Freitag, Dezember 29, 2006

Was machst Du eigentlich Silvester?

Völlig überschätzte Frage. Viel interessanter ist doch, was die Leute am Neujahrstag machen. Für alle, die jetzt hektische Flecken bekommen und akute Erklärungsnot in sich aufsteigen fühlen, hier eine prima Top-5-Liste zum Ausdrucken, mit der man nix falsch machen kann. Die Reihenfolge ist nicht zwingend.

1. Gute Vorsätze in den Wind schießen.
2. Rausgehen. Preise vergleichen. Schimpfen.
3. Trotzdem drei Matjesbrötchen am Stück essen. Dazu eine Flasche Mineralwasser auf ex.
4. Wieder nach Hause. Testen, ob Bier schon wieder geht.
5. Bier trinken, Winnetou I-III gucken, Indiana Jones ist auch ok.


Now playing: Falco - Cowboys and Indians

Sonntag, Dezember 24, 2006

Ubi sunt Gaudia?

"The Supreme Court has ruled that they cannot have a nativity scene in Washington, D.C. This wasn't for any religious reasons. They couldn't find three wise men and a virgin." Jay Leno

Frohe Weihnachten

Now playing: Bach - Weihanchtsoratorium

Freitag, Dezember 22, 2006

Have Yourself A Merry Little Christmas

Und nicht vergessen: Immer fleißig Kaffee trinken.



Bzw.: Nicht so viel Kaffee trinken.



Damn you, Zwickmühle:



Now playing: Audioslave – The Curse

Damned Link via Werbeblogger, Ausschnitt 1 aus "Zeit Wissen", Ausschnitt 2 aus der "Mopo".

Donnerstag, Dezember 21, 2006

Sachen gibt's

Der Titel für den siebten Potter lautet wider Erwarten nicht „Harry Potter and the Pockemon of Poo.“ Aber bei dem letzten Satz hab ich noch alle Chancen der Welt. Ich drück mir die Daumen.

Now playing: Dusty Springfield – Wishing and Hoping

Hammse mich doch noch gekriegt

Wenn man über Hamburg aus dem Flugzeug springt, landet man mit neunzigprozentiger Wahrscheinlichkeit im Wasser oder auf einem Weihnachtsmarkt. Die meisten Weihnachtsmärkte sind aber nix, weil die Leute da nur hingehen, um sich von a nach b und wieder zurück zu drängeln. Wer einfach mal für 10 Minuten irgendwo stehen bleiben will, macht sich verdächtig und wird sofort von einer Menschentraube erfasst.

Geht aber auch anders. Wer die letzten beiden Tage nicht mit Fluchenddurchdiestadthetzen verbringen möchte, dem sei hiermit der Weihnachtsmarkt auf der Fleetinsel (am Steigenberger) ans Herz gelegt. Gut gefüllt, aber übersichtlich. Und vor allem: Hier haben wir einen Steh-Weihnachtsmarkt! Da rennen einen keine Massen um.



Außerdem gibt es einen finnischen Sauf- und Fressstand mit lecker Lachs und nicht so lecker Rentierwurst. Das Rentiergeschnetzelte hab ich nicht probiert, den Beerenglühwein mit Rentierblut (Preißelbeer-Likörchen) schon. Auch lecker. Und gemütlich isses da. Kennt man auch gar nicht mehr:



Der Lachs in der Pfanne auf offenem Feuer:



Da fühlt man sich dann kurz vor Weihnachten doch noch ganz weihnachtlich.

Now dann doch playing: Wham - Last Christmas

Montag, Dezember 18, 2006

And The Person Of The Year Is ...

ME. Sorry Leute, Ihr hattet Eure Chance.



Now playing: Depeche Mode - I Am You

Drauf gestoßen: hier

Weihnachtsstimmungskiller

Überall leuchtende Kinderaugen, Glühweinduft weht durch die Straßen und liefert sich ein lustiges Rennen mit emsigen Hanseaten, die eifrig dabei sind, so mancherlei Wunsch zu erfüllen. Die Weihnachtsmärkte überbieten sich gegenseitig in weihnachtlicher Pracht und der Riesenbaum an der Spitalerstraße sorgt für einige Ahhhs und Ohhhs:



Und um dem ganzen jetzt mal fix den Zauber zu stibitzen, gibt es hier blindtextexklusiv das Making-Of:



Das Foto ist übrigens entstanden, als ich schon auf dem Weg zum Flugplatz und in den wohlverdienten England-Urlaub war. Der Blick auf das Display war danach nur kurz, da ich vergessen hatte, den Akku aufzuladen. Dementsprechend wurde im Flugzeug viel geflucht (no pun intended).

