Mittwoch, März 29, 2006

Zwischen den Zeilen

Beim Herrn e!genart bin ich auf eine seite gestoßen, auf der man sich ein graphologisches Gutachten erstellen lassen kann, aber nicht soll. Oder so. Mal sehen, was das so taugt:

ramses101 ist selbstbewusst und bereit, seine Stärken auch anderen zu zeigen. Er ist locker und großzügig.

Bereit meine Stärken zu zeigen? Das ist schon mal scheiße formuliert – hätte ich besser gekonnt.

ramses101 ist ein impulsiver, unsteter, vielseitiger und unkonventioneller Typ. Es fällt ihm nicht leicht, sich anzupassen.

Das kommt drauf an. wenn irgendwo alle faul in der Sonne liegen, leg ich mich halt dazu. Da kenn ich nix.

Er ist von sich überzeugt und hat eine eigene Meinung. Er lässt sich von anderen nicht so leicht beeinflussen, auch nicht von einem "Das gehört sich aber so."

Was heißt hier „auch nicht“? Vor allem nicht.

ramses101 ist bestrebt, nach außen etwas darzustellen.

Frechheit.

Er ist lebhaft und kontaktfreudig. Mit viel Verständnis für die Belange anderer.

Tooootal. Lass mal drüber reden, du.

ramses101 ist ein sehr gefühlsbestimmter Mensch. Oft werden Entscheidungen gefühlsmäßig gefällt, obwohl bei rein rationeller Überlegung eine andere Entscheidung die richtige wäre.

Stimmt.

Er lässt sich von seiner Intuition leiten, auch dann, wenn der Verstand etwas anderes sagt.

Stimmt immer noch.

ramses101 ist sehr stark um Gerechtigkeit bemüht. Er versucht stets, sich für andere einzusetzen.

Aber ja doch.

Er ist ein sehr humorvoller Mensch, bemüht sich, mit diesem Humor niemanden zu verletzen.

Gelingt mir bei den ganzen dünnhäutigen Luschen da draußen nur nie.

ramses101 geht mit viel Lebensfreude und Tatendrang vor.
Diese Vitalität wird auf künstlerischem Gebiet in große Kreativität umgewandelt.


Kunst? Weiß ich ja nicht.

Er hält nichts von übertriebener Toleranz. Seine Antworten fallen schon mal etwas heftiger aus.

Genau. Toleranz ist was für dünnhäutige Luschen.

Now playing: Wir sind Helden – Ist das so?

Boah Kinners, nee ...

Herzblut ist ja das mindeste, was man seinen Kunden als Werber opfert. Wochenenden kennt man nur noch durch billige Romane und die Kinder siezen einen schon, denn Veierabend kann man nicht mal mehr buchstabieren. Da muss sich ein Tonstudio natürlich ganz schön ins Zeug legen um mir zu zeigen, dass deren Leute sich ebenso aufopfern, wenn ich denn mal Kunde bin. Mit dem Viral von Saatchi & Saatchi für das Tonstudio „Art Studios“ ist das gelungen. Aber so was von.

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Now playing: Depeche Mode – A Pain That I’m Used To

Via Werbeblogger

PANIK!

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Die spinnen doch alle! Regen! Immer nur Regen! Dafür hamse Geld! Scheint denn jetzt nie wieder die Sonne???

Now playing: A-ha – The Sun Always Shines On TV

Montag, März 27, 2006

Treffer

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Now playing:Iggy Pop - Winners & Losers

Via Advergirl

Edit: Kann man bei dem Scan kaum erkennen: Das ist eine Anzeige für eine Werbehochschule.

Außerdem,

liebe Hamburger Morgenpost: Wenn Museumskameras Angela Merkels Privaträume filmen, ergo: einwandfrei funktionieren - was daran ist denn jetzt die Sicherheitspanne?

