Montag, Februar 12, 2007

Kurios hoch 6.

Björn musste ran und ich soll jetzt auch: Sechs Kuriositäten von mir preisgeben. Dann mal los.

1. Ich habe nie gelernt, nach einem vernünftigen System zu tippen. Für diesen Punkt habe ich mit drei bis vier Fingern eine dreiviertel Minute gebraucht. Jeder Art-Director ist schneller als ich.

2. Die meisten Platten nach Depeche Mode habe ich nicht etwa von coolen Bands wie Pink Floyd oder The Cure sondern von Peter Maffay.

3. Die Volksseuche misheard lyrics hat bei mir Tradition. Bei dem Kinderlied “Guten Abend, gute Nacht“ habe ich lange Zeit verstanden „...morgen früh, wird Gott wild“. Das einschränkende „wenn“ in der tatsächlichen Fassung „... morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt“ hat es allerdings auch nicht besser gemacht.

4. Zimmerpflanzen haben bei mir keine Chance. Ich kann sie hätscheln und tätscheln, sie mit Bach beschallen, sie düngen und gießen wie im Lehrbuch dringend angemahnt, ich kann die Blätter einzeln sanft befeuchten, nach einer Woche sind sie tot. Nur der Rosmarin auf meinem Balkon tut auch im tiefsten Winter so, als sei er in der Toskana.

5. In der fünften Klasse waren wir auf Klassenreise auf einem Ponyhof (!). Als es um die Einteilung der Reitgruppen ging, hab ich nicht vorhandene Vorkenntnisse vorgeschwindelt, um in die naturgemäß mädchenlastigere Fortgeschrittenengruppe zu kommen. Schnell kamen mir ernste Bedenken ob der offensichtlichen Transparenz dieser Lüge, doch seltsamerweise habe ich mich als Reittalent erwiesen.

Daran habe ich mich dann Jahre später bei einem Schüleraustausch in Colorado erinnert und meinem blöden Gaul bei einem einschläfernden Ausritt - meinem ersten Pferdekontakt seit dem Ponyhof und dem zweiten überhaupt - ordentlich die Sporen gegeben um über einen dämlichen Graben zu springen. Danach musste ich mit gebrochenem und ausgekugeltem Arm aus einem verschissenen Tal klettern, zu dem weder der Jeep noch der Scheißhelikopter Zugang fanden. Seitdem versuche ich seltener zu lügen, denn ich weiß: Irgendwann ist Zahltag.

6. Bei einer Schulaufführung der „Bremer Stadtmusikanten“ in der Grundschule war ich der Hahn und bin mir ziemlich sicher, dass meine Rolle keinen Text hatte.

Interessant werden könnte diese Kuriositätennummer zum Beispiel bei e!genart, Samoafex, Patrick und Stöckchenfan German Psycho.

Now playing: Distain – Confession

Kommentare:

eigenart hat gesagt…

Der Hahn soll auch besser die Klappe halten. Es ist gefährlich genug, da oben rum zu balancieren - sprechen ist zu gefährlich!

Na dann muss ich wohl ma...

Björn hat gesagt…

Danke. Für die großartige Ponyhof-Episode. Werde ich garantiert in die Sparte "Lehrreiche Anekdoten, die ich nicht selbst erlebt habe aber so erzähle" aufnehmen.
Und: Menschen die Tippen können, die sollen mal etwas anderes arbeiten oder so.

Instabiler Landsmann hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
German Psycho hat gesagt…

Uups. Altes Pseudonym...

German Psycho hat gesagt…

Ramses, mir ging es immer umgekehrt: Ich beherrschte seit jungen Jahren das Zehnfingersystem und erntete merkwürdige Blicke von Programmierern. Ist auch nicht besser, glauben Sie mir!

Habe Ihr „Stöckchen“ dann auch brav - mit Widmung - aufgehoben.

Bezüglich der falsch verstandenen Texte habe ich noch ein paar Beispiele aus meiner Jugend:

- Barnabas is lying (ABBA)
- The winner takes the door (ABBA)
- The days of Pearly Spencer - the racist of old rock (David McWilliams)

Benni hat gesagt…

Herrlich geschrieben, vor allem das mit dem Ponyhof und dem Reitausflug.

samoafex hat gesagt…

Das mit den Zimmerpflanzen, das kenne ich nur zu gut.

Und an der Stelle "Jeder Art-Director ist schneller als ich." habe ich mich am Kaffee verschluckt vor lachen.

Patrick hat gesagt…

Fertig!