Dienstag, Mai 30, 2006

Horizonte erweitern

Nach den ganzen Tralala-Beiträgen gibt es jetzt mal wieder einen, der den Qualitätsanspruch dieses Blogs unterstreicht. Oft fragt man sich ja, wie man sich verhalten soll, wenn man in ein Schwarzes Loch fällt. Wenn man erst einmal drin ist, ist es ja klar: Entweder man hat was zu knabbern für Maximilian dabei oder man macht sich fix vom Hof. Aber während man reinfällt? Nichts besonderes jedenfalls. Genießen Sie einfach den Flug.
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Now playing: David Bowie – Space Oddity

Hamburg, wir hören nichts!

Als „Offizieller Nichtpartner der FIFA Fussball WM 2006 TM“ wollte ich mich ja eigentlich von allem offiziellen Trara fernhalten und ausschließlich Guerilla-Vorführungen beiwohnen. Aber dieses Public Viewing diese öffentliche Vorführung würde ich mir dennoch nicht entgehen lassen. Schade, dass ausgerechnet dem Venedig des Nordens vor lauter Jungfernstiegerei und Elbphilharmoniesucht nichts entsprechendes eingefallen ist.

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(Klick macht groß)

Now playing: Neil Young – Down By The River

Montag, Mai 29, 2006

Sicher wie in Abrahams Schoß

Safe geknackt? Brieftasche stibitzt? Alles schon erlebt? Für alle Resignierten gibt es jetzt das ultimative Geldversteck: Die Security Pants.

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Now playing: Distain – Smells Like Teen Spirit (Nirvana-Cover, klar)

Via W & K Blog

How To Not To Be Bored In The Rain

Manchmal wundert man sich ja. Da huldigt man einen ganzen Abend lang Dionysos und was ist? Als Dankeschön lässt es sein Kollege Petrus am nächsten Tag regnen als wäre es das letzte Mal. Natürlich erst, wenn man weit genug gejoggt ist um nicht „schnell mal eben“ zurück zu können.

Aber es gibt auch am Isebekkanal Bäume zum Unterstellen. Da steht man dann also und denkt: Tss ... diese Götter wieder. Oder doch eher: Tss ... diese Weiber wieder.?

Denn wenn man im Regen steht, diesen persönlich nimmt, sich bestraft fühlt und anfängt nachzudenken, was man falsch gemacht haben könnte, ist man schnell bei der Geschichte von Etain. Diese – laut keltischer Mythologie – schönste Frau Irlands wurde nämlich weit vor unserer Zeit geehelicht von Midir, einem Gott der Anderswelt. „Anderswelt“ klingt immer gleich so dramatisch, Midir allerdings war kein Kind von Traurigkeit. Hätte also alles keine Story ergeben, wäre da nicht seine Erstfrau Fuamnach gewesen, die sich ebenso kreativ wie eifersüchtig zeigte und Etain kurzerhand und wie ich finde: zu Unrecht, in einen Tümpel verwandelte.

Später wurde die Bestrafung dann – ob aus Boshaftigkeit oder wegen guter Führung weiß ich nicht – umgewandelt und die gute Etain wurde in einen Wurm verwandelt. Die letzte Verwandlung wiederum machte aus ihr (Reue? Mitleid? Zweite Chance?) einen Schmetterling.

Die Ironie des Schicksals allerdings verlangte, dass Midir (der Göttergatte) den Schmetterling gar bezaubernd fand, woraufhin Fuamnach, des Verwandelns überdrüssig, einem Wind befahl, Etain an eine Felswand zu pusten und dort exakt 7 Jahre hilflos umherwehen zu lassen.

Dort wurde sie dann von einem Ziehsohn Midirs entdeckt und ab ging es nach Hause. Oengus, so sein Name, schaffte es immerhin, ihr jeweils in der Nacht ihre Menschengestalt zurück zu geben. Das war praktisch, bleib aber nicht unbemerkt von, man ahnt es schon, einer mächtig angepissten Fuamnach. Ein letztes Mal wurde ein Wind geordert, der den Schmetterling formerly known as Etain in – und darauf muss man auch erstmal kommen – einen Becher Met blies, der daraufhin von einer Frau in einem Zug geleert wurde.

