Dienstag, Januar 31, 2006

Die Marketing-Profis von Phentermine / Phentermin

Wer ist das eigentlich, der nicht müde wird, in den letzte Tagen vermehrt die Blogs dicht zu spammen? Phentermine / Phentermin. Kenn ich nicht. Isn des? Phentermine / Phentermin ist abgesehen von einem Drecks- und Hardcorespammer eine Droge. Phentermine / Phentermin verspricht den ganzen armen Menschen da draußen, die vom Fressen krank geworden sind, sie wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Wie das? Phentermine/ Phentermin unterdrückt einfach den Hunger! Life can be so Fucking Easy!

Liebe magersüchtige Kinder, lasst euch eins gesagt sein: Das ist alles Bullshit! Wenn Phentermine / Phenterminverspricht, die Lösung zu sein, dann hört am besten gar nicht hin. Von Phentermine / Phentermin wird man blöd im Kopp, hässlich, impotent und fällt bei jeder Casting-Show durch. Vielleicht einfach an den richtigen Stellen informieren. Wer wie Phentermine / Phentermin glaubt, durch exzessives Spammen in Blogs würde der Bekanntheitsgrad steigen, der hat sogar Recht. Wenn auch anders als er glaubt.

Sven Scholz
cynx
Weltregierung
German Psycho
Word2go
Metamorphine
Grapf
E. T. Hoffmann
Dauerfeuer
Konsumblog
Amadeus

Now playing: The Cure – Funeral Party

Dewey? Who The Fuck Is Dewey?

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Weitere spektakuläre Bilder und Enthüllungen auf Chewbaccas Weblog

Via

Now playing: The Jungle Book – I Wanna Be Like You

Freitag, Januar 27, 2006

Nein, nein.

Keine Gelüste, den Job oder die Agentur oder so zu wechseln. Aber wenn man eigentlich schon Wochenende hat und trotzdem noch in den heiligen Hallen sitzt, dann fragt man sich manchmal schon, was anders gelaufen wäre, hätte man sich abseits der normalen Pfade bewegt – zumindest jobtechnisch. Früher im Berufsinformationszentrum gab es immer so lustige und furchtbare interaktive Berufs-Profil-Erstell-Programme, die bei mir in erschreckender Regelmäßigkeit ausgespuckt haben, ich solle doch irgendwas werden, was man auch und vor allem im Wald sein kann. Hauptsache keine Spacken um mich rum (das mit den „Spacken“ hab ich reininterpretiert).

Dann studiert man natürlich schon aus Prinzip wild in der Welt herum und wird dann Texter. Oder sonst was (wie gerne wäre ich Archäologe geworden. Jetzt echt!). Dieses „sonst was“ hat damals (jedenfalls im BIZ) knapp zwei DIN-A-4-Seiten gefüllt. Heute wären das wohl mehr, aber heute gibt es ja auch Internet. Und Jobbörsen wie gigajob.de. Und da stoße ich auf das:

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Was ist das bitte für eine Vielfalt?! Wenn es all das als Studium oder Lehrberuf gibt, muss es doch auch Bedarf geben?! Wie unglaublich konsequent kann man offensichtlich sein Hobby zum Beruf machen? Und trotzdem krebsen hier die Arbeitslosen noch und nöcher durch die Ämter. Das ist doch absurd. Ich wünsche mir gefälligst, dass all diese Leute ihren Traumjob bekommen. Konsequenz und Leidenschaft müssen sich doch endlich mal wieder auszahlen. Ich meine das übrigens nicht ironisch (muss ich ja immer dazu sagen). Aber das wird wohl nichts. Da kann man beten und wünschen wie man will.

Now playing: Lacuna Coil – Heaven’s A Lie

Kindermund tut Blödsinn kund

Manchmal ist es wirklich unglaublich, was für großartige Sachen Halbwüchsige so von sich geben. Und das, ohne auch nur im Ansatz zu merken, was für ein Schwachsinn da gerade geboren wird. Gestern im Bus: Typ 1 zu Typ 2
Äääääy!Steck das Händy nich inne Hosentasche! Davon gehn die Eier in' Arsch!
Bei den Klingeltönen heutzutage könnte ich einen derart radikalen Rückzug der Genitalien zwar verstehen, aber irgendwie wäre es doch wieder die Entscheidung zwischen Pest und Cholera.

Now playing: Blumfeld - Jugend von heute

Montag, Januar 23, 2006

Die einen und die anderen

Der Kollege von Matt hat sich - wie ich finde - schnell geäußert.

Kann man nix gegen sagen, würd ich jedenfalls nicht. Im Gegenteil. Das ist genau die Reaktion, die von Klein-Bloggersdorf gefordert wurde. Und trotzdem wird - zumindest in einigen Kommentaren - rumgenölt.

Warum? Hat er nicht genau das gemacht, was von Vadder Klum, nur so als Beispiel, gefordert wurde?

Man kann sich mal verhaspeln. Und ärgerlich werden und rumzicken. Ich kenn das. Jeder kennt das. Drauf geschissen!

Das Thema ist durch! Die Sache mit der Meinungsfreiheit hat Jean-Rémy von Matt erklärt. Ich hab von Anfang an gesagt, ich hätte mir etwas mehr Souveränität gewünscht. Die hab ich (und haben wir!) bekommen. Und den Klo-Wand-Button behalte ich, weil ich es als eine Auszeichnung ansehe.Denn ich bleibe bei meiner Aussage, dass ich auf Klowänden mehr schlaue und witzige Sachen lese als in 90% aller Anzeigen.

