Freitag, Januar 06, 2006

Dann doch mal kurz im Ernst

Es geht natürlich immer noch um Vater Klum.

Aber mittlerweile geht es auch um eine Entwicklung, die mir überhaupt nicht gefällt, denn mit sachlicher Debatte hat das alles in einigen Blogs nichts mehr zu tun. Denn wenn in diesen Blogs mittlerweile gemutmaßt wird, Heidi Klums Engagement für Kinder wäre reines PR-Gehasche, krieg ich das kalte Kotzen.

Gehen Sie zurück auf Los und lesen Sie die erste E-Mail erneut:
“Guten Tag,

da der Name Heidi Klum gesetzlich geschützt ist (R) und TM, bitte ich Sie den Namen aus Ihrer URL zu entfernen und die Werbung mit dem Namen Heidi Klum einzustellen. Als Termin hiefür habe ich mir den 2. Januar 2006 Notiert.
Ich bitte um Ihr Verständnis.

mfg
Günther Klum“

Was steht in dieser Mail? Er fordert Patrick auf, den Namen Heidi Klum aus seiner URL zu entfernen, die, wie wir wissen, er aber nicht, keine ist (nicht in dem Sinne jedenfalls). Mit anderen Worten: Herr Klum hat das Blogdingens nicht verstanden und sich auch nicht die Mühe gemacht es zu verstehen. Da er der Manager ist, kann man ihm das zum Vorwurf machen, den Schu muss er sich anziehen.

Hier wäre Aufklärung vonnöten gewesen, Patrick hat es versucht, Überheblichkeit kam zurück:
“vielen Dank für Ihre Informationen und Belehrungen.
Da meine Anwälte mich anders informieren, überlasse ich das ihnen den Sachverhalt aufzuklären.

Seien wir gemeinsam gespannt.“
Auch das habe ich angemerkt. Außerdem bestehen bleiben die Lacher und Kopf-Schüttler ob eines mehr als dilettantischen Krisenmanagements à la Helmut Kohl. Nur: Wo kommt der Vorwurf her, Günther Klum wolle die Berichterstattung über seine Tochter oder gar die Meinungsfreiheit einschränken? Wo steht das? Diese Frage hat sich nach meinen Beobachtungen nie gestellt. Das wurde reininterpretiert. Vieles wird eben mittlerweile so gelesen, dass es irgendwie ins selbst gemalte Bild passt. So zum Beispiel im Stern-Blog:
Dass sie schreibt: "Jeder der meine Website kennt, weiß, daß es keine Werbung hier gibt", mutet da doch ziemlich merkwürdig an. Beziehungsweise beweist: dass die Klums eine eigentümliche Definition von Werbung haben.
wird da geschrieben in Bezug auf den Katjes-Banner. Dass die Erklärung weiter unten steht, wird verschwiegen:
Mein langjähriger Werbepartner Katjes hat aber zu Weihnachten ein hübsches Sümmchen für das Bethanien Kinderdorf in Bergisch Gladbach locker gemacht und dann konnte ich nicht anders. Jetzt gibt es bis Februar 06 einen Werbebanner. Vielen Dank an Katjes für dieses tolle Weihnachtsgeschenk.
Fazit: Kritik und Widerstand gegen Willkür und Zensur immer und unbedingt! Aber doch bitte mit Augenmaß. Und vor allem nicht die Marke - oder schlimmer gar: die Person – Heidi Klum mit in Sippenhaft nehmen. Damit ist niemandem geholfen und Patrick am allerwenigsten. Außerdem ist das stillos.

Now playing: Heaven 17 – At The Hight Of The Fighting

Kommentare:

eco hat gesagt…

Nun, ich muss sagen, der Vorwurf einer PR-Kamagne im Bezug zu ihren Engagement für Kinder fand ich auch nicht gut. Allerdings hat das immer einen bitteren Nachgeschmack wenn Stars eine Karitative Aktion durchführen (zum Beispiel spenden) und es groß in der Presse lancieren. Bei Heidi Klum sieht die Sache dahingehend anders aus, dass sie ihre Berühmtheit nutzt um Geld für die Kinder aufzutreiben. Dazu ist eine Berichterstattung darüber auch notwendig.

ramses101 hat gesagt…

Da heben es die Stars aber auch schwer (gerade in Deutschland), denn wie sie es machen, machen sie es falsch. Verschweigt einer sein Engagement, wird ihm Geiz vorgeworfen, macht er es öffentlicht, wird ihm PR-Gehasche vorgeworfen.

Hellblazer hat gesagt…

Absolut einverstanden. Wobei im Promibereich natürlich eine gewisse "Verknappung" der Veröffentlichung genauso zum Geschäft gehört wie dann das laute Klappern an den richtigen Stellen, sowie der Versuch einer "qualitativen" Kontrolle über das, was über mein "Produkt" veröffentlicht wird, insoweit ist die unterstellte Absicht einer gewissen "Einschränkung" der Berichterstattung zum Zweck der "Kontrolle" über frei verfügbare Informationen (vs. Informationen, die z.B. Medien erst "erfragen" müssen und für eine positive Resonanz gefordert sind, möglichst nicht negativ zu berichten) eine nicht unwahrscheinliche ;-)