Now definitly not playing: Wham – Last Christmas

Donnerstag, Dezember 14, 2006

Contra Prozent

Marketingmenschen stehen total auf Prozentrechnung. “Die Kampagne hat die gestützte Markenbekanntheit um 8% steigern können“ klingt zwar nicht ganz so sexy, aber wenigstens kann man sich an eine Zahl klammern und die nächste Zahl mit ihr vergleichen.

Jetzt glauben Marketingmenschen aber nicht nur, normale Menschen würden gerne Listen auswendig lernen, Marketingmenschen glauben auch, normale Menschen würden mit Tabellen durch die Gegend rennen und Prozentzahlen vergleichen. Ok: Bei Schokolade sagt mir die Prozentangabe ebenso schnell, was ich zu erwarten habe, wie bei Korn und Co.

Aber warum schreiben Leute auf ihre Erdnussflipspackung: “Mit 32% Erdnüssen!“? Finden die das viel? Stimmt zwar, normalerweise beträgt der Anteil unter 30% - aber weiß das jemand? Und: Will das überhaupt jemand wissen? Die „Heiße Tasse“ gibt aktuell damit an, einen Gemüseanteil von 85% zu haben. Bin ich der Einzige der sich fragt: Und aus was bestehen die restlichen 15%?

Mit hundertprozentiger Sicherheit kann ich übrigens die Frage derjenigen beantworten, die dadurch hier landen, dass sie google fragen, ob man durch das Schlucken von Sperma schwanger werden kann: Ja, kann man. Und man bekommt Drillinge.

Now playing: Depeche Mode – Lie To Me

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Gekonnt und nicht gekonnt.

Uiuiui, jetzt geht’s aber los. Gestern in der Post: Die Experten-Befragung vom Bayerischen Münzkontor! So richtig mit Feld für den Eingangsdatum-Eintrag. Damit Kleindoofi101 auch ja glaubt, er sei mächtig wichtig!

Aber wer mich „repräsentativ als Münzexperten ausgewählt“ hat, der sollte seinen Kriterienkatalog dringend überdenken.

Bleiben wir bei der Werbung: Kennt jemand Lush? Lush verkauft Seife. Wer hochpreisige Seife verkauft, muss normalerweise unter sein Produkt schreiben:
„Passion X verleiht der Haut ein samtweiches Gefühl und entführt Sie mit einer einzigartigen Duft-Kombination aus Lavendel und Satsuma in eine Welt der Sinne und der Sinnlichkeit.“
Das weiß jeder. Wer auch immer für Lush schreiben darf, weiß das deshalb auch. Und hat in einem großartigen Katalog über die Seife „The Comforter“ geschrieben:

"Für Stressgeplagte.

Wenn dir die Zukunft ein bisschen Angst macht und du auch gar nicht drüber nachdenken willst, dann ist „The Comforter“ genau der richtige für dich. Sein Duft nach Johannisbeere und Bergamotte umarmt dich und beschützt dich. Es wird alles gut.
"
Brillant! Und so geht das weiter, den ganzen Katalog über. Ich kann mich nicht erinnern, jemals großartigere selbstironische und gleichzeitig informative Produkttexte gelesen zu haben.

Now playing: Depeche Mode – Clean

(Lush finden Sie übrigens, zumindest in Hamburg, in der Spitaler Straße. Absolut empfehlenswert ist vor allem diese grüne Seetangseife, von der ich gerade nicht weiß, wie sie heißt "Sea Vegetable" 4,85€/100g. Leider bekommt man einen Knall, wenn man sich zu lange in dem Laden aufhält. Die olfaktorische Keule ist jedenfalls nicht ohne.)

Dienstag, Dezember 12, 2006

Jahresrückblickstöckchen

Sie will’s wissen. Bitteschön: Ein kurzer Rückblick.