Now playing: Rod Stewart - Little Miss Understood

Freitag, Januar 20, 2006

Once upon a time im Kinderzimmer

Haben Mixed-Tapes, die ja heute gebrannte CDs heißen, eigentlich immer noch die Bedeutung wie früher, bis, sagen wir, späte 80er? Ich hab mich heute morgen dran erinnert, als im Radio Kajagoogoo lief (Too Shy – was sonst?). Wenn man ein Mädchen zum Knutschen bringen wollte, lief das jedenfalls gerne mal über ein Mixed-Tape.

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Das war im Prinzip ganz einfach, hatte aber seine Tücken.

Was unbedingt drauf musste: Duran Duran, Madonna, Wham und Michael Jackson. Das waren die Basics, ohne die brauchte man gar nicht erst anzutanzen. Dann allerdings musste man überlegen. Es soll ja auch was Eigenständiges rauf. Also irgend eine coole B-Seite von Depeche Mode? Was von Ultravox? Kraftwerk kannst du nicht bringen. Aber Hayzee Fantayzee? Flock of Seagulls? Die Ärzte? Schwierig – im Zweifelsfall: Eher weniger bpm als zu viel. Man hat ja noch was vor.

Das Wichtigste aber war ein Lied: Ihr heimliches Lieblingslied. Heimlich deshalb, weil es in der Regel hochgradig peinlich war. Wir reden hier gerade von Scheußlichkeiten à la „Für alle“ von Wind. Das rauszubekommen war nicht leicht und die Quelle musste sehr, sehr zuverlässig sein, sonst drohte ein disaster beyond your imagination, um es mit den Worten des Phantoms der Oper zu formulieren. Wer nun fragt: „Häh? Warum hätte ich denn Kopf und Kragen riskieren sollen, um ihr ein Lied aufzunehmen, das ihr erstens peinlich ist und das sie zweitens längst auf Platte hat?“, der weiß jetzt wenigstens, warum das mit dem ersten Kuss bei ihm so elend lange gedauert hat: No guts, no glory.

Ich nehme mir jetzt auch ein Mixed-Tape auf (ok: CD), denn ich habe beschlossen, mich morgen dem Frühjahrsputz zu widmen (antizyklisch halt) und ohne Musik geht das ja wohl schlecht. Und wenn man ständig die Platten umdrehen muss, wird man ja nie fertig.

Deshalb. Soon playing:

Tears for Fears – Sowing The Seeds Of Love
Deine Lakaien – Over And Done
Midnight Oil – Beds Are Burning
Heaven 17 – Geisha Boys & Temple Girls
Sunbeam – The Outside World
2 Unlimited – No Limits
Wir sind Helden – Nur ein Wort
Mel & Kim – Respectable
Robin Beck – First Time
Den Harrow – Don’t Break my Heart
Die Ärzte – Zum letzten Mal
Juli – Die perfekte Welle
Nick Kershaw – Don Quixote
Nick Kershaw – The Riddle
Madonna – Live to Tell
Tears for Fears – Mad World
Ladytron – Playgirl
Duran Duran – The Chauffeur
Ultravox – All In One Day
Mesh – It Scares Me
Rocksteady Crew – Hey You
The Cure – Charlotte Sometimes
Martika – Toy Soldiers
Peter Maffay – Nessaja
Madonna – Borderline
Simple Minds – Don’t You
Duran Duran – Ordinary World
Pink Floyd - On The Turnig Away
A-ha – The Sun Always Shines On TV
Depeche Mode – But Not Tonight
The Cure – Just Like Heaven
Yazoo – Only You
Petula Clarke – Downtown
The Turtles – So Happy Together
David Bowie - Ashes to Ashes
Erasure – Chorus
Beagles Music Ltd. – Like Ice in The Sunshine
Kim Wilde – Kids in America
Three Lions 98 – Football (is coming home)

Donnerstag, Januar 19, 2006

Du bist Klowandtexter

Das sagt zumindest Jean-Remy von Matt in einer E-Mail, die, wie für E-Mails nicht ungewöhnlich, den Weg nach draußen gefunden hat. Jetzt kann man natürlich noch annehmen, dass es sich dabei um einen Fake handelt. Da sich aber auch ein Mitarbeiter von JvM in die Diskussion bei Jens Scholz eingemischt hat, glaube ich das ebenso wenig, wie Donalphonso oder Nixxon, bei dem ich drüber gestolpert bin. Tut es aber nicht.

Diese Art Mail ist doch exakt das, wogegen die Kampagne „Du bist Deutschland“ mobil machen wollte. Oder hab ich das falsch verstanden? Allerdings muss man sagen, dass es wenigstens konsequent ist. Denn auch diese Abmahnung ist wohl nicht ganz im Sinne der Kampagne gewesen. Etwas mehr Souveränität hätte ich schon erwartet.

Und was hat er überhaupt gegen Klowände? Da lese ich mehr interessante und schlaue Sachen als in 90% aller Anzeigen. Heißt ja nicht umsonst: Klowände streichen ist wie Bücher verbrennen.

Now playing: Bobby Mc Ferrin – Don’t Worry, Be Happy

Und hier gibt es das: Image Hosted by ImageShack.us

Pauschal, banal, egal?

