Mittwoch, Juli 26, 2006

Wie meinen?

Erste Frage: Was darf Satire? Bekanntlich alles. Zweite Frage: Wer pisst bei diesem blöden Kalauer eigentlich wem ans Bein?

Gerhard Seyfried postet das Machwerk jedenfalls in seinem Blog und lässt mich allein mit der Antwort auf die Frage: Wer wird hier kritisiert? Wird – zum Beispiel – die Bild als Bücher verbrennender Nazi dargestellt, weil sie ständig eine Reform in der Luft zerreist, die nun wirklich nicht den Untergang des Abendlandes einläutet?

Oder hat der Zeichner beim Zeichnen nicht nachgedacht und würde sich gerne selbst der Nazi-Methoden bedienen, weil er der Reform ähnlich missmutig gegenüber steht wie der Springer-Verlag? Nur weil Buchverbrennungen gerade wieder in Mode sind? Wenn dem so ist, ist die eigentliche Ironie hier in der Allianz Seyfried-Springer zu sehen. Kenner seiner APO-Comics wissen, was ich meine.

Wie auch immer – daneben ist die Nummer in jedem Fall und der Duden kann nun wirklich am wenigsten für die Rechtschreibreform. Fleißig diskutiert wird hier

Now playing: The Velvet Underground – What Goes On?

Kommentare:

kein einzelfall hat gesagt…

Geschmack hin, PC her - das schlichte Gemüt denkt sich: Feuer bei den momentanen Temperaturen muss nicht sein. Schon allein wg. der Waldbrandgefahr.

eigenart hat gesagt…

Eben. Das kommt halt dabei raus, wenn man von Duden und Blasen keine Ahnung hat.

Viel wichtiger als die Frage nach den Grenzen der Satire finde ich allerdings die Frage, ob der Duden kapitulieren darf. Und vor allem wovor oder vor wem?

Zu meinen IDS-Zeiten (ids-mannheim.de) habe ich meistens vor diesen Sprachpuristenheinis kapituliert, die uns ständig anschrieben und dazu aufforderten, endlich mal was zu tun... jetzt wo der Duden schon kapituliert hat.

ramses101 hat gesagt…

@Kein Einzelfall: Wobei ich die propagierte Wichtigkeit der Vermeidung von Waldbränden für arg überzogen halte. So eine zünftige Brandrodung dann und wann hat noch keinem Ökosystem geschadet. Abgesehen natürlich von einigen Kollateralschäden, aber auch die sind ja gerade wieder schwer en vogue.

@eigenart: Mich würde ja interessieren, warum alle deutsche Welt glaubt, der Duden würde die Sprache machen. Und warum alle dem Duden die Pest resp. den Seitenfraß an den Hals resp. den Rücken wünschen, nur weil der Verlag ein bisschen Wert auf ein aktuelles Wörterbuch legt. Was ich übrigens auch tue und im GEgensatz zzu den ganzen Meckerpötten da draußen freu iich mich jetzt schon auf den nächsten, den mit der "Dudenempfehlung", die ich, das weiß ich jetzt schon, aus fast kindlich anmutender Bockigkeit ignorieren werde.

eigenart hat gesagt…

Naja, Bockingkeit ist ja noch lange kein Sprachpurismus... ich nenne es mal "konstruktive Auseinandersetzung mit aktuellen Sprachentwicklungen".

Besonders albern fand ich allerdings, dass diese engstirnigen Germanisten-Vereine gerade immer uns anschrieben - wir waren die Abteilung für NEOLOGISMENFORSCHUNG!!!

Nur der Herr am Ende des Ganges (also jetzt nicht der Fluss) hatte noch mehr Spaß als wir - er war Vorsitzender der Rechtschreibkommission.