Freitag, Juli 28, 2006

Durchhalten! Alles wird gut!

Schwarzmaler, Konservative und Kommunisten aufgepasst: Ihr verliert! Genau wie die ollen Bildungsmuffel. Das sagt jedenfalls laut Kultur-Spiegel das Heidelberger Marktforschungsinstitut Sinus Sociovision. Friede, Freude, Lebenslust, und die einzige Sorge der “Experimentalisten“ ist, dass die eigene Brut gefährlich in Richtung „Moderne Performer“ abzurutschen droht. Wenn das keine prima Aussichten sind.

Alles schön und gut. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es bei dieser Weichzeichner-Gesellschaft noch unwahrscheinlicher wird, dass endlich die eh schon überfällige Chuck-Norris-DVD-Box auf den Markt kommt. Andererseits: Vielleicht auch gerade nicht. Denn irgendwie muss das PISA-Land ja in den nächsten Jahren die Kurve kriegen. Und welcher Weg wäre besser, als der von Chuck Norris: Chuck Norris doesn't read books. He stares them down until he gets the information he wants.

Now playing: New Model Army – Brave New World

Mittwoch, Juli 26, 2006

Wie meinen?

Erste Frage: Was darf Satire? Bekanntlich alles. Zweite Frage: Wer pisst bei diesem blöden Kalauer eigentlich wem ans Bein?

Gerhard Seyfried postet das Machwerk jedenfalls in seinem Blog und lässt mich allein mit der Antwort auf die Frage: Wer wird hier kritisiert? Wird – zum Beispiel – die Bild als Bücher verbrennender Nazi dargestellt, weil sie ständig eine Reform in der Luft zerreist, die nun wirklich nicht den Untergang des Abendlandes einläutet?

Oder hat der Zeichner beim Zeichnen nicht nachgedacht und würde sich gerne selbst der Nazi-Methoden bedienen, weil er der Reform ähnlich missmutig gegenüber steht wie der Springer-Verlag? Nur weil Buchverbrennungen gerade wieder in Mode sind? Wenn dem so ist, ist die eigentliche Ironie hier in der Allianz Seyfried-Springer zu sehen. Kenner seiner APO-Comics wissen, was ich meine.

Wie auch immer – daneben ist die Nummer in jedem Fall und der Duden kann nun wirklich am wenigsten für die Rechtschreibreform. Fleißig diskutiert wird hier

Now playing: The Velvet Underground – What Goes On?

Montag, Juli 24, 2006

About me Stöckchen

Eigentlich wollte ich heute einen vor Witz und Häme nur so strotzenden Beitrag schreiben, in dem ein pointierter Bogen geschlagen werden sollte von der Unhöflichkeit, ein Obdachlosenmagazin wegen mangelnden Intelligenzgehalts des redaktionellen Teils zurückzuweisen hin zu diesem selten blöden JU-Plakat:
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Allein: Es ist zu heiß. Ich. Kann. So. Nicht. Arbeiten.

Da trifft es sich natürlich, dass ich just über ein weiteres Stöckchen stolpere, das mir Björn vom Blog „Reine Formsache“ zuwirft.

Warum bloggst Du?

Einer muss ja. Außerdem schreib ich eh den ganzen Tag und wenn man stundenlang nur Werbetexte schreibt, wird man wahrscheinlich bekloppt.

Seit wann bloggst Du?


Seit dem 2. Februar 2005. Gestartet übrigens mit einem so behämmerten Konzept, dass es exakt 3 Beiträge gedauert hat, um es zu sprengen.

Selbstportrait

Irgendwas zwischen Hemmingway und Flipper.

Warum lesen deine Leser Deinen Blog?

Das Blog! Es heißt das Blog! Und warum meins gelesen wird? Weil ich total einfühlsam und sensibel bin.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?

Das glaubt mir zwar jetzt wieder kein Mensch, weil es einfach zu konstruiert klingt, aber es ist die reine Wahrheit: magersüchtige porno teens

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Das dürfte mein David Bowie Geburtstagsbeitrag gewesen sein. Was ich überhaupt nicht verstehen kann. Immerhin kommen da Blogs, Die Ärzte, PR und Vater Klum drin vor.

Dein aktuelles Lieblings-Blog?