3 Top-Events 2006

Top 3 Depeche Mode Konzerte: Color-Line-Arena HH (Konzert 2), Waldbühne Berlin, Weserstadion Bremen (Ok, waren auch die drei einzigen. Bin ja keine 20 mehr.)

Top 3 Deutschland-Spiele: Gegen Schweden (gesehen auf dem Kiez), gegen Argentinien (gesehen in der Schanze), gegen Ecuador (gesehen bei Frank im Garten)

Top 3 Versacker: Nach DM in der Waldbühne, nach DM im Weserstadion, statt DM in der Color-Line-Arena (Konzert 1).

Persönliche(r) Held(in) 2006

Die Frau aus dem Haus gegenüber, die im Eingangsbereich einen Terrakotta-Topf mit Grünzeug rausgestellt hat. Einfach mal machen, statt ständig rumzunölen.

Liebe 2006

Das gleiche wie in den 2006 Jahren vorher und das gleiche wie in den nächsten 2006 Jahren, vermute ich mal.

Job 2006
Abgesehen von ein paar Toten und Verwundeten nix Neues an der Westfront.

Reisen 2006

Buckinghamshire, Toskana, Buckinghamshire. Nächstes Jahr gerne wieder, gerne auch in der Reihenfolge.

Blogging 2006

Ein ganzes Jahr nicht umgezogen!

Weiterleiten führt nur zu bitteren Tränen auf der einen und muffeligem Gegrummel auf der anderen Seite. Wer mag, mag sich bedienen.

Now playing: OASIS – Don’t Look Back in Anger

Samstag, Dezember 09, 2006

Alle Welt will immer was.

In letzter Zeit rufen immer wieder irgendwelche Fitness-Studios bei mir an, weil ich wohl so ein geiler Macker bin, den jedes Fitness-Studio gerne hätte. Gestern kam aber der erste Anruf, der wirklich erwähnenswert ist:
ramses101: „ramses101“
Frau: „Guten Abend Herr 101, mein Name ist Blindtext aus dem Fitness-Studio Platzhalter. Ich rufe an, da wir gerade Aktionswochen haben. Und in deren Rahmen würde ich Sie gerne zu einem kostenlosen Probetraining einladen.“
ramses101: „Danke, das ist lieb, Aber ich trainiere schon im Elixia.“
Frau: „Dann sind Sie gut aufgehoben. Einen schönen Abend noch und auf Wiedersehen.“
ramses101: „... äh ... danke, ebenfalls.“
Das ist mir bis dato noch nicht passiert, und jetzt spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, vielleicht mal wieder in Erwägung zu ziehen, da auch tatsächlich wieder hinzugehen. Gut aufgehoben bin ich nämlich total gern.

Gut aufgehoben bin ich im Prinzip auch bei meiner Bank. Nur wenn sie mich umwerben will, wird es immer etwas anstrengend. Gestern jedenfalls hatte ich einen Prospekt in der Post, der mich einlud:
“Erleben Sie Finanzdienstleistung in einer neuen Dimension“
Eine Nummer kleiner hatten wir es gerade nicht? Aber es geht weiter:
„Um den wachsenden Ansprüchen unserer Kunden auch morgen gerecht zu werden, haben wir Ihr Investment & FinanzCenter (sic!) vollkommen neu gestaltet“
Wäre ich tatsächlich Betreiber eines Investment & Finanz-Centers und käme gerade, wollnmasagen, aus dem Urlaub zurück, ich wäre kreidebleich geworden und hätte mich flugs auf den Weg zu meinem Center gemacht, das die Bank –hüstel- „neu gestaltet“ hat.

Jaja, liebe Bank, oder vielmehr: liebe Kollegen. Auf so etwas achte ich. Berufskrankheit. Außerdem achte ich auf Gewinnspiele, weil ich mir selbst permanent Gewinnspiele ausdenken muss.

Kurzer Exkurs: Gewinnspiele dienen nicht dazu, die Menschen glücklich zu machen sondern sie dienen dazu, Adressen zu bekommen. Deshalb sind Gewinnspiele auch immer so elend einfach und deshalb gewinnt man auch nie was. Den Preis, der, zum Beispiel, im Supermarkt an der Decke hängt und als Gewinn ausgelobt wird, bekommt am Ende der Filialleiter. Und zwar dafür, dass er das Gewinnspiel hat stattfinden lassen. Jajaja, böse, böse Welt, ich hab mir das nicht ausgedacht.