Nach 1012 Jahren im Bauch dieser Frau [sick but sic!] wurde Etain als Etain, Tochter von König Etar von Ulster, wieder mal geboren.

Danach passierte noch einiges: Etain heiratet Eochaid Airem, den König Irlands, muss von Midir (der sie nicht vergessen hat) in Form eines Schwans entführt werden, obwohl er das Schachspiel um sie gewonnen hat (jetzt wird’s kompliziert), und ihre von Eochaid verursachte Tochter wird später nach 9 Jahren Belagerung der Feste Midirs durch Eochaid von Eochaid geschwängert, da er seine Tochter fälschlicherweise für die Mutter hält, woraufhin ein Kind namens Conaire Mór geboren wurde.

Aber all das spielt überhaupt keine Rolle während man im Regen steht, denn Mutter des Gedankens waren ja die ausufernden Eifersüchteleien von Fuamnach und schon nimmt man sich wieder vor, nachzuschlagen, was denn eigentlich aus ihr geworden ist. Aber dann behält Lügnix wieder Recht, auf Regen folgt Sonnenschein, man geht nach Hause und vergisst, was man vorhatte. Bis zum nächsten Mal. Aber dann sind wahrscheinlich andere Mädels dran. Sedna. Oder Freya. Oder Hathor oder wie sie alle heißen.

Now playing: Creedence Clearwater Revival – Who’ll Stop The Rain

Mittwoch, Mai 24, 2006

Alles nur Reklame!

Die Braunbärenjagd in Bayern in Österreich im Wald hält mittlerweile ganz Deutschland auf Trab. Und das alles wegen eines ganz banalen Guerilla-Marketing-Gags. Chapeau, Langnese. Aber wie erklärt ihr das mit den Schafen?
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Now playing: A-ha – Hunting High And Low

Dienstag, Mai 23, 2006

You Da Man!

Liebe Kinder, wenn ihr euch später mal lächerlich machen wollt, dann folgt einfach dem Beispiel eines kleinen Grünschnabels, der glaubt, in der großen Stadt den großen Max machen zu müssen:

Kauft euch wenn ihr 17 seid bei C&A einen Anzug, keine Angst, passen muss er nicht. Kauft euch dazu keine passende Krawatte aber denkt um Himmels Willen an die Krawattennadel (goldfarben, gerne mit Dollarzeichen). Die Slipper könnt ihr ruhig anbehalten, die sieht man wegen der zu langen Hose eh nicht. Eigentlich ist jeder dicke Ring pro Hand zu viel, aber wenn ihr euch nicht entscheiden könnt, nehmt halt beide. Da richtiges Kokain euer Taschengeldkonto gesprengt hätte, begnügt euch eben mit Speed. Das merkt kein Mensch, vor allem wenn ihr das feine Pulver noch einmal überflüssigerweise mit eurer Sparkassen-Kundenkarte feinhackt. Wenn ihr eure Lines zieht, vergesst nicht, den Kopf energisch in den Nacken zu werfen. Das sieht dynamisch aus und macht mächtig was her. Ignoriert die Mädels in der Ecke, die sich gerade totlachen. Die haben keine Ahnung und kommen bestimmt vom Land. Ab auf die Tanzfläche. Grundsätzlich gilt: Rhythmus wird ebenso überschätzt wie Textsicherheit und wenn etwas bei alten Männern à la John Travolta cool aussah – wie kommt es dann erst bei euch rüber?

Sachen gibt’s ... und dann wundern sich die Leute, warum die Leute keine Kinder mehr bekommen wollen.

Now playing: The Cascades – Forever A Fool

Buy, Buy Love?