Now playing: Duran Duran - Girls On Film

Die Klugscheißer-Bibel

Man kann nicht sagen, ich sei vergesslich. Ich habe lediglich eine sehr selektive Auffassungsgabe, wenn man so will. Mit Binomischen Formeln hab ich es zum Beispiel nicht so, aber dass die Hauptstadt von Madagaskar Antananarivo heißt, muss ich genau 1 mal lesen, um es nie wieder zu vergessen. Wer das für ein Handicap hält, der irrt. Es ist eine Gabe. Andere Menschen brauchen ein Leben um so etwas * auswendig zu lernen:
“ Ik seh di.“
„ Dat freit mi.“
„ Ik sup di to.“
„ Dat do.“
„ Prost.“
„ Ik heb di tosapen“
„ Hest´n Rechten drapen.“
„So hebt wi dat immer doh'n“
„So schall dat ok wieter goh'n“
Bei Menschen wie mir geht das ratzfatz. Einfach weil es im Prinzip überflüssiges Wissen ist. Wir brauchen so etwas. Erst solches Wissen macht das Wissen wertvoll und lebendig. Wir haben sogar eine Bibel: Schott’s Original Miscellany.

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In unserer Wissensgesellschaft gibt es längst einen gewissen Kanon von Dingen, die man schlicht zu wissen hat. Dreißigjähriger Krieg, Energieerhaltungssatz, Goethe, Schiller und Konsorten – Knopfdruck genügt. Aber ist das nicht langweilig? Wie viel großartiger ist da doch das überflüssige Wissen. Das, was keiner weiß und wissen will. In diesem fantastischen Buch, das man immer dabei haben sollte, ist alles enthalten: Die exakte Befehlskette beim Abfeuern einer Kanone in Nelson’s Navy. Sämtliche Sänger(innen) der Nationalhymne bei den bisherigen Super-Bowls. Die merkwürdigen Todesarten einiger Burmesischer Könige. Der Kalender der Französischen Revolution. Einige bedeutende Belgier.

Mit kaum einem anderen Buch kann man so hervorragend sämtliche Zeiten totschlagen. Egal ob das der 10-Stunden-Flug ist oder die 5-Minuten-Pause.

Now playing: Chi-Lites – To Good To Be Forgotten

Donnerstag, März 23, 2006

10° Celsius. Aber locker!

Sag mal, Winter, wie ist das eigentlich, seit Anbeginn der Zeit und bis zu deren Ende jedes Jahr vom Frühling gefickt zu werden? Gibt bestimmt schlimmeres.
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen sprießen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!
Now playing: Bach – Brandenburgisches Konzert Nr. 5

Mittwoch, März 22, 2006

Balls vs. Testicles

Heute irgendwo aufgeschnappt, bei den Werbebloggern wiedergefunden: VW zeigt angeblich Nerven statt Cojones und zieht diese Anzeige zurück:

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Man habe also nicht gewusst, dass Cojones Cojones sind. Wer’s glaubt? Außerdem steht Cojones nicht für Hoden sondern für Eier. Glaub ich jedenfalls. Die PR-Wirkung dürfte dadurch natürlich um einiges größer sein als bei den folgenden Anzeigen, die ich viel besser finde. Mal ganz abgesehen vom Viral.

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Now playing: Jerry Lee Lewis – Great Balls Of Fire

Restliche Motive via Ads Of The Week

Was an Wien total scheiße ist:

Die Nordsee ist elend weit weg und das nächste vernünftige Bier gibt es frühestens in Tschechien. Was an Wien alles andere als scheiße ist: Das Naturhistorische Museum.

Wer noch nie stoned durchs Naturhistorische geirrt ist, der sieht die Welt aus Sicht eines Kleingärtners beim Begräbnis seines Dackels. Zu breit sollte man natürlich auch nicht sein, sonst könnte man bei dem Anblick blaue Exkremente verzehrender Echsen Schwierigkeiten bekommen.

Was auch noch gut ist an Wien: Wenn man Eitrige bestellt, bekommt man eine Wurst.

Und auch sonst ist Wien natürlich die einzige wirkliche Alternative zu Hamburg. Ich komm nur gerade drauf, weil ich a) ein bisschen neidisch auf Herrn German Psycho bin und b) zur Zeit ein Buch lese, auf das mich Frau Samoafex gebracht hat: “Die Tante Jolesch oder der Untergang des Abendlandes in Anekdoten“ von Friedrich Torberg. Ein großartiges, wehmütiges Buch über die k. u. k. Charaktere des Vorkriegswiens, die stellvertretend stehen für eine untergegangene Kultur. Ein Buch das überquillt vor Witz und Charme und hiermit jedem wärmstens empfohlen sei.

Now playing: Ultravox – Vienna

Dienstag, März 21, 2006

Überraschung?