Bei Martina Kausch bin ich auf einen Bericht des ZDF gestoßen, der sich, wie viele andere auch, mit diesem komischen Phänomen Blogdings beschäftigt. Und zwar hinsichtlich der journalistischen Kompetenz und Konkurrenz. So wird der Bericht überschrieben mit Die fünfte Macht im Staat? und diese Frage wird beantwortet mit dem Fazit:
Es sieht, was die Bedeutung der Weblogs in der öffentlichen Meinung betrifft, für den Moment also so aus, als hätten lediglich einige Journalisten die Blogs für sich als weiteren Vertriebsweg für ihre Geschichten entdeckt. Dennoch sollte man Blogger generell nicht unterschätzen.
Von einem gewissen Standpunkt aus, nämlich dem journalistischen, mag das völlig richtig sein. Der Punkt ist nur, dass es gar nicht darum geht, die fünfte oder welche Macht auch immer zu werden.

Beispiel: Mal angenommen, es würde keine Mundpropaganda geben (kommt mir nicht mit Logik, in Statistik-Vorlesungen werden auch gerne mal Vampire bemüht). Angenommen, meine Oma würde als erste auf die Idee kommen, ihrer Freundin ein Produkt zu empfehlen. Und weiter angenommen, diese jetzt ganz neue aber nicht zu kontrollierende Form der Werbung würde sich durchsetzen. Würde ich als, na ja, Kommunikationsprofessioneller diese Form belächeln? Würde ich allen Werbern da draußen sagen: „Hey, keine Panik, alles völlig unprofessionell, null Kreativität, keine messbaren Ergebnisse, gegen eine vernünftig geplante Kampagne hat das alles keine Chance“? Wenn ja, hätte ich nichts verstanden. Denn meine Oma würde der Werbung mit ihrer Mundpropaganda gar keine Konkurrenz machen wollen. Dass sie zwar in irgendeiner Form tatsächlich Werbung betreiben würde, wäre ihr völlig egal.

Weblogs mögen ja ein neuer Informationskanal sein. Weblogs mögen auch häufig journalistische Ansprüche an den Tag legen (und ihnen selten gerecht werden). Und wenn eben diese als Maßstab herhalten müssen, wen wundert es da, dass beim ZDF vor allem die bloggenden Kollegen als Vorzeigevertreter der neuen Zunft gesehen werden? Leute, verabschiedet euch von der Vorstellung, alle Blogger wollten Journalisten sein. Wollen sie nicht (es gibt natürlich putzige Ausnahmen, die sich aber in der Regel darauf beschränken, aus den herkömmlichen Medien zu zitieren und das Zitierte im Blog zu kommentieren. Das sind dann die Blogger, die schon ihre Leserbriefe mit Publikationen verwechseln). Blogger wollen das, was alle wollen: Sich mitteilen, sich austauschen. Dass es dabei mittlerweile zu Machtspielchen kommt, liegt nicht an der Intention der beteiligten Blogger, sondern am Wesen des Weblogs!

Vater Klum und das Sozialgericht Bremen können ein Lied mit vielen Strophen davon singen. Blogs sind nichts weiter als ein Werkzeug der Kommunikation. Dass dieses Werkzeug wahrgenommen wird, liegt an seiner der Zeit angepassten Funktionsweise, dass es nicht ernst genommen wird, liegt an den alten Kommunikationsvorstellungen. Vernetzte Kommunikations-Märkte sind eben neu. Und werden häufig mit Chat-Rooms, Message-Boards und sonstigen stationären Foren verwechselt. In diesen neuen Märkten gibt es nicht mehr Sender und Empfänger sondern Sender und Sender – durch die Blogosphäre wird allerdings erstmalig auf Augenhöhe zurück gesendet. Wenn es denn nötig ist. Denn viele Blogs beschäftigen sich auch einfach nur mit dem Alltag der Schreibenden. Und wenn die etablierte Journaille das jetzt als Banalitäten abtut, dann kann man eigentlich nur antworten:
1. Lest euch ein beliebiges Magazin durch, werft einen Blick in das heutige Fernsehprogramm und dann fast euch mal bitte an die eigene Nase.

2. Was banal ist und was nicht, entscheidet der Leser/ Zuschauer/ Hörer. Bei euch heißt das Auflagenschwund. Der wird nur gerne mit mangelndem Interesse am Bedeutsamen verwechselt.

3. Ein Weblog ist von keinen Einschaltsquoten, keiner Abonnentenschaft und keinen Werbekunden abhängig.
Ein Blogger kann schreiben, worüber er will. Und wenn das seine Kakteen-Sammlung ist, mag das für euch banal sein. Kochshows waren das auch mal.

Now playing: New Model Army – Brave New World

Dienstag, Januar 17, 2006

Exkurs: Tokio Hotel

Wer schon mal in der Pubertät war, der weiß, dass die Leute, die nicht müde werden zu erwähnen, sie hätten die meisten Mädels am Start, de facto gerade mal damit angefangen haben, an sich selbst rumzuspielen. Wer noch in der Pubertät ist, weiß das nicht. Und macht sich deshalb auch mit wachsender Begeisterung vor großem Publikum zum Deppen. So jedenfalls Tom von Tokio Hotel in der Bravo 3/2006.
BRAVO: Wer kriegt denn die meisten Mädels?

Tom: Ich kriege die meisten Mädels.
Mit 12, 13 hat man auch noch ganz eigene Definitionen von Rock 'n’ Roll. Heimlich bis 21.00 aufzubleiben. Trotz Verbotes Night-Rider zu gucken. Oder so. Mit 17, 18 hingegen wird es richtig wild!
BRAVO: Was bedeutet denn ein echtes Rockerleben für euch?