Nur am Rande: Was mir an der Opel-Bloggerei so sauer aufgestoßen ist, war nicht die Käuflichkeit und die Instrumentalisierung der Blogger als willfähige PR-Zombies an sich, sondern die weinerliche Reaktion auf die durchaus nachvollziehbare Kritik. Warum stehen die nicht einfach zu dem, was sie sind? Und damit meine ich keinesfalls das kokette „Ach-was-sind-wir-wieder-käuflich-Getue“. Damit meine ich ein klares Bekenntnis:
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Gut, von Opel hätte ich mich jetzt nicht gerade einnehmen lassen, aber falls Astra (also das richtige jetzt) mitliest: Kiste Rotlicht pro Woche und ich bin euer Mann. Perfektes Timing jedenfalls via Werbeblogger

Now playing: Nick Drake – Milk And Honey

Montag, Mai 22, 2006

Buuuuuh! Schiebung! Betrug!

So oder so ähnlich hallte es mir heute morgen von den Titelblättern der Zeitungen für die Zielgruppen mit alternativen Bildungsschwerpunkten entgegen. Dazu gab es meist ein Bild von einem Ork Bandmitglied.

Dass ich den Grand Prix verpasst habe, bekomme ich jedes Jahr dadurch mit, dass sich jemand beschissen betrogen fühlt – meistens die Deutschen. Der in der Tat ungeheuerliche Vorwurf dieses Mal: Die baltischen, skandinavischen sowie die Balkan-Staaten haben einfach für ihre Nachbarn gestimmt – statt für die Deutschen. Ja, da kann man schon mal bockig werden und vor lauter Protest mit dem Fuß aufstampfen. Dadurch rutscht man zwar auf meiner Liste der coolen Leute automatisch auf den letzten Platz, aber manchen Leuten ist ja alles egal. Genutzt hat der „Punkte-Schmuh“ den heimtückischen Punkte-Schacherern übrigens nichts, gewonnen haben die Orks.

Wie überaus glücklich muss es sich im Leben derer leben lassen, die sich über so einen Scheiß ernsthaft auch nur eine Sekunde aufregen können. Eure Sorgen, eure Sorgen.

Wer sich über verlorene Gesangswettbewerbe aufregt, legt jedenfalls eine Unsouveränität an den Tag, die in ihrer Entsprechung einem „wäwäwäselbernochvieldoofer“ nicht ganz fern ist. Ein ähnlich kindisches Verhalten konnte in den letzten Tagen übrigens bei den „Opel-Bloggern“ beobachtet werden. Dazu muss man gar nicht mehr viel sagen, das ist hier zur Genüge passiert und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, abgesehen von diesem Text vielleicht.

Alles in allem also ein Montag, an dem es gilt, viele, viele Tränen des Kummers zu trocknen. Wer kocht den Kakao? Ich fühle mich gerade merkwürdig unzuständig.

Now playing: The Fortunes – You’ve Got Your Troubles (I’ve got mine)

Dienstag, Mai 16, 2006

Ene, mene, muh ...

Nach Bekanntgabe des Kaders ist die Strategie klar: Irgendwie durch die Vorrunde und dann alles auf deutsche Art und Weise platt machen bis man im Finale steht. So weit, so gut.

Aber mit welcher Taktik soll das erreicht werden? Taktisches Zentralthema in der Defensive: Jens lässt sich durch Nowotny mal nicht verrückt machen und tut einfach so als sei er noch in London. Im Mittelfeld: Michael muss nicht mehr so tun als sei er kreativ und spielt einfach, als sei er schon in London. Das war abzusehen, das hat die Welt erwartet.

Kommen wir jetzt zu den grundlegenden Taktiksäulen in der Offensive. Kevin David sprintet einfach immer mal wieder planlos aber total schnell nach vorne. Das macht die anderen ganz wuschig und so können David oder Mike Lukas oder Miro denen die Bälle nur so um die Ohren und so weiter und so fort.