Die Hamburger Morgenpost teasert mir heute auf ihrer Titelseite entgegen:
Würden Frauen lieber auf Sex oder auf Seifenopern verzichten? Die überraschenden Antworten auf den Seiten 36/37.
Da muss sich jedem halbwegs intelligenten Menschen die eine oder andere Frage stellen. 1. Liebe Mopo: haben dich die Antworten wirklich überrascht oder ist es vielleicht 2. vielmehr so, dass du wie selbstverständlich davon ausgehst, dass deine Leser doof genug sind, um selbst nach einer solchen Fragestellung noch überrascht zu sein?
“Huch! Guck mal Simone! Der Großteil der Frauen würde eher auf Sex als auf Soap-Operas verzichten! Das hätte ich jetzt aber nicht gedacht! Du etwa?“

„Ach Heinz ...“
Ich glaube, es gehört zu den journalistischen Basistechniken, Überraschungen durch deren bloße Ankündigung zu versauen: „Klitschko vs. Kalupke – der Überraschungssieger auf Seite 8“. Gähn. Wo ich gerade beim Journalisten-Bashing bin: Folgende Floskeln will ich nie wieder lesen:
“In ungewohnt scharfer Form kritisierte ...“

„Aus Kreisen der Regierung war zu vernehmen ...“

„Wer gehofft hatte, dass ... sah sich getäuscht.“
Und viele, viele andere. Schreibt doch mal interessant. Überrascht mich mit einem „In gewohnt langweiliger Form ...“, nennt die „Kreise“ beim Namen. Kann doch nicht so schwer sein.

Now playing: Reinhard Mey – Was in der Zeitung steht

Montag, März 20, 2006

Die Spreu und der Weizen

Vor einigen Tagen schon wurden die Lead Awards 2006 verliehen. Ohne allzu große Überraschungen. Manche Sieger der Top-100-Umfrage schaffen dieses Jahr sogar den Spagat zwischen Siegertreppchen und Sponsorenliste, was natürlich nichts heißt, aber dennoch komisch aussieht:

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Brand eins auf Platz 2 geht völlig in Ordnung, aber warum das so großartige Magazin Dummy auf Platz 37 versauern muss, ist mir schleierhaft. Immerhin weit vor Playboy (57) und Focus (82, *muahahahaha*).

Now playing: The Carpenters – Leader Of The Pack

Freitag, März 17, 2006

Humor: 1 - Hass: 0

Was haben sie nicht geschimpft und gezetert ob der albernen Mohamed-Karikaturen. Einen Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb wolle man ins Leben rufen? Dann mal los. Wer erst das Maul aufreist, sollte auch was zu bieten haben. Ich bin jedenfalls gespannt, ob die zu erwartenden Karikaturen anstinken können gegen die vom Israelischen Antisemitischen Cartoon-Wettbewerb. Großartige Idee.

Now playing: K’s Choice – Laughing As I Pray

Via Weltregierung

Bullshit-Bingomat

Bullet-Points sind nicht das einzige, was Marketingmenschen beherrschen. Was sie außerdem perfektioniert haben: Luftblasen so mit Wörtern zu füllen, dass sie nicht mehr aussehen wie Luftblasen sondern wie ... wie ... na wie irgendwas halt, was man gelernt haben muss, um es zu können.
Wir implementieren unsere State of the Art EMBFs, um den Impact der wachstumsrelevanten Wertschöpfungskette zu maximieren.
Dass sich derartiger Blödsinn ebenso bescheuert anhört wie er sich liest, kann sich der geneigte Leser hier zu Gemüte führen: Mit dem Mission-Statement-Klopfomat

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Now playing: Heaven 17 – Another Big Idea

Donnerstag, März 16, 2006

Sehr geehrter Herr Mustermann,

so – und exakt so – heißt der Empfänger aller meiner Anschreiben, die ich zu schreiben habe und die an mehr als einen Adressaten gehen sollen. Personifiziert wird später. Mit etwas Glück jedenfalls. Mit etwas Pech passiert es, dass alle Adressaten den gleichen Namen und das gleiche Geschlecht erhalten. Beim Herrn Mustermann passiert das so gut wie nie, bei witzig gemeinten Layout-Anreden à la „Lieber Herr Oberspießer,“ passiert das immer (glaubt mir, liebe Junioren. Murphy’s Law. Also lasst es bleiben, auch wenn es im ersten Moment gut tut). Bei Platzhaltern für Platzhalter (Müller statt Mustermann) passiert das manchmal. Und dann muss man reagieren. Zum Beispiel anbiedernd. Oder indem man die Schuld auf jemand anderen schiebt. Oder indem man sagt: Scheiß drauf. Sowas passiert, lasst uns das beste draus machen. Jemand ne Idee? Und dann wird souverän gehandelt:



Now playing: The Cure – A Letter To Elise

Via Kein Einzelfall

Achtung: Neuer Einbürgerungstest!