Ganz so ist es bei diesem Gewinnspiel zwar nicht, aber eine derart verzweifelte Adressgenerierung ist mir noch nicht untergekommen.
“So einfach wie möglich! Hörst du? So einfach wie möglich!“
„Aber fühlen sich die Leute dann nicht verarscht?“
„Ach komm, hör doch auf.“
Und dann kommt so etwas dabei raus:



Da möchte man schon fragen: „Für wie doof halten Sie mich eigentlich?“ Und die ehrliche Antwort kann nur lauten: „Für so doof, dass wir fast bezweifeln möchten, dass Sie die Antwort auf die Frage überhaupt verstehen. Aber ein Versuch sei hiermit unternommen: Stellen Sie sich den doofsten Menschen der Welt vor und ziehen Sie noch einmal 150 IQ-Punkte ab. Dann haben Sie es ungefähr.“

Now playing: Beau Brummels – Cry Just a little

Freitag, Dezember 08, 2006

Verwiirrung

Und wer genau macht jetzt so einen Blödsinn?



Na war ja klar:



Dabei versteh ich gar nicht, warum. Die kratzen doch eh schon alle an den Türen.

Now playing: Queen – It’s a Hard Life

Donnerstag, Dezember 07, 2006

If sausage blows, today's slaughtering, understands itself

In dieser bei Serviceplan gefundenen Studie heißt es, 70% aller neuen Fast Moving Consumer Goods seien Flops.

Warum es Ofenkäse in die verbliebenen 30% geschafft hat, ist mir ein Rätsel, aber sei’s drum.

Eine ähnlich hohe Floprate dürfte der Babelfish bei seinen Übersetzungsversuchen aufweisen. Das weiß jeder, der sich seit mehr als 5 Minuten im Internet bewegt.

Normalerweise macht man dann in Minute 6 ein Blog auf und fragt wild kichernd in die Runde, aus welchem Film denn wohl die Überschrift stamme. Oder man sagt sich „Hör mir auf mit diesem Blogdingens, ich will lieber Geld verdienen“, schreibt alles auf, veröffentlicht ein Buch und versucht, Geld zu verdienen.

Solche Bücher braucht man dann natürlich nur, wenn man kein Internet nutzt. Und wer kein Internet nutzt, wird sich für das Thema Internet-Übersetzungen nicht sonderlich interessieren, womit wir wieder beim Flop wären.

Was nämlich auch floppen würde, wäre ein Buch mit Fotos von ignorierten Verboten. Deshalb muss an dieser Stelle ein einzelnes Bild reichen. Und vielleicht kommt ja in 6 Monaten doch noch ein Buch heraus und macht jemand anderen als mich reich. Wehe, ich finde dann mein Foto darin. Dann hetz ich Euch den ... den Dings, Media-Markt, na Ihr wisst schon, den Asi halt, auf den Hals.



Now playing: Cochise – Jetzt oder nie, Anarchie

Buch gefunden im Wortreich

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Nerds des Jahres: studiVZ

Mal ganz abgesehen von allem, was eh schon geschrieben wurde, lieber studiVZ (Binnenmajuskel sind sooooo cool. Wenn ich mal groß bin, will ich auch solche Ideen haben): Ihr habt Euch das Ziel gesetzt, Euch „ binnen Monaten als drittes, täglich genutztes Kommunikationsmittel neben Email und SMS bei einer Mehrheit von Studenten zu etablieren.“ (sic!)

Drittes Kommunikationsmittel neben E-Mail und SMS? Hallo? Was kann man mit einem Mobiltelefon denn sonst noch so machen, außer SMS zu verschicken? Na? Klingelt’s? Nicht? Kein Wunder. Wenn höchstens mal die Mutter anruft und das auch nur am Sonntag. Get. A. Fucking. Life!

