Mittwoch, Mai 03, 2006

Imperiale Imperative

Eine sehr gute Idee ist es, die 10 Gebote zu überdenken (Via, via). An dieser Stelle deshalb heute der Blindtext-Senf:

1. Du sollst Jever oder Astra trinken. Es sei denn, du bist ein Mädchen, dann geht natürlich auch Beck’s Gold.

2. Schreibe niemals Leserbriefe an eine Lokalzeitung.

3. Vor allem nicht, wenn du dich damit zum Idioten machst. Am besten schreibst du überhaupt keine Leserbriefe.

4. Stadtpläne werden völlig überbewertet. Wirf sie weg.

5.Wenn du zitierst oder dich auf etwas beziehst, sieh verdammt noch mal zu, dass du vernünftige Zusammenhänge herstellen kannst und mit den Hintergründen oder Herleitungen vertraut bist.

5 a) Das gilt insbesondere für das Heine-Zitat “Denk ich an Deutschland in der Nacht“

6.Habe immer Tomatensaft im Haus. Der ist gesund und lecker und gut gegen Kater. Aber trinke ihn niemals im Flugzeug. Das ist wie bei der Landung zu klatschen.

7. Kurze Hosen trägt man nur beim Sport. Egal wie heiß es ist. Also lass es bleiben, es sei denn du bist James Bond in Thunderball.

8.Mach einmal im Monat etwas, was du sonst im Leben nicht gemacht hättest. Soll heißen: Lies einen Gedichtband, geh in eine Lesung lesbischer Sozialistinnen, back einen Kuchen, mach eine Stadtrundfahrt in der Heimatstadt. Egal. Nur: Mach. Kaum etwas erweitert den Horizont zuverlässiger.

9. Stell Fragen. Für den Rest deines Lebens. Das ist lange nicht so blöd, wie es sich anhört.

10. Wenn du keinen Stil hast, brauchst du auch keinen. Sieh es ein.
Now playing: Camouflage – The Great Commandment

Kommentare:

German Psycho hat gesagt…

Keine Einwände. Danke für den Hinweis auf Heine! Den kann man gar nicht oft genug wiederholen.

Und die kurzen Hosen mußten einfach mal erwähnt werden. Ich danke Ihnen auch hierfür. Gut, daß Sie das nicht geworfene Stöckchen gefangen haben!

Anonym hat gesagt…

ich habe diesen monat schon einen kuchen gebacken. der sah scheiße aus und schmeckt wahrscheinlich auch scheiße (ich muß ihn zum glück nicht essen). soll für mai erfüllt. grandios.

murkel hat gesagt…

äh... ich war das.

Matt hat gesagt…

Ich dachte auch oft, Stadtpläne seien bei einem Orientierungsdesaster wie meiner Wenigkeit eine recht nützliche Sache, doch weiß ich nie, wie herum ich sie halten soll, und wenn ich es rausgefunden habe, weiß ich die Himmelsrichtungen nicht mehr oder wie das heißt.

Will sagen: Das 4. Gebot ist bei näherem Nachdenken absolut gerechtfertigt. Und die anderen auch – chapeau!

Das Tomatensaftgebot würde ich sogar noch weiter generalisieren: Habe immer Tomaten im Haus, egal in welchem Aggregatzustand.

eigenart hat gesagt…

Alles schön und gut... aber zu 9. hätte ich mal ne Frage:

WARUM?

ramses101 hat gesagt…

@GP: Aber ist es nicht erschreckend, dass man derartige Selbstverständlichkeiten überhaupt ausformulieren muss? Auf der anderen Seite ist das bei den originalen 10 Geboten ja auch nicht anders.

@Murkel: Das Essen des Kuchens ist ja auch nicht Sinn der Übung. Von daher: Soll in der Tat erfüllt. Genießen Sie die Sonne.

@Matt: Das Himmelsrichtungsdilemma kenn ich nur zu gut. Es gibt nur eine Sache am Stadtplan, die ich wirklich brauuche und nutze: Der U-Bahn-Plan. Und der hängt ja nun auch an jeder U-Bahn-Station. Mit den Tomaten haben Sie natürlich Recht.

@Eigenart: Fragen Sie nicht so blöd!

Wolfgang Brauer, Hopfgarten hat gesagt…

Liebe Lokalzeitungsredaktion,

ich finde nur Astra und Jever trinken blöd und gemein. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie sich andere leckere Biere fühlen, wenn sie derart pauschal ins Abseits gestellt werden? Ich habe mich so sehr geärgert, dass ich wohl ernsthaft über die Kündigung meines Abonnements nachdenken werde.

Wolfgang Brauer, Hopfgarten

ramses101 hat gesagt…

OK. Rebellion-Beer geht auch. Noch jemand 'ne Extrawurst?

F hat gesagt…

Bis auf die Sache mit dem Tomatensaft, okayokay.

AnzeigenSpezialist.de hat gesagt…

No. 9 ist eindeutig le must.