Gustav: Nur alle zwei Wochen die Zähne putzen!
Tja. So ist das, wenn man jung ist. Da kann es auch passieren, dass man sich als Fan in der Aufregung vertut und auf das Plakat kritzelt:
"Sex??? Dann lernt uns kennen. Gibt uns eine Chance!"
Die PISA-Brut will’s wissen. Und nächste Woche wieder völlig fertig Dr.Sommer fragen: Kann man vom Sperma Schlucken schwanger werden?

Now playing: Rick Springfield – Celebrate Youth

Montag, Januar 16, 2006

Wenn einem die Worte fehlen

Ja, ja, so ein Relaunch sollte gut durchdacht sein. Alles muss stimmen – das gilt auch für den werblichen Auftritt. Nachdem wir uns ja schon mit dem Namen und dem Claim beschäftigt haben, ist jetzt die Anzeige dran:

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Frau Relevante Zielgruppe zieht sich also „bym“ rein. Wenn man einen Moment drüber nachdenkt, erkennt man sogar den Kampagnenwillen dahinter und wahrscheinlich können wir uns jetzt freuen auf Anzeigen mit „bym“ Lippenstiften, mp3-Playern und sonstigen Accessoires die zum Lifestyle der angestrebten Käuferschaft gehören. Ich weiß, ich weiß. Anzeigen, die ohne Text auskommen, sind schon cooler. Diese hier kommt aber nicht ohne aus. Weglassen alleine reicht nicht. Verrissen wird die Anzeige da, wo ich sie geklaut habe, nämlich bei Niemand und keine Partner, die endlich wieder aktiv werden.

Auch hübsch ist der neu entdeckte Banner der Deutschen Flügel:

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Schimpft mich Erbsenzähler, aber ein fehlendes „je“ kann ganz schön teuer werden.

Now playing: Enforsaken – All For Nothing

Samstag, Januar 14, 2006

How To Become A Coffin-Nail

Da ich gerade mit der Organisation einer Demo gegen Samstagsarbeit beschäftigt bin, gibt es hier mal wieder nur ein Bild und dann auch noch eins mit Werbung. Aber guter. Immerhin.

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Via Ads of the week.

„Ich werde diesem Kind spenden und ihm helfen.“ Nächste Seite: „ich spende ein anderes Mal.“ („Später“ trifft es nicht ganz.)

Now playing: Elvis – It’s Now Or Never

Donnerstag, Januar 12, 2006

Ganz hessliche Aktion

Hab ich was verpasst?

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Now playing: Lotto King Karl - Hamburg, meine Perle

Und Sylvester geht's nach Silt

German Wings ist konsequent: Der Name "Deutsche Flügel" hätte geklungen wie ein Film von Leni Riefenstahl, aber der Sinn sollte wohl erhalten bleiben - machen wir es also auf englisch. Ist eh hipper. Und wenn wir schon dabei sind: Wie bescheuert klingt denn "Flieg hoch. Zahl niedrig"? Da machenwa "Fly high. Pay low." draus und gut is.

Jetzt brauchen wir noch nen schmucken Banner, damit uns die Leute auch die Bude einrennen können. Natürlich auch auf englisch. Hmmm, mit ganzen Sätzen in fremder Mundart haben wir es da ja nicht so, aber Silvester können wir falsch schreiben. Das geht.

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Und wenn das jemand merkt? Ach, höchstens wieder so ein bloggender Spinner da draußen. Die sind eh immer so destruktiv.

Now playing: John Denver - Leaving On A Jet-Plane

How To Become Darth Vader

Oder Ernst Stavro Blofeld. Oder Asmodina. Oder Lex Luthor. Kurz: Wie man böse wird erfährt man hier. Mit Test und Fangfragen à la:
QUESTION #6: What are your religious beliefs?

A) Monotheistic: Christian, Jewish, Muslim
B) Pantheistic: Buddhist, Hindu, Pagan
C) Atheist or Agnostic
D) I am actually an ancient Babylonian God awoken from a terrible sleep and destined to destroy all mankind.
Putzig.

Now playing: Ladytron - Evil

Mittwoch, Januar 11, 2006

Simsalabym

Wenn ich einen Zeitschriftentitel auf dem Markt habe der dem Markt nicht gefällt, dann mach ich in der Regel einen Relaunch bevor ich ihn in die Tonne kloppe. So geschehen mit Allegra. Die Allegra war einmal ein innovatives Frauenmagazin: Schwarzweißes Cover, gute Texte, kaum Mainstream, viel kritisches Hinterfragen. Dann wurde der Titel farbig, der Inhalt angepasst und da niemand mehr die Allegra im Regal gefunden hat, wurde sie eingestellt. Jetzt ist sie wieder da, im neuen alten Look, mit vielen Tippfehlern aber auf gutem Weg.

Bei der Maxi war das anders. Die hieß vorher Maxi und hinterher Maxi. Der Unterschied war nur, dass sie plötzlich besser war. So geht es also auch.

Welches Schicksal auf die „Brigitte Young Miss“ wartet, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie ab heute Bym heißt. Den Termin hatte ich zwar auf dem Zettel, aber irgendwie muss ich das gute Stück heute morgen am Kiosk übersehen haben. Bei meinem Streifzug durch die Blogs wurde ich dankenswerterweise daran erinnert.

