Freitag, Juni 22, 2007

Kommen Sie, staunen Sie, genießen Sie. Aber zack, zack!

Dem Konsumenten Befehle zu erteilen wäre ja zu doof. Würde doch niemand machen. Texter wissen das in aller Regel und können es besser. Aber dann kommt der Befehl vom Kunden, den Verbrauchern Befehle entgegenzubellen. Das nennt er dann „Headline mit Aufforderungscharakter“.

Zum Beispiel befiehlt Beck's mir: "HOL DIR DEN MIX". Bleibt die Frage: Warum sollte ich?



Now playing: Lichtenberg - Resist

Kommentare:

bosch hat gesagt…

Kaufbefehle funktionieren genauso wenig wie Biermixgetränke. Mir ist die klassische Variante noch immer die liebste.

ramses101 hat gesagt…

Biermixgetränke sind natürlich abzulehnen (wer sich angesprochen fühlt: das ist ein Befehl), gehen aber leider erschreckend gut unters Volk. Insbesondere der in deinem Artikel zu Recht verrissene Bier-Wasser-Mix aka "Gold-Plörre" verkauft sich wie blöd (was jetzt nix Neues ist, ich verstehe es nur immer noch nicht).

eigenart hat gesagt…

Regen Sie sich nicht auf (!)

German Psycho hat gesagt…

Interessant - schon lange frage ich mich, ob ich der einzige Verbraucher (ich liebe dieses Wort einfach, entschuldigung!) bin, dem diese ständigen Befehle auf die Nerven gehen. Es ist schön, daß auch Profis das ablehnen.

Wer! Das! Liest! Ist! Doof!

eigenart hat gesagt…

Schlimmer sind eigentlich nur noch unsinnige bzw. rhetorische Fragen. "Möchten Sie auch zu den Glücklichen gehören, denen man kein Bein amputieren muss?" NEIN! UND JETZ' FRESSE!!!

Mindestens so nervig sind diese Pseudo-Adressen auf Wurfsendungen a la "An alle Hausbewohner, die gerne Strom sparen möchten". Ich lasse mir doch von einem beschissenen Prospekt nicht vorschreiben, ob ich Strom spare oder nicht!!!

ramses101 hat gesagt…

Rhetorische Fragen sind eh fürn Arsch. Es hat auch ewig gedauert, bis ich letztens so einen Call-Center-Lümmel davon überzeugen konnte, dass ich seine Drecks-Zusatz-Blabla-Rente nicht brauche, weil ich eh genug Geld habe (was nicht stimmt, aber egal. Es gibt nichts schöneres als eine Call-Center-Agent in der Sackgasse:

"Sie wollen später also nicht mehr Geld haben als Sie haben könnten. Hab ich das richtig verstanden?"

"Exakt."

"Tja ... äh ... dann, Wiedersehen."

eigenart hat gesagt…

Aus einem Reflex heraus (man kennt das ja... Call-Center-Heini: "Wollen Sie bei Ihrer Autoversicherung sparen?" Reflex: "Ich habe kein Auto" usw.) habe ich mal behauptet, als mir ein Call-Center-Mensch ein Supersonderangebot für Ferngespräche unterbreiten wollte, ich hätte gar kein Telefon.

Als mir 3 Sekunden später (genau so lange dauerte die Pause im Gespräch) auffiel, was für einen Nonsens ich da gerade von mir gegeben hatte, musste ich so lachen, dass der Call-Center-Mitarbeiter schließlich auflegte...

ramses101 hat gesagt…

Das ist ja die großartigste Antwort überhaupt. Muss ich mir dringend merken. Schon allein deshalb, weil ich immer erst mit 10-minütiger Verspätung schlagfertig bin.

German Psycho hat gesagt…

In der Tat gehen einem diese Call-Center-Mitarbeiter ganz gehörig auf die Nerven, solange man nicht aus den normalerweise im Gespräch zwischen zivilisierten Menschen als Voraussetzung geltenden Normen durchbricht. Ich kann als normaler Mensch gar nicht ein solches Angebot ablehnen, ohne unhöflich zu werden. Das macht mich dann erst recht aggressiv: Was bilden sich diese Arschlöcher eigentlich ein, mir das Recht auf eine zivilisierte Unterhaltung zu nehmen, wenn sie mich schon anrufen? Wieso zwingen sie mich, etwas zu tun, das ich eigentlich verabscheue, nämlich unhöflich zu Fremden zu werden, nur, um aus diesem mir aufgezwungenen Gespräch ohne Kosten herauszukommen?

Leider bekommen diesen Frust teilweise auch ernsthafte Marktforscher ab.

Die Sache mit dem „ich hab genug Geld” funktioniert übrigens prima. Hab ich schon oft angewandt:
„Und was würden Sie machen, wenn Sie jetzt vier Millionen auf dem Konto hätten?”
- „naja, es würd schon gehen, ich müßt mich halt ein wenig einschränken”

Alt, aber immer noch für einen Brüller gut.