Schwierig. Hab ich nicht. Aber die Blogs da rechts sind alle nicht soooo schlecht.

Welchen Blog hast du zuletzt gelesen?

Na welches schon? Das, auf dem ich das Stöckchen entdeckt habe.

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?

Ich hab ja immer Schwierigkeiten mit dem Selektieren. Insbesondere, wenn man sich meine Begründung für das Zuwerfen anschaut: „Weil ich der Meinung bin, dass gerade auf den auserwählten Weblogs humorvolle und tiefgründige Antworten auf eher banale Fragen zu erwarten sind.“ Das gilt nun mal für mehr als vier, also quasi für meine komplette Blogrolle (na ja, fast).
Now playing: Gloria Gaynor - I Am What I Am

Freitag, Juli 21, 2006

My top five social mediatools

Ständig nehme ich mir vor, die (vornehmlich bei Nick Hornby entliehene) von mir früher so gehegte Tradition der Top-5-Listen fortzuführen und ebenso ständig vergesse ich es wieder. Dank Stöckchenwurf von Werbeblogger Patrick ist damit jetzt Schluss und es geht weiter:
My top five social mediatools:

5. Technorati - klar. Immer mal gucken wer wie was verlinkt. Hübsch wäre allerdings noch so eine Art Link-Historie, damit ich auch immer schön nachvollziehen kann, bei welchen Blogs ich wieder wegen irgendeines falsch verstandenen Krawall-Beitrags aus der Blogrolle fliege.

4. Das deutsche Depeche-Mode-Forum - total old school, ich weiß. Aber erstens war das so vor 6 Jahren mein erstes soziales Medienwerkzeug überhaupt und außerdem hab ich selten eine so gut funktionierende Community erlebt, die in ihrer Komplexität auch offline ihresgleichen sucht.

3. Kartoo - wobei ich gar nicht weiß, ob das überhaupt gilt. Aber das Schicke an dieser Suchmaschine ist, dass auf einen Blick mögliche Verknüpfungen und Querverweise deutlich werden. Und wenn das nicht „social“ ist, weiß ich auch nicht.

2. last.fm - sag mir was du hörst, und ich sag dir wie du tickst. Ein großartiges Tool um musikalisch über den Tellerrand und weiter zu blicken.

1. Canis lupus familiaris - bis auf weiteres mein social mediatool Nr. 1, wobei ich an der Brücke zu „media“ natürlich noch etwas schleifen muss. Aber bei allem Web 2.0 – Life 1.0 rulez ;-)
Und nur um kurz deutlich zu machen, wie wenig ich das Stöckchenwurfprinzip verinnerlicht habe: Soll ihn doch fangen wer will.

Now playing: The Cure – Catch

Mittwoch, Juli 19, 2006

Der beste Eintrag seit gestern*

Wenn man bei google nach „dem besten Sommer seit“ sucht, wie viele Treffer landet man da wohl? Fast. Oder: Genau. Oder: Weit gefehlt. Je nach Schätzung halt.** Mich wundert das, denn jetzt wo ein jedes Leben 1.0 langsam aber sicher im Web 2.0 versinkt, müssten doch eigentlich mehr Leute etwas über ihren „besten Sommer seit Frankreich 93/ dem Abi/ der dummen Sache damals/ dem Julia-Debakel“ zu berichten haben. Soooo schlimm kann es doch nicht gewesen sein?

Sollte man jedenfalls meinen. Die Hamburger Morgenpost allerdings zitierte gestern einen Meteorologen, der etwas faselte vom „besten Sommer seit 1000 Jahren.“ Und da wird man schon hellhörig.

Hat der gute Mann ein Problem mit Landwirten, denen vielleicht endlich, endlich die komplette Vernichtung der Ernte droht? Sind ihm die ganzen sauberen Seen ein Dorn im Auge, die jetzt endlich, endlich umzukippen drohen – am besten alle auf’n Mal?

Wie wäre es mit etwas kleineren Brötchen? „Das ist der beste Sommer seit letztem Sommer.“ So entwaffnet man Leute. Kann man sich jemanden, der solches ausspricht, im Unterhemd, verschwitzt und mit zornesrotem Gesicht vorstellen? Nein, kann man nicht. Solche Leute sitzen im leichten Leinenanzug im Schatten eines Ölbaums und wenden sich nach Beantwortung der Frage gleich wieder ihrer Lektüre zu.

