Freitag, Mai 04, 2007

Werber inne Pupse oder: Bild und der Galãostrich.

Das Schanzenviertel in Hamburg ist eines der großartigsten Viertel der Stadt. Nirgendwo sonst wurde die Bockigkeit derart zum Konzept erhoben, wie hier.



Die Schanze ist bekannt für ihre Mischung aus Randalen und Laissez Faire, in der Schanze wohnen überdurchschnittlich viele Menschen, die den Werber gerne zum Teufel jagen würden, was zur Folge hatte, dass ab Anfang der 90er immer mehr Werber in die Schanze zogen.

Nicht aus Rache um den Mietspiegel anzuheben, wie man meinen könnte, sondern eben aus diesem dem Werber ureigenen Drang, irgendwie in einem „crazy“ Umfeld zu leben, wenn er sich schon den ganzen lieben langen Tag damit beschäftigen muss, Kekse und Scheuermilch zu verkaufen.

Die Bezeichnung „Galãostrich“ nimmt er als Kompliment, weist sie ihn doch als trendy Trendsetter aus. Die Kneipe, an deren Wand irgendein Mensch in (mutmaßlich) Tarnhosen und (mutmaßlich) Kapuzenpulli den hübschen Satz „Werber inne Pupse“ geschrieben hat, macht er zu seinem Stammladen und nennt ihn ab sofort „Pupse“, ohne sich je an den tatsächlichen Namen zu erinnern.

Verständlich. Nirgendwo lässt es sich – gerade im Sommer – so gut, so lange und so entspannt feiern, so gut so lange so entspannt feiern, wie in der Schanze. Die Schanze ist Hochburg der Linken, Hochburg der Werber, Hochburg des Multikulti, die Schanze ist sehr viel und für jeden etwas anderes. Nur eins, liebe BILD, ist die Schanze nun aber so was von gar nicht: Eure.



Verzieht Euch bloß nach Berlin, Medienstandort Hamburg hin oder her. Wir helfen auch gerne beim Packen

Now playing: Die Ärzte - Protestsong

Kommentare:

German Psycho hat gesagt…

Nirgends kann man so gut feiern? Nun ja - das mußte ja von einem Werber kommen ;-p

Ich bleib da doch der Reeperbahn treu. Wobei das natürlich in den Zusammenhang eine total bescheuerte Formulierung ist. Pardon!

Jedenfalls ist es ja nun einmal Fakt, daß auf der Reeperbahn länger was los ist als auf der Schanze.

Zugegebenermaßen (aber das sage ich jetzt nur so unter uns) ist auch die Schanze ganz gut zum Ausgehen geeignet.

ramses101 hat gesagt…

"Jedenfalls ist es ja nun einmal Fakt, daß auf der Reeperbahn länger was los ist als auf der Schanze."

Stimmt, da habe ich schludrig formuliert. Nach der kleinen aber feinen Änderung dürfte der Satz jetzt aber auch für den eigefleischtesten Kiezianer zu einem nicht einreißbaren Bollwerk geworden sein ;-)

German Psycho hat gesagt…

Ach, die Schanze ist doch mittlerweile gar nicht mehr authentisch. Verdammt, ich komme automatisch ins Werber-Sprech, wenn ich über diesen Stadtteil schreibe ;-)

eigenart hat gesagt…

Was will man im Norden mit ner Schanze? Ohne Schnee?!?

Oh... Werber... verstehe.

Anonym hat gesagt…

Ist der Kiez denn noch authentisch, seit die ganzen "Karate-Tommys", "Schöne Mischas" und wie sie alle heißen weg sind?

ramses101 hat gesagt…

Das war ich übrigens.

Schorle, der Gnom in Strapsen hat gesagt…

Und vor allem: Ohne den angeblich so tollen ... ääh... wie hieß er gleich? Manchmal finde ich meinen Mangel an Gedächtnisfunktion irgendwie, naja, richtig.

Keine Ahnung. Aber der Kiez macht mehr Spaß. Ich hab's probiert. Ein Schanzegänger und ein Kiezgänger, die jeweils den anderen über „ihren” Kiez geschleppt haben. Seitdem gehen wir kaum noch auffe Schanze. Ich sach Sie watt. So isses nämlich.

ramses101 hat gesagt…

@eigenart übrigens: Schanze, weil Bollwerk gegen böse Mächte, gebaut pünktlich kurz nach dem 30-Jährigen Krieg.

@Schorle, der Dings: Ich bin ja auch ab und zu auf der Reeperbahn und umzu unterwegs, so isses ja nicht. Aber die Schanze ist einfach entspannter, nicht so hart, irgendwie, keine Ahnung. Mehr mein Ding, aber mein Ding ist auch eher Eimsbüttel als Eppendorf. Kann auch nicht jeder nachvollziehen.

Schorle, der Gnom in Strapsen hat gesagt…

Das, was Sie da beschreiben, ist für mich immer Ottensen. Entspannter, nicht so hart. Ruhiger auch. Aber eben auch nicht so richtig „party” (als Adjektiv).

Außerdem möchte ich mir, so glaube ich, ein Zweitblog mit diesem Namen zulegen. Ich erinnere ihn noch aus gaaaanz alten Computerspielezeitschriftenzeiten.

eigenart hat gesagt…

Ich weiß doch...
... wir hatten sowas in Konstanz doch auch - gegen die bösen Mächte aus Schweden. Das hat sogar funktioniert. So gehörten wir weiter zu Österreich... (nein, ich werde mich hüten, das weiter zu kommentieren!)

Ach ja, und die Ecke heißt auch heute noch "Schänzle". Naja, die Stadt ist ja auch kleiner...

eigenart hat gesagt…

Eigentlich wollte ich ja nur noch einen Beweis für das Konstanzer Schänzle suchen... bin dann aber bei diesem Ding gelandet.

Wa isch nu uus mir worre?

Opa hat gesagt…

:-)

Ninifaye hat gesagt…

Ich muss meine
Termine definitiv besser koordinieren.
Herr Ramses, das nächste Mal auf einen Galao?

ramses101 hat gesagt…

Unbedingt. Gern auch Astra.

Weltregierung hat gesagt…

....da möchte man glatt ne Bombe ans Axl Springah Hochaus kleben - gab´s aber schon.

- GabsSchonregierung.