Donnerstag, Januar 05, 2006

How To Burn A Brand

Nichts ist schwieriger, als eine Marke aufzubauen. Jeder, der auch nur im Ansatz mit Marken zu tun hat, weiß das. So zum Beispiel auch Günther Klum, der einst dem Kölner Stadtanzeiger im Interview antwortete:
"Aus meiner Zeit als Produktionsleiter bei 4711 habe ich einiges von Marken-Positionierung mitbekommen und so wusste ich, eine Marke baut man langsam auf."

Was er garantiert nicht mitbekommen hat, ist, wie man schnellstmöglich auf die Nase fällt. Deshalb hier die Anleitung in Kurzform (Sunzi geprüft und mit Blindtext-Garantie):
1. Suchen Sie sich ein Schlachtfeld aus, das Sie weder kennen noch verstehen (wenn Sie also Römer sind, versuchen Sie beispielsweise die Friesen im Wattenmeer zu stellen. Oder wenn Sie Manager sind, versuchen Sie einfach, einem hochfrequentierten Blog zu drohen, ohne sich vorher über das Blogprinzip zu informieren).

2. Viel Feind, viel Ehr! Riskieren Sie einen Zweifrontenkrieg (wollen Sie beim Lokalderby Schalke – Dortmund mächtig Spaß haben, kommen Sie einfach im Bayern-Trikot. Wenn Sie sich als Manager mit einem Blogger angelegt haben, sorgen Sie dafür, dass Sie auch die Printmedien gegen sich aufbringen. Zum Beispiel das Handelsblatt ).

3. Seien Sie überheblich (stellt sich Ihnen in Asien ein merkwürdiger glatzköpfiger Vogel in alberner Kutte und nur mit einem Stock bewaffnet in den Weg, lachen Sie ihn aus. Was kann der alte Mann schon anrichten? Wenn Sie sich als Manager mit einem Blogger anlegen, glauben Sie einfach, dass die Erwähnung Ihrer Anwälte Heulen und Zähneklappern auslöst. Er ist schließlich ganz allein. Was kann er schon anrichten?).

Soweit die Basics. Natürlich gibt es noch Finessen und Tricks für Kenner und Genießer. Aber um seiner Marke einen ordentlichen Tritt in den süßen Hintern zu geben, sollte es allemal reichen.

Now playing: Gerry and the Pacemakers – How do you do what you do to me?

PS: Hat zwar mit dem Eintrag ü_ber_haupt nichts zu tun, aber wer hier den Überblick verloren hat, bekommt ihn hier sehr detailliert zurück.

Kommentare:

gerold braun hat gesagt…

das ist mit das Beste, was ich zum Thema gelesen hab. Herrlich .. vor allem der alte Mann mit dem Stock ..

ramses101 hat gesagt…

Grazie. Ist aber ja auch ein denkbar dankbares Thema.

David hat gesagt…

Ich glaube, daß weder die Marke Heidi Klum noch Werbeblogger bei dieser Auseinandersetzung ernsthaften Schaden nehmen werden - eher im Gegenteil.

ramses101 hat gesagt…

Seh ich genau so. Aber das ändert nichts daran, dass es schlauer ist, sich erst einmal Gedanken zu machen, bevor man aus einer vermeintlichen Überlegenheit heraus ins Unbekannte reinpoltert.

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Weltregierung hat gesagt…

:-)

so ein bisschen Überheblichkeit
hat noch jeden grossen Feldmar(k)schall
ins Straucheln gebracht.

Sun-Tsu (!) ist in der Tat ein guter Ratgeber.
nicht nur für Marken.

( In Kneipenschlägereien, oder Arschkriecher
Bullshitbingomeetings - sollte man z.T etwas
sparsamer mit der Prosa sein. )

- NoMissionNoBrandregierung.

ramses101 hat gesagt…

Mit Sun Tsu hamse gewonnen. Wenn auch nur knapp: http://www.googlefight.com/index.php?lang=en_GB&word1=sunzi&word2=%22sun+tsu%22

Und nach Prosavorträgen in Kneipenschlägereien wird man vermulich auf dem Mädchenklo eingesperrt ;-)

ramses101 hat gesagt…

PS: Das gelöschte Posting war ein Doppelposting. Nicht, dass hier irgendwas in falsche Hälse kommt oder so.

Anonym hat gesagt…

»Friesen im Wattenmeer« war aber noch besser als der alte Mann mit dem Stock… :-)

CountZero hat gesagt…

ich gehe weniger von einer schädigung der marke heidi klum aus als vielmehr davon, daß der gute herr papa sich einfach und schlichtweg so lange und hartnäckig der lächerlichkeit preisgibt, daß er sich für einen längeren zeitraum nicht mehr auf die straße trauen kann, ohne daß die leute lauthals lachend mit dem finger auf ihn zeigen.

ramses101 hat gesagt…

Das wäre das Ideal-Ergebnis :-)