Now playing: Pet Shop Boys – I’m with stupid

Dienstag, Dezember 05, 2006

Frö-hö-liche Weihnacht fast überall

Armer Prakti:
"Wie isn das jetzt? Darf man am Adventskranz schon alle Kerzen anmachen?"
Berater:
"Bei euch Ketzern hier im Norden scheint das ja völlig normal zu sein. Im Süden brennt am ersten Advent eine Kerze. Wie sich das gehört."
Kunst-Direktorin:
"Hör mir auf! Nach den letzten Anzeigen hab ich bis Ostern die Schnauze voll von Adventskränzen!"
Texter:
"Mich brauchst du gar nicht anzukucken. Ich mach den ganzen Scheiß-Emotionsterrorismus eh nicht mit."
Und wer nicht ganz so herzlos ist, der informiert sich hier und spendet hier. Ich bin leider zu blöd, das Link-Bild-HTML-Dingens hier einzubauen.

Now playing: Band Aid – Do They Know it’s Christmas Time

Montag, Dezember 04, 2006

Eilmeldungen

Es wird spannend: Polonium-Mord offenbar kurz vor der Aufklärung.

Polonium gibt es zwar auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Gänsemarkt keins, dafür aber andere Dinge, auf die man ähnlich sehnsüchtig gehofft hat:



Now playing: The Bangles - Manic Monday

Freitag, Dezember 01, 2006

Wo ist die EU wenn man sie mal braucht?

Unsere Lieblingskoalition beschließt also ein Rauchverbot das seinen Namen nicht verdient und ist sich nicht zu blöd, das Ganze auch noch „Kompromiss“ zu schimpfen.

Kompromiss? „Hm, ja, nun, Gesundheit ist schon wichtig, einerseits. Vergiftung aber andererseits auch. Was machen wir da? Ach, wir erlauben einfach beides, nur nicht überall

Jetzt kommen natürlich wieder die ganzen Vollidioten aus ihren Löchern gekrochen, die mir was erzählen wollen von Umsatzeinbußen, Steuerausfällen, Kneipenkultur (!) und deutschem Verbotswahn. Euch sei gesagt: Husch, husch, zurück in Eure Löcher. Oder besser noch: Husch, husch, ab nach Irland. Schaut Euch da ruhig mal das prognostizierte Pub-Sterben an. Fällt Euch was auf?

Und wo wir gerade dabei sind. Wie viele L&M-Zigaretten muss man eigentlich rauchen, um auf so ein Layout zu kommen?



Dieses „Our Taste Our World“ Bla-Bla-Gequatsche geht mir auch so was von auf den Zeiger, das mag man sich gar nicht vorstellen. Und ich meine damit nicht einmal die Wahl der Sprache, sondern die Bla-Bla-Aussage. Wer auch immer den Drang verspürt, Dinge aufzuschreiben wie „Die ganze Welt der Innovation“, „Mehr als nur xy“ undsoweiterundsofort, der muss dieses Buch lesen, und schon ist er geheilt:



„Fliegen soll er wie ein Drache“ von Karlhans Frank ist ein Märchenbuch. Und zwar ein großartiges:
„Dies ist die Geschichte von Katjas gefährlicher Reise ins Sprachland. Wie konnte es geschehen, daß König Sinn an den Felsen Un geschmiedet wurde? Die bösen Sprachgeister haben den Blödel zum Putsch überredet, und Prinzessin Fantasie verlor all ihre Schönheit. In Sprachfetzen gekleidet irrt sie durch die Wüste. Jetzt herrschen Wortklauber und Silbensieder, die Maulhelden und Satzdiebe, die Wörterwechsler, Schlagzeigenhersteller und Nichtssager. Das Sprachland und seine Bewohner sind in großer Not. Wer kann König Sinn befreien? Denn: Fliegen soll er wie ein Drache.“
Risiken und Nebenwirkungen: Nach der Lektüre neigt man dazu, es ein wenig zu übertreiben. Aber das bekommt man schnell in den Griff.

Gestolpert bin ich über das Buch übrigens hier in den Kommentaren. Deshalb: Immer schön auf Buchempfehlungen achten. So hat sie mich auch auf Friedrich Torbergs „Die Tante Jolesch oder der Untergang des Abendlands in Anekdoten“ gebracht. Lesebefehl versteht sich von selbst, wer dazu zu faul ist, kauft sich halt das großartige Hörbuch.

Now playing: Wir sind Helden - Nur ein Wort

Notiz an selbst und Nachtrag zu „Fliegen soll er ...“: Wenn der Ursprungstippgeber selbst ein Blog betreibt, soll er natürlich auch seinen Link bekommen.