Mittwoch, Juli 25, 2007

Wichtig ist, wo die Wahrheit ist.

Man muss nur die richtigen Fans haben. ddb Berlin hat für meinen VfB Oldenburg eine hübsche Image-Kampagne für lau gebastelt, die in ihrer Tonalität auch zum FC St Pauli gepasst hätte. Schön lokal, schön Gras fressen, nicht schön Fußball spielen. Ich vermisse nur das Plakat, das die Stadionwurst auslobt, die ist nämlich auch gut.







Nur: Was der Claim soll, müsste mir mal jemand erklären. Hat der sich durchgesetzt gegen "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", "Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann" und "Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär"?

Now playing: Fettes Brot - Fußball ist immer noch wichtig

Kommentare:

eigenart hat gesagt…

Und wie kommt die Wahrheit da hin? Sprengen die in Oldenburg den Rasen mit Wein?

German Psycho hat gesagt…

Mensch, die arme Wahrheit. Gefallen auf dem Rasen der Ehre, und nun liegt sie da rum.

Man sollte sie aufheben, vielleicht für schlechte Zeiten konservieren!

Vielleicht sollte man auch die Stadien überwachen lassen - wenn's denn der Wahrheitsfindung dient.

Schade, wirklich. So eine coole Kampagne, so ein bescheuerter Claim.

Hat eigentlich die Tanzschule Lenard für die Erwähnung bezahlen müssen?

ramses101 hat gesagt…

@eigenart: Dafür hamse kein Geld. Aber die schmeißen mit Flaschen. Deshalb: Liegt.

@Psycho: Ist halt einer der banalsten Fußballsprüche aller Zeiten. Aber baanale Claims sind für Oldenburg auch nichts Neues. Auf der Homepage prangt auch der sensationell eigenständige Claim: Oldenburg - das hat was.

Gerade Städte und gerade Fußballvereine sind doch wirklich die letzten zu bewerbenden Dinge, die wirkliche Einzigartigkeiten vorzuweisen haben. Muss man halt nur ein bisschen buddeln. Andererseits: Wenn's nix kostet, setzt man sich natürlich auch nicht ewig zum Nachdenken hin.

Dass die Tanzschule was gezahlt hat, glaube ich nicht. Sie müsste auch wissen, dass es nix bringt, denn in Oldenburg geht man gefälligst zur Tanzschule Beuss. Wobei sich das auch geändert haben kann.

German Psycho hat gesagt…

Aber es hätte doch schon schon gereicht, das „liegt” durch „ist” zu ersetzen. Dann wäre es wenigstens griffiger, härter. So aber ist es nicht nur viel langweiliger, sondern auch unsinnig.

Gebe Ihnen recht: Werber sollten froh sien, mal soetwas bewerben zu dürfen, mal nicht das Einerlei der Waschmittel und Fertiggerichte.

Wo liegt eigentlich dieses „Oldenburg”? ;-)

ramses101 hat gesagt…

Wo liegt eigentlich dieses „Oldenburg”? ;-)

Tss. Ignorantes Hamburger Schnösel-Pack.

eigenart hat gesagt…

Ich habe das ja früher immer mit Osnabrück verwechselt. Seit nun allerdings Westfalen, Niedersachsen und Bremen keinen geografischen Klumpen mehr bei mir darstellen, weiß ich inzwischen sogar, dass es da in der Nähe lecker Aal gibt, dass der Korn auf Löffel kommt, was ne "Ramanke" ist und dass man bei "Pinkelwurst" nicht gleich "Iiihhh" schreien muss.

Schönen guten Tag, Sie sprechen mit dem großartigen Autor des Bestsellers "Kulinarische Streifzüge durch Niedersachsen und Bremen"

ramses101 hat gesagt…

"Kulinarisch" und "Bremen" schließt sich aber doch eigentlich aus. Was soll man auch halten von einer Stadt, in der Grünkohl Braunkohl heißt? Und wenn man in HH die Spezialitätenläden nach "Pinkel" durchsucht, stößt man schließlich auch nur auf Oldenburger Pinkel. Die Wurst aus Bremen interessiert keine Sau (außer die Sau aus der sie, na ja ...)

eigenart hat gesagt…

Hmm tja, der Geschäftsbereich Regio Nord der DB umfasst nun eben neben Niedersachsen auch Bremen... tüdelüt.

Und man kommt da ja auch vorbei... äh... bei ner kulinarischen Reise von ... äh... Emden... in den ... Harz.

alles hat gesagt…

ich sach mal so. wer es schafft, die im nördlichen ostwestfalen ansässigen spezialitäten "wöbkenbrot", "spierkel", "schigassenmittach" und "büttendorfer gekötscheltes" kauf- und verzehranregend zu bewerben: DER hat meine hochachtung. alles andere, mit verlaub: kinderpost.

ein plötzlich an diffuse fleischmatschmahlzeiten denkendes alles.

ramses101 hat gesagt…

Da hat es die Elsässer Schlachtplatte in der Tat einfacher. Und "Kinderpost" gefällt. Damit beleidige ich ab jetzt Kollegen, wenn mir ihre Vorschläge nicht gefallen.

alles hat gesagt…

wenn sie das noch toppen möchten, 10 minuten nach "kinderpost" sagen wieder am kollegen vorbeischlendern und beiläufig fragen: "na? sind die paketkarten alle? musste die rückseiten auch stempeln."

immer wieder gerne,

ihr alles.

ramses101 hat gesagt…

Danke für den Tipp, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich am besten unbeliebt macht, indem man dieselbe Floskel immer und immer wieder benutzt und sich jedes Mal so aufführt, als benutze man sie gerade zum ersten Mal.

Hat bei "Deine Mutter kocht doch ohne Salz" ganz wunderbar funktioniert.

eigenart hat gesagt…

Ich führe momentan einen ähnlichen Versuch durch. Jedem Niesen schicke ich ein besorgtes "Ist jemand verletzt?" hinterher.

Matt hat gesagt…

Das Schlimmste an diesem Claim ist übrigens, dass sie ihn verhunzt haben.

Natürlich darf es keinesfalls „auf dem“ heißen, sondern in bestem Ruhrpottarbeitersprech „aufm“. Ohne Apostroph selbstverständlich.