Aber mal was anderes. Was sagt denn eigentlich Kevin Kuranyi dazu, dass er bei der WM im eigenen Land zu Hause bleiben muss nicht dabei sein darf? Der blogt sich den Frust von der Seele und stellt sich immer wieder eine Frage:
Immer wieder habe ich mir die Frage gestellt: Warum ausgerechnet ich? Warum darf ich nicht dabei sein bei diesem einmaligen Ereignis?
Allerdings nicht, ohne diese Frage auch zu beantworten:
Ich weiß selbst, dass ich keine überragende Saison gespielt habe, dass meine zehn Tore keine optimale Ausbeute waren.
Hamma dit auch geklärt. Und die eine oder andere Überraschung (ohne Wertung) dürfte uns auch sicher sein. Und vielleicht zeigen sich ja die Holländer auch endlich mal sportlich und lassen van Nistelrooy der Fairness halber zu Hause. Bittebittebitte.

Now playing: K’s Choice – Laughing As I Pray

Und ich sag noch: Zieh dir 'ne Jacke an!

Es dürfte nur wenige Lebensmittel geben, bei denen der Verbraucher dermaßen beschissen wird, wie beim Olivenöl. Das liegt natürlich zunächst einmal daran, dass er keine Ahnung hat, wie vernünftiges Öl überhaupt schmeckt. Wenn man Klein-Durchschnitts-Erna da draußen versucht einen Schluck pures Öl schmackhaft zu machen, wird sie sich schüttelnd in eine Gänsehaut zurückziehen und in Gedanken bei Lebertran sein. Olivenöl ist für die meisten ... na ja – Öl halt. Es fehlt einfach der Vergleich mit richtigem Öl. Extra Vertschine für dreifuffzisch? Komm, nimm mit.

So geht das natürlich nicht. Vernünftiges Öl kostet schon etwas – wobei wir hier nicht über Wein-Preise reden. Bzw: schon, aber: eine Flasche Öl hält länger als eine Flasche Wein, von daher sind 26 Euro für eine 0,5 l Flasche zwar nicht billig, aber alles andere als unverschämt .
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Geschmacklich vermag so ein Öl alles dermaßen zu veredeln, dass man schnell süchtig nach dem Zeug wird. Und jedes Mal wieder dankbar ist, wenn es einem so banale Dinge wie Tomaten mit Mozzarella (hier gilt immer noch: Pseudo-Mozzarella aus Kuhmilch reicht völlig aus, das Original aus Büffelmilch wird maßlos überschätzt) und Basilikum rettet, weil das Basilikum in seinem Aroma-Auftrag kläglich versagt hat. Um so mehr wundert man sich dann, dass es trotzdem nicht so recht schmecken mag. Beim Basilikum: Gut, wenn man mit der Hand durch die Blätter streicht und nichts von dem Aroma hängen bleibt, schiebt man es eben auf die ollen Supermarktzüchtungen. Wird Zeit, dass das selbstgezogene Kraut bisschen Gas gibt. Immerhin sollten die Eisheiligen jetzt durch sein, mit ihrem schändlichen Getue. Aber das Öl muss doch nach was schmecken! Was ist denn das für ein Tag? Erste Grundsatzunsicherheiten machen sich breit. Zeit für den ultimativen Geschmackstest.

Wenn man dekadent ist, startet man diesen mit einem Barbaresco,dem zwar auch noch, aber nicht ganz so kräftigen und deshalb liebevoll „kleinen Bruder des Barolos“ genannten Nebbiolo-Weins, bevor man sich mit dem jede Geschmacksknospe zur Sinnesexplosion bringenden großen Bruder anlegt.

Passiert jetzt immer noch nichts, hat man ein ernstes Problem. Da kann man schon mal hinaus auf den Balkon treten, die Arme in den Nachthimmel strecken und die Götter fragen, warum sie einem denn ausgerechnet den Geschmackssinn rauben mussten und ob es für den Anfang denn nicht die, sagen wir, Plattensammlung oder so getan hätte. Und dann erinnert man sich, kommt wieder runter und versichert der Plattensammlung man habe es gar nicht so gemeint.

Oder anders formuliert: Erkältungen und dichte Nasen im Mai sind ganz schön psycho.