Mir ist der olle Fragebogen ja zu uninspiriert. Zu dröge. Zu trocken. Wer will denn noch Deutscher werden, wenn man so was wissen muss um Deutscher zu werden? Ich schlage eine neue Herangehensweise vor. Nämlich meine. Hier also der neue Einbürgerungstest, der alle bisherigen ersetzt:
1. Adorno hat gesagt: „Seit der glücklich-missglückten Begegnung des Odysseus mit den Sirenen sind alle Lieder erkrankt, und die gesamte abendländische Musik laboriert an dem Widersinn von Gesang und Zivilisation.“ Widerlegen Sie diesen Unsinn in kurzen, gehaltvollen Sätzen.

2. Die Farben der deutschen Bundesflagge sind Schwarz, Rot und Gold. Tatsächlich sind es Schwarz, Rot und Gelb. Schreiben Sie einen pointierten Essay (ca. 500 Wörter) darüber, warum das so ist.

3. Als Deutscher werden Sie sich früher oder später dem Vorwurf ausgesetzt sehen, Sauerkraut a) konsumiert oder b) sonst was damit angestellt zu haben. Nennen Sie je ein Rezept mit Sauerkraut mit dem Sie einen Holländer, einen Engländer und einen Franzosen zum Schweigen bringen.

4. Das deutsche Regietheater sieht sich zur Zeit herber Kritik ausgesetzt. Es werde zu viel onaniert, gefurzt und gekotzt. Schreiben Sie auf diesen Umstand Bezug nehmend eine außerordentliche Kündigung Ihres Theaterabonnements ohne dabei verklemmt und spießig zu wirken.

5. Mit der Strategie „Getrennt marschieren, vereint zuschlagen“ legte Moltke 1866 den Grundstein für den preußischen Sieg gegen Österreich bei Königgrätz. Entwickeln Sie unter Berücksichtigung der topographischen Eigenheiten zwei alternative Strategien, die ebenso zum Sieg geführt hätten.

Now playing: Static-X – I’m With Stupid

Mittwoch, März 15, 2006

Gute Fragen, schlechte Fragen

Integration ist wichtig. Ob man das mit einem Fragebogen schafft, bezweifle ich, aber wenn der Weg dorthin das Ziel sein soll: Von mir aus. In der Zeit werden jedenfalls die 100 Fragen aufgelistet, die Hessen zukünftig vor den deutschen Pass stellen will.

Darunter gibt es dumme Fragen à la
39. Einer Frau soll es nicht erlaubt sein, sich ohne Begleitung eines nahen männlichen Verwandten allein in der Öffentlichkeit aufzuhalten oder auf Reisen gehen zu dürfen: Wie ist Ihre Meinung dazu?
die selbst der blödeste Macho entlarvt und zu seinen Gunsten beantwortet. darunter gibt es aber auch gute Fragen wie
10. Welche Versammlung tagte im Jahr 1848 in der Frankfurter Paulskirche?

41. Beschreiben Sie den Grundgedanken der Gewaltenteilung!

80. Nennen Sie drei deutsche Philosophen!
Ich gehe jede (!) Wette ein, dass ein erschreckend großer Teil der Deutschen an derartigen Fragen scheitern würde. (Das kann ich gottseidank für meine geschätzte Leserschaft ausschließen, sonst wäre sie ja nicht hier unterwegs.) Deshalb an dieser Stelle auch von mir eine gute dumme Frage: Wie wäre es mit einer Art Wählerführerschein? Nur wer 90% aller Fragen richtig beantwortet, wird zur Wahl zugelassen. Gut, das verstieße gegen die Verfassung, aber meine Güte, muss man denn immer so kleinlich sein?

Now playing: Nena - ?

Dienstag, März 14, 2006

Bullet Points sind scheiße. Glaubt mir.

„No one reads Longcopy!“ „Yeah, bugger, but instead they learn your goddam bullet points by heart or what?“

Marketingmenschen sind gläubige Menschen. Müssen sie sein, denn an Fakten können sie sich selten entlang hangeln und gesunder Menschenverstand führt häufig zu Lösungen und Antworten, die viel zu einfach und naheliegend sind.