Was versprechen sich die Macher von GuJ von diesem Namen? Den muss man doch nur ein einziges Mal ausgesprochen haben, damit er sofort wieder von der Liste fliegt. Aber der deutsche Zeitschriftenmarkt ist ja eh der seltsamste der Welt. Nirgendwo hat man eine größere Auswahl an austauschbaren Titeln. Versteh ich alles nicht. Ein bisschen schlauer macht einen da allerdings die Lektüre der hier schon einmal erwähnten brand eins, diesmal geht es um den Artikel hier.

Now playing: The Cascades – Forever A Fool

Heißer Tee is the new kalter Kaffee

Ich bin bekennender Teetrinker. Auch Kaffee, klar, aber hauptsächlich Tee. Allerdings meine ich nicht den richtigen Tee, den man in den ganzen schnuckeligen Teeläden in der Innenstadt zu Preisen bekommt bei denen man nicht ganz sicher ist, ob man nicht doch gerade Drogen gekauft hat. Nein, ich meine den ganz banalen aromatisierten Tee, der unter Teekennern zu Recht verpönt ist. Aber ich bin ja auch kein Kenner.

Ich stürze mich freudig auf alles, was neu auf den Markt gebracht wird, meist wegen der Namen der neuen Sorten. „Kelten-Tee“, „Quelle der Entspannung“ und wie sie alle heißen. Nur letztens war ich doch etwas überrascht. Teekanne hat vor einiger Zeit neue Sorten herausgebracht. So weit, so gut. Aber muss man einem Tee denn einen Namen geben, der klingt wie ein Porno-Titel?

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Now playing: Sisters of Mercy – Temple Of Love

Ist mein Glied zu klein?

Das dürfte eine der meistgestellten Fragen der letzten 50 Jahre sein. Dicht gefolgt von „Meine Brüste sind unterschiedlich groß – krieg ich jetzt nie einen Freund?“ und natürlich „Ich habe meinen Bruder nackt gesehen – werde ich jetzt schwul?“. Und wer gibt seit Jahrzehnten immer und immer wieder geduldig die gleichen Antworten? Genau.

Als es noch kein Internet gab und gerade mal 3 TV-Programme, da war die BRAVO nicht nur in sexueller Hinsicht häufig das (weil einzige) Leitmedium. Die einzige vernünftige Musiksendung hieß „Formel 1“ und dauerte gerade mal eine Stunde – da war nicht viel an Informationen zu erwarten. Also musste die BRAVO ran. Sehr zum Unwillen diverser Elterngenerationen, was merkwürdig war, denn irgend jemand muss die Bravo in den 50ern und 60ern ja auch gekauft haben.

Wie sich das Buch zum Jubiläum an mir hat vorbei schleichen können, ist mir ein Rätsel, aber jetzt isses ja bestellt: 50 Jahre BRAVO

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Auch wenn das Wort „Jugendkultur“ in meinen Augen einen Widerspruch in sich darstellt, gibt es doch kaum etwas, worüber man sich besser lustig machen könnte. Außer Auch über die Jugend in den 80ern natürlich. Wir waren nämlich ganz schön cool damals. Und warum bekomme ich gerade Lust auf Cherry-Coke?

Now playing: Robin Beck – First Time

Dienstag, Januar 10, 2006

Och nee, wat süß!

Wenn der Clio mal nicht anspringen will, gibt es jetzt das absolute Notfall-Set. Und zwar hier:

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Ich bin dafür, dass dieses herzallerliebste Fundstück auch in Beetles, KAs und ähnlich süßen Autos serienmäßig beigelegt wird. Mit Schleifchen natürlich. Pink. Also wirklich.

Now playing: Lou Reed - I Wanna Be Black

Montag, Januar 09, 2006

Hochinoffiziell

Nachdem die Akte Klum die Blogosphäre weltweit wachgerüttelt auf Trab gehalten hat, warte ich jetzt eigentlich auf viele putzige Begebenheiten, die den FIFA World Cup™ betreffen werden. Oder dessen Sponsoren. Der Spiegel berichtet heute (mal wieder) über die skurrilen Werberestriktionen in den und um die Stadien.

Ich persönlich glaube ja, dass in den WM-Städten die große Stunde des Guerilla-Marketings schlagen wird. Und ob die 40 Millionen, die jeder offizielle Partner abdrücken mussten jetzt wirklich so die Hammer-Investition gewesen sein werden, darauf bin ich tierisch gespannt.

Ich möchte keine 40 Millionen in eine Partnerschaft von so kurzer Dauer investieren. Aber ich möchte auch „irgendwie irgendwas cooles zur WM“ machen. Wie so viele andere auch. Zum Beispiel würde ich mir gerne die Bezeichnung Offizieller Nicht-Partner des FIFA World Cup™ verpassen. Wahrscheinlich wird man da auch gleich wieder in Grund und Boden gemahnt und damit um selbigen gebracht. Aber so’n schicker kleiner Button für die Blogleiste, das wär doch mal wieder was.

Now playing: Depeche Mode - Dangerous

Live And Let Learn

Diese großartige UNICEF-Anzeige hab ich per Mail bekommen. Keine Ahnung, welche Agentur dahinter steckt. Falls jemand mehr weiß, raus damit. Ersonnen von FCB KOBZA, Wien. Dank an Chris.

