Mittwoch, August 30, 2006

Es war einmal ...

Früher ging es ganz schnell, sich ein Telefon auszusuchen: Grün, rot oder blau, mit Wählscheibe (klassisch) oder Tastatur (modern, aber so was von!). Plattensammlungen mussten noch mühsam ersammelt werden, anstatt den gewünschten Bandnamen in eine Suchemaske einzugeben und Sekunden nach dem Entern die komplette Diskographie und achtunddrölfzig Bootlegs auf der Platte zu haben.

MP3-Sammlungen hießen Mix-Tapes, das Fernsehprogramm benötigte exakt 3 Spalten, um 0.00 Uhr war eh Schluss.

Modetechnisch hat sich vor allem die Jugend fleißig bemüht, sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln so lächerlich wie möglich zu machen. Das allerdings mit einem Ehrgeiz, dessen Ergebnis man guten Gewissens als Kollektiv-Trauma der 80er bezeichnen kann.

Rap hieß noch Breakdance und sah so aus:



Atomraketen hatten noch Namen wie Pershing Zwo und SS-20 (wann ist das eigentlich aus der Mode gekommen?), der Ostblock war noch bedrohlich, Michael Jackson noch nicht peinlich und wahrscheinlich waren nicht mal die viel zitierten Sommer heißer.

So ging das Leben dann seinen mehr oder weniger trostlosen Gang. Bis sich plötzlich „The Smiths“ aufgelöst und damit so manchen in eine tiefe Verzweiflung gestürzt haben. Zum Beispiel Marc Spitz. Zum Glück hat er es aufgeschrieben. Und nachdem ich jetzt eh in der literarischen Ecke bin, gibt es hier noch zwei Empfehlungen: Florian Illies meldet sich zurück mit Ortsgespräch, Jakob Arjouni mit Chez Max.

Now playing: Mary Hopkins - Those Were The Days

Dienstag, August 29, 2006

Scary Shit!

Diese Studie ist außerordentlich aufschlussreich. Es geht im weitesten Sinne um das Konsum- und Sozialverhalten an der Tanke. Um eine Lebenswelt also, in der der Mann noch Mann sein darf, denn:
„Das ist keine Wohlfühlwelt. Eine Männerwelt, Benzin
ist doch die Droge des Mannes.“
Da ist es nur logisch, wenn wir hier auf echte Kerle treffen, die uns teilhaben lassen an ihrer Definition des wilden Lebens:
„Ich bin ja kein Auto-Abschließer. Ihren Wagen nach dem Tanken abschließen, das machen nur Spießer, die nix riskieren im Leben.“
bzw
„Wer sein Auto an der Tanke abschließt und immer volltankt (...), also das ist doch kein Leben. Das Leben ist doch schließlich riskant.“
rrrrr ... Testosteron und Benzin. Wat ne Mische. Manchen scheint es ja zu reichen.

Now playing: Steppenwolf – Born To Be Wild

Via Achtung Werbung

Freitag, August 25, 2006

Pluto, Sie sind raus!

Die Welt schien den Atem anzuhalten, gar stillzustehen, jetzt dreht sie sich wieder. Pluto dreht sich auch weiter, aber nimmer als Planet sondern als Zwergplanet. Das hat Folgen: 1. Müssen Milliarden Schul- und sonstige Lehrbücher verbrannt und neu gedruckt werden. 2. Brauchen wir einen neuen Merksatz, denn
Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Neun Planeten.
fällt ja nun aus. Bevor das Land jetzt in kollektive Denkstarre verfällt und ganz besonders, bevor die Morgenpost wieder zum Wettbewerb unter den Lesern aufruft, kommt hier und jetzt mal wieder Blindtext-exklusiv der neue Lernsatz zum Auswendiglernen der nunmehr auf acht geschrumpften Planeten, die da bekanntlich heißen: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun:
Miesepeter Versenden Erstaunlicherweise Meist Jenische Schmähbriefe Und Nasenpflaster.
Now playing: David Bowie – Space Oddity

Donnerstag, August 24, 2006

Herr, Hirn, werfen, na du weißt schon

Weltbeste Wettervorhersage vom NDR 2:
"Am Hafen kann es noch sonnig werden. Bis es dunkel wird, logischerweise."
Now playing: Aha - Dark Is The Night For All

Dienstag, August 22, 2006

Demnächst in diesem Kino: Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, und der Herbst beginnt.

Kann mir kurz jemand das Konzept des „Rail Marshals“ erklären? „Sky Marshal“ hab ich ja begriffen: In der ersten Klasse sitzt ein Typ mit Wumme und der erste Taliban, der Richtung Cockpit schleicht, kriegt den Turban verplombt. Aber in der Regional-Bahn von Delmenhorst nach Hude?

Mal abgesehen davon, dass sich eh niemand in die Norddeutsche Tiefebene verirren würde, um sich dort in die Luft zu sprengen. Gerade im Herbst kann das ein verdammt trostloser Landstrich sein.