Deshalb müssen Marketingmenschen glauben und das tun sie gerne. Kaum jemand glaubt allerdings etwas neues, es wird immer das geglaubt, was schon jemand vorgeglaubt hat. Jetzt muss es irgendwann so gewesen sein, dass sich jemand hingesetzt und geglaubt hat, die Menschen würden gerne Listen auswendig lernen. Listen wie diese:

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Marketingmenschen sind gezwungen zu glauben, die Menschen wollen Listen auswendig lernen. Denn anders als durch Auswendiglernen lässt sich der Inhalt dieser Liste kaum speichern. Das ahnen die Marketer zwar und nennen die Liste deshalb nicht Liste. Sie sagen: Die Verkaufsargumente in Form von Bullet Points. Stichpunkte haben ausgedient, aber die würden es auch nicht besser machen.

Bullet Points also. Warum? Weil kein Mensch den Text einer Anzeige liest. Was meistens richtig ist. Aber warum lass ich den Text dann nicht einfach weg? Weil die Anzeige diverse Dinge transportieren muss, die mit Bild und Headline allein nicht zu transportieren sind. Schon klar. Und diejenigen, die den Text nicht gelesen hätten, lernen stattdessen jetzt Bullet Points auswendig, die sie nicht interessieren? Ich lach mich tot.

Der Einwand, Bullet Points könnten wesentlich schneller erfasst werden als Fließtext, ist richtig. Von mir aus. Aber nach dem Umblättern sind sie auch schon wieder aus dem Sinn. Denn, wir erinnern uns, Menschen lernen ungern Listen auswendig. Woher ich das eigentlich weiß? Siehe oben: Gesunder Menschenverstand und siehe unten:

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Ich behaupte mal, das Bild steht für die bekannteste Liste der Welt: Den Einkaufszettel. Warum gibt es den Einkaufszettel? Weil sich Leute Listen nicht merken können. Weil sie Listen aber auch nicht auswendig lernen wollen. Nicht mal die, von der ihr Abendbrot abhängt!

Die 10 berühmtesten Bullet Points müssten einem Großteil der Weltbevölkerung geläufig sein. ich persönlich komme aus dem Stehgreif auf gerade mal 6, da liegt der Verdacht nahe, dass es noch mehr Menschen gibt, die mit den 10 Geboten so ihre Schwierigkeiten haben.

Bullet Points dienen einem einzigen Zweck: Das eben gelesene noch einmal zusammenzufassen:

- Menschen mögen keine Listen
- Menschen lernen ungern auswendig
- Marketer sind doof

„Okay, Klugscheißer. Hast ja ne mächtig dicke Lippe riskiert. Aber warum sollte dein Scheiß-Fließtext, in dem das, was wir verkaufen wollen, erst gesucht werden muss, besser funktionieren?“

Weil zusammenhängende Texte (idealerweise: Geschichten) mehr transportieren, als Wörter in einer Liste. Wer auch immer einen neuen Rekord im Zahlenmerken aufstellt und nach seinem Geheimnis gefragt wird – ich kenn es schon: Jede Zahl wird mit einem vertrauten Gegenstand in der Wohnung gleichgesetzt. In Gedanken wandert man jetzt von Gegenstand zu Gegenstand und merkt sich so eine Geschichte, anstatt einer Liste (gleiches Prinzip bei „ich packe meinen Koffer“). Wer Angst davor hat, plötzlich eine Kolonne aus 100 Zahlen auswendig zu kennen, sollte folgendes probieren: Zwei Menschen mit ähnlicher Intelligenz werden zum Einkaufen geschickt. Der eine liest sich vorher ein Mal den Einkaufszettel durch, der andere liest sich vorher ein Mal das Rezept durch. Vermutlich wird keiner von beiden mit 100% nach Hause kommen, aber der Rezeptleser hätte garantiert mehr im Korb, denn er hat das Gericht in Gedanken schließlich schon mal selbst gekocht.

Abgesehen davon ist es schlicht unhöflich, den Leuten einfach eine Liste vor die Nase zu halten. Zur Kenntnisnahme, danke, nächster.