Now playing: Harry Connick jr. – The Bare Necessities

Donnerstag, Mai 11, 2006

Fußball Is The New Hund

Früher war alles besser. Früher hieß es einfach: “If there’s no idea, put a dog in it” und fertig war die Anzeige. Babys gehen auch immer. Heute hingegen heißt es überall nur noch: „There is no idea, if there’s no football in it.“

Das Fußball-Getue der Kollegen Werber, Designer und Produkt-Manager geht mir jetzt aber langsam so was von auf den Zeiger. Mich nervt es ja samstags im Radio immer schon (ja, ich höre Fußball im Radio), dass es wohl mittlerweile ein Gesetz gibt, das besagt: Während der Fußballübertragung dürfen nur Spots mit Fußballbezug geschaltet werden – egal, ob das Produkt ihn zulässt oder nicht.

Aber so langsam ist eine Grenze erreicht, wenn nicht schon längst überschritten. Gibt es noch irgend etwas zu kaufen, auf dem kein Ball, keine Flagge, kein Strafraum, keine rote Karte drauf ist? Schon – aber viel bleibt nicht. Von den ganzen Kack-Kampagnen und Anzeigen, die auf den übervollen Zug aufspringen mal ganz abgesehen. Gibt es bald auch Slip-Einlagen mit Fußball-Querverweis? Nach dem Motto "Rote Karte für rote Tage"?

Da klinke ich mich jetzt aus. Ich kaufe nix mehr, was irgendwie was mit dem Thema Fußball spielt. Sei es auf der Verpackung oder in der Werbung. Egal. Die WMTM lass ich mir jedenfalls nicht verderben, allerdings wird ich mir die Spiele nur dort angucken, wo man ganz offiziell keine Erlaubnis der FIFA hat. Denn ich bin und bleibe schließlich

Offizieller Nicht-Partner der FIFA Fussball WM 2006 ™ [sic!]
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Außerdem weiß ich eh, wer Weltmeister wird. Sach ich aber nicht.

Now playing: Madonna – Don’t Cry For Me Argentina

Dienstag, Mai 09, 2006

Eh hömma zu hiäää vs. O tempora, o mores

Sag mal, Boulevardpresse: Fühlt man sich nicht ein klein wenig unwohl, wenn man sich beim Leser anbiedern muss indem man sich auf sein per Pi mal Daumen geschätztes Niveau herab begibt? Dass es da draußen Menschen gibt mit einem IQ, der eine Nacktschnecke immerfort im Kreis laufen lassen würde – geschenkt.

Aber muss deshalb gleich die Asisprachkeule rausgeholt werden? Selbst der Vorsitzende des Stammtischs in der piefigsten Kneipe der trostlosesten Ecke der dreckigsten Stadt schreibt anders als er redet. Wirklich. Warum nehmt ihr euch nicht ein Beispiel an ihm? Dann lässt sich so was wie in Bild nämlich vermeiden:

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Dass eure Leser zu, sagen wir mal: 99%? auf a) die da oben, b) die Sozialschmarotzer und c) die Schlipsträger sauer sind – sei’s drum.

Aber müsst ihr deshalb gleich so tun als gehörtet ausgerechnet ihr zum ehrlichen, hart arbeitenden Volk? Wie kann es angehen, Hamburger Morgenpost, dass ausgerechnet ein Pressefritze die PR-Heinis als PR-Fritzen bezeichnet? Wollte da jemand sagen: “Hey, hey, Leser, ich bin einer von euch. Von denen lassen wir uns nichts vormachen. Hähähä – die durchschauen wir, was? Prost“?

Spielt doch eure Spielchen. Biedert euch an. Aber beschwert euch dann bitte, bitte nicht wieder als erste und am lautesten über den Verfall der Sitten, der Bildung und des Anstandes. Und falls ihr mit der „Heute-hüh-morgen-hott-Nummer“ nicht unüberraschend doch eher wenige Probleme haben solltet, macht das vielleicht mal einfach mit einem Tick mehr Stil. Kann ja nicht angehen, die Scheiße da. Geht das ma klar?