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Now playing: Siouxie & The Banshees - Kiss Them For Me

Sonntag, Januar 08, 2006

Happy Birthday, David Bowie

Einer der größten Musiker überhaupt wird heute 59. Da schaut man natürlich auch mal auf der Homepage vorbei und was muss man feststellen? Mitglieder des "Bowie-Net" können sich auf der Homepage ihre eigenen Blogs einrichten. Einen ähnlichen Versuch gestartet hat auch die Beste Band der Welt mit ihrem Bademeisterblog Das sieht mir zwar auf den ersten Blick eher nach normaler Fan-Community aus, aber der Gedanke zählt.

Immerhin wird so mal wieder deutlich, dass an der Innovationsfeindlichkeit in der Musikszene nicht die Musiker schuld sind, die sich neuen Trends eigentlich immer offen gegenüber zeigen, sondern die Labels, allen voran die großen der Branche. Die sollten ruhig mal von ihren Schützlingen lernen und auf den Verbraucher zugehen, statt ihn hinterrücks anzufallen (wie im letzten Kopierschutz-Coup von Sony).

Aber auch der Rest der Markenwelt kann sich davon eine Scheibe abschneiden. Auch wenn ich Kundenblogs jetzt nicht unbedingt für den größten Wurf in der Geschichte des Marketings halte, stellen sie doch ein hübsches Instrument dar, sich (ein bisschen) an die Marke zu binden. In jedem Fall ist es den herkömmlichen Lobhudel-Guestbooks haushoch überlegen.

Kein Themawechsel: Als Shell 1995 mit dem Marketing-GAU rund um die umstrittene Plattform Brent Spar baden ging, haben die Krisenmanager den vollen Rückzug angetreten und eine "ohne-wenn-und-aber-Kampagne" aus dem Hut gezaubert, die unter dem Motto stand: "Wir haben verstanden." Damals gab es noch keine Blogs - zum Glück für Shell. Plakate und Flyer sind kurzlebige Zeitdokumente. Heute gibt es Blogs - zum Glück für Vater Klum. Es ist ja nicht so, dass er es aus reiner Eitelkeit oder aus verletztem Stolz bis zum letzten durchziehen müsste. Manchmal heißt von Shell lernen, siegen lernen. Die "ich habe verstanden Nummer" hatte und hätte auch heute noch Größe. Wie wäre es also nach dieser ganzen Aktion mit Fan-Blogs auf der Heid Klum Homepage? Auch das hätte was.

Ach ja: Nachdem die Shell vor den Medien und (allen voran) den Verbrauchern eingeknickt war, stellte sich heraus, dass sie im Recht war und Greenpeace die Sache völlig falsch eingeschätzt hatte. Davon haben sie sich bis heute nicht recht erholt, wie mir scheint. Ein weiteres Argument für Besonnenheit und Augenmaß. Manche Erfahrungen sollte man eben lieber anderen überlassen, bevor man aus ihnen lernt.

Now playing: David Bowie - Heroes

Freitag, Januar 06, 2006

Dann doch mal kurz im Ernst

Es geht natürlich immer noch um Vater Klum.

Aber mittlerweile geht es auch um eine Entwicklung, die mir überhaupt nicht gefällt, denn mit sachlicher Debatte hat das alles in einigen Blogs nichts mehr zu tun. Denn wenn in diesen Blogs mittlerweile gemutmaßt wird, Heidi Klums Engagement für Kinder wäre reines PR-Gehasche, krieg ich das kalte Kotzen.

Gehen Sie zurück auf Los und lesen Sie die erste E-Mail erneut:
“Guten Tag,

da der Name Heidi Klum gesetzlich geschützt ist (R) und TM, bitte ich Sie den Namen aus Ihrer URL zu entfernen und die Werbung mit dem Namen Heidi Klum einzustellen. Als Termin hiefür habe ich mir den 2. Januar 2006 Notiert.
Ich bitte um Ihr Verständnis.

mfg
Günther Klum“

Was steht in dieser Mail? Er fordert Patrick auf, den Namen Heidi Klum aus seiner URL zu entfernen, die, wie wir wissen, er aber nicht, keine ist (nicht in dem Sinne jedenfalls). Mit anderen Worten: Herr Klum hat das Blogdingens nicht verstanden und sich auch nicht die Mühe gemacht es zu verstehen. Da er der Manager ist, kann man ihm das zum Vorwurf machen, den Schu muss er sich anziehen.

Hier wäre Aufklärung vonnöten gewesen, Patrick hat es versucht, Überheblichkeit kam zurück:
“vielen Dank für Ihre Informationen und Belehrungen.
Da meine Anwälte mich anders informieren, überlasse ich das ihnen den Sachverhalt aufzuklären.

