Mittwoch, Februar 14, 2007

Hamburg vs. CDU

Die Hamburger CDU hat es schon nicht leicht. Ständig mischt sich der Pöbel in die Politik. Wollte sogar eins der Lieblingsinstrumente der halb gewählten Volksvertreter abschaffen: Die Listenwahl. Und wo wären wir da hingekommen? Die Damen und Herren auf den gesetzten Listenplätzen hätten sich ja auf einmal im Volk beweisen müssen, statt in der Partei. Querulanten, Selbstdenker und Neinsager hätten nicht mehr mit Alibi-Listenplätzen abgestraft werden können. Sondern wären vielleicht, jesusmariaundjoseph, von den Unberechenbaren da draußen an sämtlichen Parteipräferenzen vorbei gewählt worden.

Wo bleibt denn da der gute, alte Klüngel? Eben. Also: Auf den Volksentscheid geschissen und Gesetz gekippt. Und damit diese ärgerliche Negativ-PR beim nächsten gekipppten Volksentscheid ausbleibt, ändern wir nicht unsere Herangehensweise, sondern verhindern einfach, dass wir Volksentscheide kippen müssen. Wir machen es schwieriger, sich daran zu beteiligen. Gnihihihi.

Von heute bis zum 5. März gilt deshalb: Trompeter, blast zum Gefecht. Rettet den Volksentscheid.

Now playing: The Cure - Fight

Kommentare:

bosch hat gesagt…

Richtig so. Ich habe natürlich auch schon unterschrieben ...

rotweissrot hat gesagt…

Dürfen Ausländer das Volksbegehren auch unterschreiben?

samoafex hat gesagt…

Da drücke ich mal die Daumen... hoffentlich regt es genug Leute so auf wie dich.

ramses101 hat gesagt…

@Wahlhamburger: Unterschreiben darf, wer auch bei Bürgerschaftswahlen wahlberechtigt ist.

@Samoafex: 60747 würden reichen. Sollte machbar sein, es muss halt ein bisschen getrommelt werden.

rotweissrot hat gesagt…

Also nein. Schade. In Wien gibt es ja mittlerweile das Ausländerwahlrecht. Zuerst muss aber in Hamburg der Volksentscheid gerettet werden ;-)

German Psycho hat gesagt…

Nun kann ich Ihnen sogar endlich mal wieder zustimmen. In der Tat ist die Macht der Parteien das größte Problem im System.

Ich frage mich allerdings, ob ein komplizierteres Wahlrecht nicht die politisch nicht so interessierten Menschen faktisch herabstuft. Denn eines ist ja in einer Demokratie unabänderlich: Jeder muß dasselbe Stimmrecht haben. Es darf keine Prüfung (auch keine indirekte Intelligenzprüfung wie ein solcher Wahlzettel sie darstellen könnte) geben.

Aber vielleicht unterschätze ich damit die einachen Menschen schon wieder.

ramses101 hat gesagt…

Es bekommt ja jeder das gleiche Stimmrecht. Und jeder kann auch weiterhin nach der Präferenz der Parteien wählen (wenn er denn will). Er kann aber auch - endlich - nach Leistung und Eigenständigkeit wählen. Eben auch die Leute, die von der Partei wegen Querdenkens oder sonstiger Vergehen auf Listenplatz 18 abgeschoben wurden.

German Psycho hat gesagt…

Wie gesagt: Da stimme ich ja auch zu. Eine sehr wichtige Sache.

Es muß eben nur sichergestellt sein, daß Leute ohne großes Interesse an Politik einfach nur ein Kreuz machen können.

Aber die Parteiendominanz muß aufgebrochen werden.