, als er es werden konnte.

Quintessenz: Nicht gute „Virals“ werden verschickt, sondern gute Filme werden zu „Virals“. „Viral-Marketing“ ist eine Worthülse, die versucht, Kontrolle über etwas zu bekommen, was man nicht kontrollieren kann. Man kann aber für einen bestmöglichen Start sorgen: Indem man es gut (oder eben besonders schlecht) macht. Mehr war es nicht, mehr isses nicht und mehr wird es nie sein. Der Rest geht von alleine, denn wenn irgend etwas auf dieser Welt keine Marketingmanager braucht, dann ja wohl ein Virus.

Now playing: The The – Infected

Kommentare:

Tim hat gesagt…

Das Westaflex-Lied kommt jetzt erst mal auf meinen MP3-Player. Genial! Das kommt bestimmt auch gut bei der nächsten Party oder im Auto an der Ampel.

eigenart hat gesagt…

Hört auf den Herrn Ramses - von dem können Virale noch etwas lernen!

bzw: "wir Aale"...