Now playing: Winson – Sag ja

Montag, Mai 08, 2006

Verkackt, aber anders als gedacht

Erstaunlich, aber wahr: Manchmal liege ich einfach so was von daneben, dass es schon hart an der Grenze zum Peinlichen ist. Vor einigen Tagen habe ich jedenfalls ungefragt meine Klugscheißertipps hinsichtlich des Abschneidens deutscher Produktionen beim „Rose d’Or Festival“ abgegeben. Und was ist? „Verliebt in Berlin“ gewinnt in zwei Kategorien, ebenso wie „Pastewka“. Nicht zu fassen. Na ja, Schwamm drüber.

Now playing: Beck - Loser

Spam, spam, spam

Hier meinte wohl jemand, er könne ausgerechnet bei mir unbezahlt Werbung machen und hat deshalb abgesondert rumgespamt:
Bitte gebrauchtwagen kaufen autohaus www.gebrauchtwagende.de
Kann er aber nicht. Deshalb:
Bitte keine Gebrauchtwagen kaufen. Und schon mal gar nicht bei: autohaus www.gebrauchtwagende.de
Now playing: Max Cavalerra – Off You Go

Donnerstag, Mai 04, 2006

Preisfrage

Was macht dieses Bild (Quelle hab ich leider nicht) so großartig?

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Antwort: Die Handtasche. Erst die Handtasche macht aus dem Bild eine Geschichte. Die Handtasche macht das Paar zum Paar, die Handtasche vermenschlicht es, die Handtasche verleiht der ganzen Sache ihre Spontaneität, die Handtasche macht aus einem Selbstmordkommando einen kleinen Spaß beim Spazierengehen. Wie mit Steinen nach Seerosen zu schmeißen. Wer auch immer die Idee mit der Handtasche hatte: Hut ab. Aber hallo.

Und wer das alles ganz anders sieht, kann das gerne tun. Freies Land hier.

Now playing: Stabbing Westward - You Complete Me

PS: Bitte, bitte keine Nordpol/Südpol-Kommentare.

Mittwoch, Mai 03, 2006

Imperiale Imperative

Eine sehr gute Idee ist es, die 10 Gebote zu überdenken (Via, via). An dieser Stelle deshalb heute der Blindtext-Senf:

1. Du sollst Jever oder Astra trinken. Es sei denn, du bist ein Mädchen, dann geht natürlich auch Beck’s Gold.

2. Schreibe niemals Leserbriefe an eine Lokalzeitung.

3. Vor allem nicht, wenn du dich damit zum Idioten machst. Am besten schreibst du überhaupt keine Leserbriefe.

4. Stadtpläne werden völlig überbewertet. Wirf sie weg.

5.Wenn du zitierst oder dich auf etwas beziehst, sieh verdammt noch mal zu, dass du vernünftige Zusammenhänge herstellen kannst und mit den Hintergründen oder Herleitungen vertraut bist.

5 a) Das gilt insbesondere für das Heine-Zitat “Denk ich an Deutschland in der Nacht“

6.Habe immer Tomatensaft im Haus. Der ist gesund und lecker und gut gegen Kater. Aber trinke ihn niemals im Flugzeug. Das ist wie bei der Landung zu klatschen.

7. Kurze Hosen trägt man nur beim Sport. Egal wie heiß es ist. Also lass es bleiben, es sei denn du bist James Bond in Thunderball.

8.Mach einmal im Monat etwas, was du sonst im Leben nicht gemacht hättest. Soll heißen: Lies einen Gedichtband, geh in eine Lesung lesbischer Sozialistinnen, back einen Kuchen, mach eine Stadtrundfahrt in der Heimatstadt. Egal. Nur: Mach. Kaum etwas erweitert den Horizont zuverlässiger.

9. Stell Fragen. Für den Rest deines Lebens. Das ist lange nicht so blöd, wie es sich anhört.

10. Wenn du keinen Stil hast, brauchst du auch keinen. Sieh es ein.
Now playing: Camouflage – The Great Commandment