Wir brauchen einfach mehr entspannte Leute. Oder gleich Choleriker, die rocken wenigstens. Aber keine Wissenschaftler, die immer gleich ausflippen, nur weil irgend etwas seit so und so viel Jahren nicht mehr vorgekommen ist.

Now playing: Peter Maffay – Es war Sommer

*Und das auch nur, weil er der einzige ist. Immerhin enthält er einen dicken Logikfehler, aber das Bloggen wird einfach zu schlecht bezahlt, um da nochmal beizugehen.

**Ich weiß. Ich weiß – die zurecht gebogene Syntax ist ausschließlich dem Textfluss und dem schönen Ergebnis geschuldet. Die eigentliche Suche müsste natürlich nach „der beste Sommer seit“ erfolgen. Klugscheißer.

Dienstag, Juli 18, 2006

Exkurs: Wüsten

Sobald es über 30° warm ist, hat doch kein vernünftig tickender Mensch mehr Lust, sich irgendwelche komplizierten Sachen auszudenken. Abgesehen natürlich von Sprinkleranlagen im Büro, die zwar nass machen, aber den ollen Rechner in Ruhe lassen. Sonst gibt das nachher wieder Mecker von der IT.

Was nervend hinzukommt sind nicht angekommene Bestellungen. Und statt der eigentlich bestellten Bestellung angekommene Dinge. Und E-Mails die das anprangern und nicht beantwortet werden. Wie lange dauert es eigentlich normalerweise, bis werktags eine Mail beantwortet wird? So im Schnitt?

Und was noch viel interessanter ist: Warum heißt die Servicewüste eigentlich Servicewüste? Was in einer Steinwüste am wenigsten vorhanden ist, ist Wasser. Sie heißt aber nicht Wasserwüste sondern Steinwüste. Und was findet man in einer Steinwüste bis zum Erbrechen? Exakt. Kann man das Meer eigentlich als Wasserwüste bezeichnen? Ist aber eigentlich auch egal. Ich mach hier mal weiter.

Now playing: Peter Schilling – Die Wüste lebt

Montag, Juli 17, 2006

Einfach kann ja jeder

Es gibt Dinge, die macht man mit einer Intensität die jeden Leistungssportler vor Neid erblassen lassen könnte – und trotzdem werden sie kaum bis gar nicht gewürdigt. Wollen, zum Beispiel. Wenn man früher, so mit 16, 17 ein Mädchen besucht hat, wollte man im Prinzip die ganze Zeit mit ihm in die Kiste springen. Stattdessen saß man da, musste Jasmintee trinken, über Greenpeace reden und Kajagoogoo hören.

Trotzdem hört man Sätze à la „Er hat den ganzen Abend da gesessen und gewollt“ viel zu selten. Versteh ich gar nicht. Gewollt wird nämlich stets und ständig. Im Berliner Club BKA zum Beispiel wurde nach dem Depeche-Mode-Konzert auch gewollt. Sehr intensiv sogar. Leider weiß ich nicht genau, was eigentlich gewollt wurde. Deshalb muss ich spekulieren. Aber bei einem so dämlichen Pfandsystem gibt es eigentlich nur folgende Möglichkeiten:

a) Der Getränkeumsatz sollte ein gewisses Pensum pro Stunde nicht überschreiten.
b) Der Veranstalter hatte eine Wette verloren.
c) Irgend so ein Berliner Ding, das ich wieder nicht gerafft habe.

Dieses Pfandsystem beinhaltete jedenfalls eine halbe Wäscheklammer, deren Funktion mir bis heute ein Rätsel geblieben ist und die den Tresenbetrieb derart aufgehalten hat, dass man geneigt war, sich über gar nichts mehr zu wundern. Würde sich ein Laden in der Schanze etwas derartig Unpraktisches ausdenken, er wäre nach 20 Minuten pleite.