Seien wir gemeinsam gespannt.“
Auch das habe ich angemerkt. Außerdem bestehen bleiben die Lacher und Kopf-Schüttler ob eines mehr als dilettantischen Krisenmanagements à la Helmut Kohl. Nur: Wo kommt der Vorwurf her, Günther Klum wolle die Berichterstattung über seine Tochter oder gar die Meinungsfreiheit einschränken? Wo steht das? Diese Frage hat sich nach meinen Beobachtungen nie gestellt. Das wurde reininterpretiert. Vieles wird eben mittlerweile so gelesen, dass es irgendwie ins selbst gemalte Bild passt. So zum Beispiel im Stern-Blog:
Dass sie schreibt: "Jeder der meine Website kennt, weiß, daß es keine Werbung hier gibt", mutet da doch ziemlich merkwürdig an. Beziehungsweise beweist: dass die Klums eine eigentümliche Definition von Werbung haben.
wird da geschrieben in Bezug auf den Katjes-Banner. Dass die Erklärung weiter unten steht, wird verschwiegen:
Mein langjähriger Werbepartner Katjes hat aber zu Weihnachten ein hübsches Sümmchen für das Bethanien Kinderdorf in Bergisch Gladbach locker gemacht und dann konnte ich nicht anders. Jetzt gibt es bis Februar 06 einen Werbebanner. Vielen Dank an Katjes für dieses tolle Weihnachtsgeschenk.
Fazit: Kritik und Widerstand gegen Willkür und Zensur immer und unbedingt! Aber doch bitte mit Augenmaß. Und vor allem nicht die Marke - oder schlimmer gar: die Person – Heidi Klum mit in Sippenhaft nehmen. Damit ist niemandem geholfen und Patrick am allerwenigsten. Außerdem ist das stillos.

Now playing: Heaven 17 – At The Hight Of The Fighting

Hairlich*

Ich habe schon häufiger geschimpft über die plumpe Werbemasche: "Headline und Claim, dazwischen ein paar Titten und gut is." Völlig zu Recht, versteht sich. Falls dadurch aber der Eindruck entstanden sein sollte, ich würde in Alice Schwarzer Manier jede Werbung verteufeln, die mit Sex, Klischees und, tja, Frauen spielt, so möchte ich den heute revidieren. Und zwar anhand dieses Schmuckstücks für Veet Haarentfernung im, räusper, Intimbereich:

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Fucking brillant! Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie in x% aller Agenturen das große Gestöhne losgehen würde, wenn solch ein Produkt beworben werden müsste: "Boah, was könnte man da für geile Sachen machen, aber das kannste ja alles nicht bringen. Hast ja gleich wieder die Feministen-Mafia am Hals." Heraus kommen würde dann wieder Blödsinn à la Frauenhand abbilden die sich über die andere Hand strreicht + Copy im Sinne von "Warum kann die Haut nicht überall so glatt und bla, bla, bla ..."

Aber nicht hier. Großartiges Sujet. Und, btw, großartiges Produkt.

Now playing: Cat Stevens - The First Cut Is The Deepest

*Sorry für den Kalauer. Aber wenn es raus muss, muss es raus.

Nachtrag: Passend dazu die Enthaarungsdoku. Und der einzige, der wieder jammert, ist der Kerl. Tss. Via cynx

(uups, vergessen, wie peinlich:) Now playing: Depeche Mode - A Pain That I'm Used To

Donnerstag, Januar 05, 2006

How To Burn A Brand

Nichts ist schwieriger, als eine Marke aufzubauen. Jeder, der auch nur im Ansatz mit Marken zu tun hat, weiß das. So zum Beispiel auch Günther Klum, der einst dem Kölner Stadtanzeiger im Interview antwortete:
"Aus meiner Zeit als Produktionsleiter bei 4711 habe ich einiges von Marken-Positionierung mitbekommen und so wusste ich, eine Marke baut man langsam auf."

Was er garantiert nicht mitbekommen hat, ist, wie man schnellstmöglich auf die Nase fällt. Deshalb hier die Anleitung in Kurzform (Sunzi geprüft und mit Blindtext-Garantie):
1. Suchen Sie sich ein Schlachtfeld aus, das Sie weder kennen noch verstehen (wenn Sie also Römer sind, versuchen Sie beispielsweise die Friesen im Wattenmeer zu stellen. Oder wenn Sie Manager sind, versuchen Sie einfach, einem hochfrequentierten Blog zu drohen, ohne sich vorher über das Blogprinzip zu informieren).

2. Viel Feind, viel Ehr! Riskieren Sie einen Zweifrontenkrieg (wollen Sie beim Lokalderby Schalke – Dortmund mächtig Spaß haben, kommen Sie einfach im Bayern-Trikot. Wenn Sie sich als Manager mit einem Blogger angelegt haben, sorgen Sie dafür, dass Sie auch die Printmedien gegen sich aufbringen. Zum Beispiel das Handelsblatt ).

3. Seien Sie überheblich (stellt sich Ihnen in Asien ein merkwürdiger glatzköpfiger Vogel in alberner Kutte und nur mit einem Stock bewaffnet in den Weg, lachen Sie ihn aus. Was kann der alte Mann schon anrichten? Wenn Sie sich als Manager mit einem Blogger anlegen, glauben Sie einfach, dass die Erwähnung Ihrer Anwälte Heulen und Zähneklappern auslöst. Er ist schließlich ganz allein. Was kann er schon anrichten?).

Soweit die Basics. Natürlich gibt es noch Finessen und Tricks für Kenner und Genießer. Aber um seiner Marke einen ordentlichen Tritt in den süßen Hintern zu geben, sollte es allemal reichen.

Now playing: Gerry and the Pacemakers – How do you do what you do to me?

PS: Hat zwar mit dem Eintrag ü_ber_haupt nichts zu tun, aber wer hier den Überblick verloren hat, bekommt ihn hier sehr detailliert zurück.