Deshalb verzieht man sich in nördlicheren Gefilden auch mit Einbruch der goldenen Jahreszeit bis zur Ernte in sein stilles Kämmerlein, ärgert sich wie jedes Jahr darüber die Sütterlinschrift nicht zu beherrschen und schreibt irgendwas in sein Tagebuch. Nicht dieses Blogdingens, sondern handschriftlich und in echt. Und auch nicht mit Kuli sondern entweder mit Bleistift, weil der so gut riecht (definitiv unter den Top-Drei-Gerüchen zusammen mit Leder und frisch geputzten Schuhen) oder mit dem Füller. Dazu passt, wen wundert’s, diese wunderbare Anzeige von Mont Blanc:


(Klick = groß, via Creative Criminal )

Eigentlich ist das auch die einzig vernünftige Art zu schreiben: Mit dem geerbten (oder auf dem Flohmarkt entdeckten) Kolbenfüller in einem Ledersessel in der Bibliothek sitzen, Füße hoch, prasselndes Feuer im Kamin, prasselnder Regen an den Fensterscheiben, viel Rotwein und vor allem: kein Briefing und keine Deadline. Später irgendwann mal. Jetzt muss Vaddi noch was schaffen. Aber wenigstens regnet es.

Now playing: Depeche Mode – Work Hard

Donnerstag, August 17, 2006

6 + 4,4 Millionen + 3 ... 1 im Sinn, macht ...

Gestern schrieb die Morgenpost, nach dem Ziehen der Lottozahlen Bilanz hätte der Senat herausgefunden, dass die Alster 4,4 Millionen Tacken wert sei. Nicht ohne im Kommentarbereich blöd zu fragen:
Wer kauft schon die Alster, die immerhin mit 4,4 Millionen Euro auf der Haben-Seite der Bilanz verbucht ist?
Ich hatte den Telefonhörer zwecks Alster-Order aus Jetzt-erst-recht-Reflex ja schon in der Hand, da musste ich ihn langsam wieder sinken lassen und über das Wort
immerhin
nachdenken. „Immerhin“ im Sinne von „Donnerwetter, wer hätte gedacht, dass der olle Tümpel noch so viel Schotter bringen könnte“? Wir reden hier immerhin von einem Fluss mit einer der, grob geschätzt, teuersten Uferregionen Hamburgs, Quatsch: Deutschlands, was sag ich: Europas, ach komm: der Welt!

Da sind 4,4 Millionen doch geschenkt. Deshalb wäre ich mit Fragen à la „wer kauft schon ...“ bisserl vorsichtiger. Einmal überregional gestellt und ratzfatz steht Frollein Hilton auf der Matte, lässt die Centurion kurz aufglühen und benennt die Alster um in „Lake Hilton“. Einfach, um dem „Vier Jahreszeiten“ eins auszuwischen. So würd ich das jedenfalls machen, aber ich hab ja momentan mit anderer Leute Hotels keine Probleme. Wenigstens weiß ich jetzt, dass der Senat allen Ernstes noch einen Silberschatz im Wert von 1,4 Millionen hat. Blindtext-Tipp: Alles in die Alster kippen und Winnetou-Fans aus aller Welt haben ein neues Mekka.

Ebenso nennt die Stadt 32 000 Verwaltungsarbeitsplätze ihr eigen, deren Büroausstattung insgesamt 41 Millionen wert ist. Klar, dass kein Geld mehr für teure Lehrer, Schulbücher, zu viele Kita-Plätze und Frauenhäuser da ist. Die fetten Jahre sind halt vorbei!

Now playing: Nick Drake – Milk And Honey

Dienstag, August 15, 2006

Wenn Urinstinkte machen, was sie wollen

Versteh einer die Frauen: Laut Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse treffen in gerade mal 84% aller Haushalte die Frauen die Entscheidung, welche Frauendüfte gekauft werden. Und die restlichen 16% hoffen dann wohl auf den Weihnachtsmann oder ihren Kerl. Wobei auf letzteren unter Umständen nur bedingt zu zählen ist:

Laut Guardian hat William Lyttle die letzten 40 Jahre damit verbracht, Tunnel zu buddeln. Unter seinem Haus. Keiner weiß, warum. Versteh einer die Männer.

Bester Kommentar jedenfalls:
"Inventing things that don't work is a brilliant thing, you know. People are asking you what the big secret is. And you know what? There isn't one."
Das hat fast Lebensmottoformat. Ok, nicht ganz, aber für ne Edgar-Karte oder ein Post-it am Rechner reicht es dicke.