Now playing: Wir sind Helden – Müssen nur wollen

Mittwoch, Juli 12, 2006

Nullnummer

Nichts kann mir meine Lieblingsmarke kaputt machen. Nicht das „modifizierte“ Design, nicht die ganzen überflüssigen Subbrands, nicht die Suizidversuche in Atlanta und schon gar nicht die absolut lesenswerteste inoffizielle Geschichte von Coca-Cola: „Für Gott, Vaterland und Coca-Cola“ von Mark Pendergast. Coke bleibt ein Denkmal, da könnt ihr rütteln, wie ihr wollt.
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Aber vielleicht doch noch mal zurück zu den Line-Extensions Sortiment-Erweiterungen. Ist ja alles Schnickschnack (außer Cherry-Coke, versteht sich). Deshalb ist es nur folgerichtig, dass auch das neue Coke Zero schmeckt wie Pepsi, nur anders, also quasi wie Coke light, was es ja bei Licht betrachtet auch ist.

Coke Zero ist wohl die Coke light mit Jugend-von-heute-Credibility – Coke light selbst wird ja, die Werbung sagt es, nur von sexuell frustrierten unterforderten Büro-Schnitten geordert. Wenn es irgendjemanden gibt, dem das Zeug schmeckt: Bitte melden. Würde mich interessieren, warum.

Now playing: Robin Beck – First Time

Montag, Juli 10, 2006

PayPerPost?

Na, Kinder, wenn das mal nicht in die Hose geht. PayPerPost heißt also das neue große Ding im Blogdingens. Ganz wacklige Sache, seine Kommunikation so larifari zu behandeln, aber bitte. Vielleicht bei der nächsten Schnapsidee vorher noch mal Goethes Zauberlehrling lesen? Da steht das ganz gut drin, mit den Geistern, die man rief und so.

Now playing: Story Of The Year – Pay The Enemy

Via Kleines F

Freitag, Juli 07, 2006

„If this is a five – what is a six?"

Just doing the job, having a bud – manche Arbeit ist großartig, manche nicht:



Now playing: Madonna – Borderline

Via Adssuck

Donnerstag, Juli 06, 2006

„Unser Buchhalter sitzt wegen Veruntreuung im Knast. Können Sie das irgendwie positiv formulieren?“

Wenn ich einen Tag partout nicht zu erreichen bin. Welche Mitteilung hinterlasse ich dann den Leuten, die versuchen, mich zu erreichen? Ungefähr so etwas:
Tut mir leid, aber ich bin heute nicht zu erreichen. Einfach morgen noch mal probieren.
So oder so ähnlich würde das jede andere Privatperson auch formulieren. Wenn diese Privatperson allerdings zum On-Demand-Trouble-Shooting-Executive in der Online-Klitsche wird, dann geht das nicht mehr. Denn das klingt negativ. Na, sagt sich der Pfiffikus, wollen wir doch mal sehen. Ha, sagt er kurz darauf und hackt diesen Mist in seine Tastatur:
Wegen Wartungsarbeiten und einem Softwareupdate mit einigen neuen Funktionen kann es derzeit leider zu Störungen kommen. Danke für euer Verständnis!
Schlimmer geht es nicht, myblog.de Wenn ihr einen Tag off seid, dann schreibt, dass ihr einen Tag off seid. Sonst reg ich mich mit jedem Besuch auf eurer Seite mehr auf. Das will ich nicht. Und hört verdammt noch mal auf, um mein Verständnis zu bitten. Verständnis ist etwas, was sich einstellt, wenn man versteht. Erbitten reicht da nicht.

Now playing: Erasure – Love To Hate You

Lieber Gott,

dass es mit dem Titel nicht geklappt hat - geschenkt. Aber könntest du bitte die Sonne hier lassen, wenn du dich wieder nach Frankreich verziehst? Das wär prima.

Now playing: Duran Duran - Save A Prayer

Mittwoch, Juli 05, 2006

Immer diese scheiß Lastminute-Tore, hat mich schon Barcelona 99 angekotzt. Und überhaupt: AUSGERECHNET ITALIEN! WAREN 70 UND 82 NICHT GENUG?

Wurscht. Wat ne geile WM. Trotz FIFA. Aber kann Blatter jetzt bitte endlich gehen? Übrigens: Der Bikini wird heute 60. Herzlichen Glückwunsch. Egal. Ich bin weg. Frankreichflaggen kaufen. Außerdem ist Fußball gar nicht so wichtig.

Now playing: Velvet Underground – All Tomorrows Partys

Warum funktioniert der olle Link nicht? Dann eben so:

http://www.fussball-ist-immer-noch-wichtig.de/