Mittwoch, Januar 04, 2006

Kirchen, Dörfer und das Internet

Die recht einseitige - aber keinesfalls langweilige - Blogonovela “Werbeblogger vs. Vadder Klum“ erfreut sich seit Tagen einer wachsenden Beliebtheit:

Die Bewohner eines kleinen Dorfes versammeln sich auf dem Marktplatz, da einem der ihren ein Pfeil ins Reetdach geschossen wurde mit der Nachricht, der nächste Pfeil könne das Dach in Brand setzen. Heillose Aufregung, sogar über die Dorfgrenzen hinweg. Und alles nur wegen dieser dummen Sache im November, als Fron Breitenbach es wagte, den Namen des schönen Burgfräuleins in den Mund zu nehmen. Der Vater der Holden ließ das nicht auf sich sitzen und verlangte, der anmaßende Untertan möge sich verpflichten derart Ungehöriges nie wieder zu tun. Ansonsten würde vermutlich noch einmal über die Option „Brandpfeil“ nachgedacht.

Sollte hier wirklich der Vater von Heidi Klum am Wirken sein, so läuft gerade einiges aus dem Ruder. Spätestens wenn Meldungen aus Klein-Bloggersdorf in die Medien der wirklichen Welt eintauchen, werden auch Werbekunden aufmerksam. Und auf schlechte PR warten die mit Sicherheit nicht. Ist nur die Frage, wem sie die Schuld geben (immer vorausgesetzt, es interessiert sie überhaupt).

Herr Klum mag ja wild darauf bedacht sein, dass der Name seiner Tochter nicht in fremder Leute URLs auftaucht. Dabei sollte er sich aber vielleicht auf URLs beschränken, die von dem jeweiligen Seitenbesitzer als solche angemeldet worden sind. Von einer automatisch generierten Blog-Eintrag-URL kann da eigentlich nicht die Rede sein. Muss man nicht wissen, sollte man aber wissen, wenn man schon auf die Pirsch geht.

Die Blogosphäre hat sich jedenfalls drauf gestürzt wie ein Rudel Jagdhunde und der Streitinitiator hüllt sich in Schweigen. Wenn er es denn war. Was ist bloß aus dem berühmten Gespräch unter Männern geworden? Bzw: Wo ist es geblieben? Patrick Breitenbach ist an dieser Stelle mit Sicherheit kein Vorwurf zu machen - er hat den Dialog gesucht (Werber halt). Wenn der Dialog nicht angenommen wird, kann man nichts machen. Das ist eben das dumme an der Kommunikation via E-Mail und Internet im Allgemeinen: Wer bockig ist, ist nicht zu fassen.

Mit Sicherheit hätte sich die Sache anders entwickelt wenn sich die Beteiligten einfach mal unterhalten hätten. Zu wessen Gunsten so ein Gespräch ausgegangen wäre, ist übrigens so irrelevant, wie nur irgend etwas irrelevant sein kann. Keiner Seite wäre ein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn sie nachgegeben hätte. Einfach mal die Kirche im Dorf zu lassen ist häufig eine gute Option. Auch die Lektüre der Klassiker, in diesem Fall „Der Zauberlehrling“ von Goethe, hat schon so manchen von manch unbedachter Kurzschlusshandlung abgehalten. Das wäre auch Herrn Klum gut bekommen. Denn ganz schnell heißt es manchmal: Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los. Der Zug dürfte aber abgefahren sein.

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Montag, Januar 02, 2006

Och nöö. Lass mal gut sein.

Nach den Kommentaren zu dem Hirn statt Böller Eintrag bin ich wieder auf die letzte Ausgabe der brand eins gestoßen, die ich doch noch einmal jedem wärmstens ans Herz legen möchte:

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Zu bestellen (und erfreulicherweise auch zu lesen) hier.

Hervorragende Texte, richtige wenn auch streitbare Standpunkte und die eine oder andere Erkenntnis zum Thema Hilfe. Gespendet wird trotzdem.

Schönster Satz (Allein schon wegen der zwei Doppelpunkte):
Alle Welt fragt sich: Was rettet den Panda? Seine traurigen Augen sagen uns: gar nichts

Now playing: Pink Floyd – On The Turning Away

Alte Männer und lustige Ängste

Die Jahrsrückblicke in so ziemlich allen deutschen Publikationen sind ja mal lustig, selten erleuchtend, hat man doch den ganzen Scheiß noch auf dem Zettel, der in den letzten 12 Monaten passiert ist. Da lob ich mir doch Schwachsinnsmeldungen wie diese: In Virginia (USA) haben unterfickte Prudisten versucht ein Gesetz auf den Markt zu sch(m)eißen, das es ihren nicht ganz so prüden Töchtern verbieten soll, ihr Höschen aus der Jeans hervorblitzen zu lassen. Was einleuchtet, wenn man der Meinung ist, die größte Gefahr gehe nicht von schießwütigen, sondern von zeigefreudigen Teenagern aus.

Diejenigen unter Ihnen, die ihr Allgemeinwissen über Virginia lediglich via „Fackeln im Sturm“ erworben haben, werden jetzt einwerfen: “Öhm ... ja? Und? Amis halt. Steckt man auch nicht immer drin.“

Wer allerdings mit etwas offeneren Augen durch diese putzige Welt läuft, der schlägt sich vermutlich gerade lachend auf den Schenkel und schreit zu recht:

Ausgerechnet Virginia!

Denn wie alle, für die Heraldik zwar kein Hobby, aber doch mehr als ein Fremdwort ist, wissen, ist die Flagge von Virginia die einzige, auf der ein Nippel zu sehen ist. So. Und das erklärt dann mal euren Mädels. Der Gesetzentwurf ist dann natürlich gescheitert.

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