Now playing: Heaven 17 – Geisha Boys & Temple Girls

Mittwoch, August 09, 2006

Freitagstexter - der Gewinner

Und das Rennen macht Herr Eigenart mit
"Der Nachteil von Mehrkorn-Sandalen"
und hat damit den nächsten Freitagstexter an der Backe, es sei denn, sein Urlaub kommt dem in die Quere. Gewinnabruf unter ramses101(at)gmx(punkt)de. Ich danke für die Teilnahme und gebe zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

Now playing: Abba – The Winner Takes It All

Montag, August 07, 2006

Rosebud

Jetzt oder vielleicht auch schon ewig, was weiß ich, ist es raus. Das allerletzte Wort im allerletzten Harry-Potter-Band lautet: Narbe. Dieser miese kleine Marketingtrick kann natürlich die Milliarden Potter-Fans in aller Welt nicht zufrieden stellen, deshalb gibt es hier als exklusiven Blindtext-Service den kompletten letzten Satz aus Harry Potter, Band 7 („Harry Potter And The Pockemon of Poo“):
Harry lag im Schnee und starb, Narbe.
Soll mir nachher keiner nachsagen können, ich würde mich vor harten Wahrheiten drücken wollen.

Now playing: The Smiths – I Know it’s Over

Birthdey Bravo

Frau Gröner hat es vorgemacht, ich mach es nach: Welches Bravo Titelblatt hat in der Woche meiner Geburt die Auslagen der deutschen Kioske geprägt? (Wahrscheinlich eher die hinteren Ecken, war ja schon fast schmuddelig, früher.)
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Der Titel (ET: 17.01.1974) mit Susan Dey war es, die, wie ich finde: mit Recht! den Goldenen Otto bekommen hat. Wofür, weiß ich nicht. Vielleicht schon mal im Voraus für „L A Law“.

Mit Susan Dey auf dem Titel kann ich jedenfalls wunderbar leben – ich hab frisurtechnisch Schlimmeres vermutet. Die 70er Jahre waren schließlich nicht gerade für Frisuren bekannt, an die man sich gerne zurück erinnert. Warum, weiß ich wieder nicht. Vielleicht gab es einfach nicht genügend Frisöre. Das ist heutzutage übrigens nicht der Fall. Kann es sein, dass es irgendwelche Zuschüsse oder sonstige Förderungen gibt, wenn man einen Frisörsalon aufmacht? Allein in der Osterstraße habe ich sieben gezählt und direkt vor meiner Haustür sind es auch gleich drei.

Eventuell ist das aber auch wieder so eine Eimsbüttler Schrulle. Immerhin dürfte die Gärtnerstraße die einzige Straße der Welt sein, in der es gleich zwei Fachgeschäfte für Saxophone gibt. Wenn man New Orleans weglässt jedenfalls.

Diese Konglomerate scheinen den einzelnen Läden aber nicht zu schaden, siehe Osterstraße. Wir bleiben in der Osterstraße: Was nämlich nur schief gehen konnte, ist, ich hab’s geahnt, das konzeptlose Konzept „Shoes and Vine“. Das sieht jedenfalls gerade verdammt nach Geschäftsaufgabe aus. Wobei an dieser Stelle explizit darauf hingewiesen sei, dass hier keine Häme oder so was mitschwingt. Geschäftsaufgaben gönne ich niemandem. Ich hoffe jedenfalls, die Betreiber finden schnell etwas neues. Vielleicht ja sogar mal mit Konzept. Aber bitte nicht noch ein Frisör.

Now playing: Depeche Mode – Told You So

Freitag, August 04, 2006

Freitagstexter

Mein bescheidener Beitrag hat es tatsächlich geschafft, von Frau Ninifaye zum Sieger gekürt zu werden. Deshalb findet der heutige Freitagstexter im Blindtext-Blog sein zwischenzeitliches Asyl. Die Regeln sind bekannt, aber man weiß ja nie: Texten Sie die passende Bildunterschrift bzw. den treffenden Kommentar zu folgendem Fundstück:

(Bild entfernt)

Dass ich mich mit diesem Bild bereitwillig dem Vorwurf der Herzlosigkeit stelle, sei bitte am Rande zur Kenntnis genommen. Der Wettbewerb läuft im Prinzip bis Dienstag, Beiträge, die nach 00.00 Uhr hinterlassen werden, finden allerdings auch noch Berücksichtigung. Zu gewinnen gibt es ganz was Feines:
Die schon jetzt legendäre Ausgabe der Hamburger Morgenpost vom 21. Juli 2006 in der großspurig der „heißeste Tag aller Zeiten in Hamburg“ angekündigt wurde
Mögen die Spiele beginnen.

Now playing: Vangelis - Conquest Of Paradise

Donnerstag, August 03, 2006

Way Too Cool

Wie geil ist das bitte?

Gegen Ad-Man kann Ad-Guy jedenfalls nicht anstinken.

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Und die Ode an die Blogger kann sich natürlich auch sehen lassen.

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Now playing: Richard Sanderson – Reality

Via Weltregierung