Das sind meine Argumente gegen Bullet Points und ich habe noch keinen Marketingmenschen getroffen, der sie ernsthaft hätte entkräften können - außer natürlich mit dem letzten aller Argumente: Der Kunde will Bullet Points, mach Bullet Points. Ich freu mich allerdings schon auf den Vogel, der mir als erstes eine Studie unter die Nase hält, die belegt, wie dufte und knorke Bullet Points doch sind. Ich freu mich deshalb drauf, weil ich jetzt schon weiß, wie sie nicht verfasst sein wird: In Bullet Points.

Now playing: ELO – Getting To The Point

Donnerstag, März 09, 2006

1 im Sinn + 3 macht pi mal Daumen ungefähr 100.

Geld zu verbrennen ist doof? Dann packen Sie es doch einfach in einen Acrylblock und verkaufen es zu einem knallhart kalkulierten Preis.

Now playing: Ladytron – True Mathematics

Bald macht Saufen noch mehr Spaß!

Gestern war ich also am letzten Messe-Tag auf der Internorga um mir mal wieder schön aufn frühen Nachmittag ordentlich den Kopp wegzulöten zur intensiven Begutachtung der Konkurrenz eines meiner Lieblingskunden: Was tut sich auf dem deutschen Biermarkt?

Eins vorweg: Der unsägliche Trend zu geschmacklosem, goldenen Plörrebier scheint vorbei. Die einzigen, die es trotzdem noch mal wissen wollen, sind die Strategen von Herforder. Deshalb wird jetzt Herforder Mild Plus auf den Markt gebracht. Da sich „Mild Plus“ nach irgendwas zwischen Zahnpasta und Weichspüler anhört, musste ich erstmal nachfragen:
ramses101: Was ist denn bitteschön Mild Plus?

Herforder-Mensch: Beck’s Gold.
Ah ja. So ist das also, wenn man es sich als Marke rechtzeitig in einer neuen Nische gemütlich macht. Muss ein schönes Gefühl sein.

Aber genug altes Zeug geschwätzt und gesoffen, her mit dem neuen Stoff! Die gute Nachricht für alle Koma-Säufer: Breit werden geht in Zukunft noch schneller. Ratzfatz ist die Birne dicht! Das neue Motto lautet: 6%. Von Astra kommt die coolste Neuheit, deshalb fang ich damit an: Astra Rotlicht. Schmeckt würziger als normales Astra, allerdings noch um einiges milder, als es der Alkoholgehalt vermuten lässt. Aus alter Astra-Erfahrung musste ich natürlich fragen:
ramses101: Was ist denn da bitteschön sonst noch drin?

Astra-Mensch: Bier.

(Hämisches Lachen aus dem Off)

ramses101 (unbeeindruckt, mit deutlicher Betonung des Satzendes): Also nicht wie beispielsweise damals Astra Sünde?

Astra-Mensch: Ach so, ne, da war ja noch son aphrodisierendes Erfrischungsgetränk bei.

(Hämisches Lachen endet abrupt)
Kann man sehr gut trinken, ich freu mich drauf, dürfte auch in der (lokalen) Gastronomie schnell ankommen. Putzige Randnotiz: Bei der Suche nach einem Bild der hübschen Knolle bin ich lediglich auf einen einzigen Eintrag gestoßen. und zwar im – Trommelwirbel - HSV-Forum! Insider wissen was ich meine, Outsider müssen wissen, dass HSVler eigentlich nur Holsten trinken, obwohl das gar nicht schmeckt.

Ähnlich in Farbe, Geschmack und Rezenz ist von Lübzer: Lübzer Urkraft. Vielleicht etwas schwerer, aber immer noch frisch genug für den Sommer. Wiederum etwas süffiger kommt Löwenbräu daher mit Löwenbräu Urtyp. Immer noch gut, aber wirklich typisch bayerisch. Das steht auch auf dem Rückenetikett: Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot. Nachgefragt.
ramses101: Was ist denn bitteschön das bayerische Reinheitsgebot?

Löwenbräu-Mensch: Weiß ich nicht, müssen Sie sich mal an einen von den Außendienstlern wenden.

Außendienstmensch: Poh, keine Ahnung. Vielleicht, dass nur bayerisches Wasser verwendet wird? Müssen Sie mal im Internet nachschauen.
Mach ich glatt. Und was dabei herauskommt, würde ich mir nicht auf die Bierflasche schreiben.

Alle neu, alle lecker, alle 6%. Das kann ja heiter werden.

