Donnerstag, April 20, 2006

Darf man Studenten bestehlen?

An Universitäten können Studenten das Studentenparlament wählen. Kurzer Exkurs: Es heißt tatsächlich „Studenten“ und nicht „Studierende“. Zwar gibt es „studierende Studenten“, aber es gibt eben auch „schlafende Studenten“. „Schlafende Studierende“ hingegen gibt es nicht. Bitte merken und beherzigen. Ich fang am besten noch mal an.

An Universitäten können Studenten das Studentenparlament wählen. Da gibt es putzige rechtskonservative Bündnisse, mit schüchternen Söhnen aus guten Häusern und da gibt es nicht minder lustige linksmarxistischleninistischwasauchimmeristische Anhäufungen, die in der Regel aus den bockigen Geschwistern oben erwähnter Söhne bestehen.

Eine solche Gruppierung in Hamburg nennt sich irgendwas mit St. Pauli. Was sehr naheliegend ist, aber das kann ja manchmal nicht schaden. Wenn Wahlkampf ist, werden die Parteien aktiv, so natürlich auch die „Liste St. Pauli“ oder wie auch immer sie geheißen haben mag. Der Feind war schnell gefunden: Studiengebühren. Jetzt wurde in einer Sitzung, Vorlesung oder Kneipe überlegt: Was schreiben wir auf unsere Plakate? Soll ja auch bisserl nach St. Pauli klingen.

Idee: Wir leihen uns den gelernten Begriff „Weltpokalsiegerbesieger“ und machen daraus: „Studiengebühreneinführerbesieger“.

Das kann man jetzt gut finden oder nicht, meiner Meinung nach ist es unklug, im Wahlkampf mit noch nicht errungenen Siegen noch nicht geschlagener Schlachten zu protzen. Wie auch immer, die zweite Zeile hingegen war da schon interessanter. Sie lautete:

Aux Armes!

Ha!, hab ich gedacht, geile Idee, aber – typisch Studenten – wieder nicht zu Ende gedacht. Vielleicht muss kurz eingefügt werden, dass es sich bei „Aux Armes“ um einen Teil eines Pauli-Fußball-Lieds handelt:
Aux Armes!
Aux Armes!
Nous sommes Sankt Pauli!
Et nous allons gagner!
Allez braun-weiß !
Allez braun-weiß !
LaLaLaLaLaLaLa
Das war vermutlich die Basis der Idee. Aber wie großartig ist gerade im Zusammenhang mit den Thesen der Gegner der Studiengebühren die phonetische Nähe zum deutschen „oh armes“? Und wie zwingend ist deshalb natürlich auch die Zeile:

Aux Armes Deutschland!?

Kam aber nicht. Deshalb sehe ich mich auch nicht als Dieb, wenn ich diese Line irgendwann einmal klaue. Und das werde ich. Wenn man Kartoffelbrei mit Quark und Olivenöl anstatt mit Milch zubereitet, schmeckt er übrigens gleich noch besser. Aber das nur am Rande. Finde gerade keinen vernünftigen Ausstieg.

Now playing: Heaven 17 – And That’s No Lie

Kommentare:

kein einzelfall hat gesagt…

Hm, lautmalerisch ist das dann Osarmes Deutschland. Da drängt sich die ein oder andere meistgesuchte Assoziation auf ...


Höchst appetitlicher Absager im Übrigen.

samoafex hat gesagt…

Schlafende Studierende mag es nicht geben - aber schlafend Studierende (auch als Uni-Schläfer bekannt). Und Schlafstudien. Ich mach am besten gleich eine. Kommt ja nur noch Quatsch raus. ;)

German Psycho hat gesagt…

Hach - jetzt erst weiß ich, was ich die letzten Wochen verpaßt habe, als ich keine Blogs gelesen habe. Ist nun schon das zweite Mal, daß Sie meinen Tag gemacht haben ;-)

Übrigens glaube ich nicht, daß Sie die Paulianer verschont hätten, wenn diese tatsächlich onser gäläbtes Vaatärlond zo dän Woffän göroofen hättn! Un da Ullstein midda Muss! Ööyin, midda Moss!

Als ehemals das Schlafen studiert Habender:
Aux mai Deus!