Now playing: Dennis Leary – Traditional Irish Drinking Song

PS: Niemals. Unter gar keinen Umständen gehe man am Montag auf die Internorga. Da ist Wirtetag. Da ist es voll. Sehr voll. Und die können saufen! Meine Fresse.

Mittwoch, März 08, 2006

Viel Steine gabs und wenig Brot

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Wer hier klickt, tut das bitte auf eigene Gefahr. Normalerweise hätte ich keine Probleme damit, meine Leser ins blinde Verderben laufen zu lassen, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen: Lasst es sein. Die Verlinkung genügt ausschließlich Gründen der Vollständigkeit. Nicht der Bildung. Nicht mal der Unterhaltung. Der Folter vielleicht noch. Neuer Annäherungsversuch: Pink Floyd verhält sich zu Tokio Hotel, wie Bierschiss zu diesem Etwas. Der Kommentar könnte es treffender nicht treffen: I hope you don’t speak German. It makes it all worse.

Now playing: The Cure – Torture

Via, via, via.

Dienstag, März 07, 2006

Sternzeichen Zwilling II

Gute Idee für Woodland (via Frederik Samuel ):

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Gute Idee für die ps2 (von: tbwa ):

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Und wer war jetzt erster?

Now playing: Farin Urlaub – Petze

Montag, März 06, 2006

Klinsmann vor dem Garaus?

Hohe Offiziere der Militärjunta unter General Angelos M. Erkèl haben Ende letzter Woche überraschend eine strenge Verknüpfung von Sport und Politik angeordnet. Durch die rückwirkende Änderung von Artikel 1 des seit dem 18. September letzten Jahres geltenden Kriegsrechts kommt Jürgen Klinsmann in arge Bedrängnis:
“Wenn Deutschland gegen Italien, Holland oder England mit 4:1 verliert, verliert der Verantwortliche seinen Kopf durch axtbedingten Lebensentzug.“
So lautet, nach Auskunft mehrerer mittlerweile spurlos verschwundener Oppositioneller, der neu formulierte Artikel 1. Lediglich der in ungewöhnlich scharfer Form vorgetragenen Kritik des Papstes sei es zu verdanken, dass das Urteil gegen den Bundestrainer nicht sofort vollstreckt, sondern zunächst offiziell von einem Militärtribunal bestätigt werden soll, so ein Militärsprecher. dpa/ap

Now playing: Frankie Goes To Hollywood - Relax

Freitag, März 03, 2006

Keine Ausreden mehr

Sie kennen das: Sie sitzen abends vorm Kamin, Scheit um Scheit schwindet in den Flammen und Sie grämen sich:
„Verdammte Axt noch eins das kann doch nicht sein. Warum bloß bin ich kein Geheimagent geworden? Dann könnte ich den Wald jetzt retten, anstatt ihn zu verbrennen. Verdammt, verdammt, verdammt!“
Das ist zwar ebenso menschlich wie natürlich, aber dennoch nicht hinnehmbar, hat sich der Forest Stewardship Council gedacht und endlich, endlich für Aufklärung gesorgt:

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Now playing: The Cure - Forest

Donnerstag, März 02, 2006

How To Not To

There's a new game
We like to play you see
A game with added reality


Wirtschaftssimulationen habe ich immer schon geliebt. Man kann falsch machen was man will, am Ende steht lediglich eine wegklickbare Fehlermeldung. Jetzt gibt es eine Simulation, in der man sich sogar ein bisschen die Welt Untertan machen kann. Das politisch höchst korrekte (und trotzdem lustige) McDonalds®-Videogame®:

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Regenwälder abholzen, genmanipuliertes Soja pflanzen (hey, wächst halt schneller. Und es geht um meinen Arsch!), kranke Kühe erschießen und dem Futter beimischen sind nur einige Details dieses Spiels (mit etwas langer Ladezeit, was aber auch an meiner Leitung liegen kann).

Trotz des langen und ausführlichen Tutorials hat allerdings sehr schnell mein Schlachter nach Nachschub geheult. Ich konnte nicht liefern! Genug Kühe auf den Feldern, aber diese verdammte Logistik! Da ist es nur klar, dass es sehr schnell hieß:

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Wahrscheinlich hab ich mich zu oft und lange hier aufgehalten, anstatt auf dem Feld meinen Mann zu stehen:

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Now playing: Depeche Mode – Master And Servant